Die Bauarbeiten haben begonnen (hinter Bezahlschranke):
Hallo Eckhard,
vielen Dank für die Info. Hier noch ein paar zusätzliche Infos.
Es handelt sich bei der betroffenen Weiche um eine EW 49 nach Regelzeichnung der DR mit Parabelbogen im abzweigenden Strang, die im Zusammenhang mit der ersten Sanierung der Strecke ab 1997 eingebaut wurde.
Die Deutsche Reichsbahn hatte diese Weichenbauart in den 1980er Jahren entwickelt, weil sie im Gegensatz zu den vorher und noch heute bei der DB verwendeten Kreisbogenweichen im abzweigenden Strang einen verschleißärmeren Betrieb ermöglichten. Deshalb wird sie in den Meldungen als Sonderbauart bezeichnet und die Ersatzteilbeschaffung ist komplizierter.
Beim Wiederaufbau HA nach dem Hochwasser 2002 wurden die beiden vorhandenen Spitzenweichen von Fernbedienung auf Rückfallweichen umgebaut.
Da es für derartige Parabelbogenweichen noch keine Einbauzeichnungen für die Umrüstung als Rückfallweiche gab, wurden diese damals kurzfristig für Glashütte entwickelt und am Tage der Wiederinbetriebnahme Heidenau-Glashütte (Einzugbetrieb 2003) exklusiv für die HA zugelassen. Das war damals noch möglich!
PS: Nach den Fotos aus der SZ ist offensichtlich im Bereich einer Schweißung ein Schienenbruch aufgetreten.
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Ich hatte nicht erwartet, das so viel Interesse an der technischen Lösung besteht. Ich habe deshalb nochmal in meinen Unterlagen nachgeschaut.
Ergänzung:
Bei der Weiche 6 Glashütte handelt es sich konkret um eine EW 49-Pa-300-1:9 I Fsch (Hh). Ja korrekt das ist eine Weiche mit Isolierfall, da ursprünglich an der Weiche eine teilweise Gleisfreimeldung vorlag.
Korrektur_1:
User mueglitztal hat natürlich Recht. Die erste Sanierung erfolgte 1999, wie man auch an den Fotos des Schienenbruches in der SZ anhand des Walzzeichens der Schiene "Thyssen ... 99" erkennen kann.
Korrektur_2:
Der Einbau der Rückstellvorrichtung nach Zeichnung S 7350.2.3 an den beiden Weichen 1 und 6 erfolgte erst mit Wiederaufnahme des Betriebes bis Altenberg im Dezember 2003 zeitgleich mit dem Einbau der So17 und So18 und der elektrischen Weichnheizungen. Während des Notbetriebes Heidenau-Glashütte von Mai bis Dezember 2003 benutzte der einzige Zug das Gleis 1 in Glashütte, die Weiche 1 war ortsbedient und mit Riegelhandschloß gesichert. Gleis 2 diente nur der Anbindung/Bedienung des Baugleises Richtung Altenberg.