Beiträge von Dampfachim


    Hallo Thomas,


    das Bild ist sehr schön und ich würde auch das rote Auto hinter dem Sitzwagen nicht anrühren, denn die Aufnahme entstand eben nicht 1966, obwohl, auch 1966 gab es rote Autos und sicher auch schon die Straße neben dem Zug.

    Sofern Du ganz ehrlich sagst (wie geschehen), dass das Foto während einer Sonderveranstaltung entstanden ist, dürfen alle damit absolut glücklich sein, wirklich ein sehr schönes Bild.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Johannes,


    klar, wenn da einfach nur ein Zug irgendwo zu sehen ist und der User keinerlei Hinweis darauf gibt, dass es sich um einen Sonder- oder Fotozug handelt, verwirrt das ähnlich. Da bin ich völlig Deiner Meinung, denn der Otto-Normalverbraucher besitzt nicht das nötige Hintergrundwissen.

    Wird aber darauf verwiesen, dass es eine Fotoveranstaltung o.ä. war, ist das für mich völlig in Ordnung.


    @Thomas: Die Leute im Hintergrund und der Lampenmast hätten mich nun wirklich nicht gestört. Dass diese Situation mit der grell roten 52.80 im Rahmen einer Veranstaltung aufgenommen wurde und dass da zwangsläufig Publikum anwesend war, ist für mich vollkommen in Ordnung. Da diese Leute derart weit im Hintergrund standen, stören sie mich nicht.


    Viele Grüße


    Achim

    Hallo Leute,


    wirklich eine interessante Diskussion. Man merkt, dass das Thema den Nerv des Forums trifft.


    Stichwort Fotozugveranstaltung. Für die heutige Generation ist das selbsterklärend. Diese Veranstaltungen leben von dem Konzept, Dinge zu arrangieren und so an vergangene Zeiten zu erinnern. Sofern nicht nachträglich am Foto noch manipuliert wurde, halte ich es für absolut ausreichend, wenn der Bildautor den Anlass der Aufnahmen benennt. Steht dann ein Trabbi im Bild, oder regelt ein Transportpolizist den Betrieb, so ist das natürlich nicht authentisch aber in dieser Veranstaltungsform völlig normal. Ob man im Interesse zukünftiger Generationen darauf noch hinweisen sollte - ich weiß nicht. Ich vermute mal, dass auch in 50 oder 100 Jahren der Begriff Sonderfahrt, Fotoveranstaltung etc. zu verstehen sein sollte.


    Anders ist es eben bei Aufnahmen vom Alltag. Da kann und soll natürlich jeder mit kluger Wahl des Bildausschnitts und Motivs ein schönes Foto erzeugen. Und wenn er bestimmte Details eben nicht mag, kann er sie unter Umständen mit dem Beschnitt verschwinden, oder eben durch den Zug verdecken lassen.

    Aber hier bin ich da ganz bei André, auch unabhängig von der Rechtslage.

    Wer die Fotos für sich privat verändert, an die Wand hängt, oder ins Album klebt (meinetwegen auch digital), soll dies völlig ungeniert tun. Da zählt nur der Spaß.

    Wer die Bilder aber veröffentlicht, sollte sich an die Regel halten, zumindest darauf hinzuweisen, dass er das Foto verändert hat. Das ist ehrlich und das wird sicher auch allgemein akzeptiert. Und auch das Zeigen von Fotos in Internetforen oder anderen sozialen Netzwerken ist eine Veröffentlichung. Es reicht doch ein kleiner Hinweis. Und womöglich tut das auch bei den Usern dem Sehgenuss keinen Abbruch.


    Und jetzt zu meinem Beispiel mit der IV K in Posewald. Hier ist die unbearbeitete Fassung:



    Wie Ihr seht, habe ich einfach die dritte Loklaterne angebaut, die an der Lok in Wahrheit fehlte. Die IV K hat nämlich seitlich an der Rauchkammer einen Laternenhalter, der ein Präparieren des Laternenfußes erfordert um die Lampe aufstecken zu können. Da wir solche Laternen bei der RüBB nicht haben, musste die Lok mal eben etwas zweiäugig fahren.


    Viele Grüße


    Euer Dampfachim

    Hallo Johannes,


    ich verstehe Dich gut. Das sei Dir auch völlig unbenommen. Und meine Bemerkung nach der Recherche in 50 Jahren ist sicher auch etwas überspitzt. Ich bin ja nun auch nicht immer so ehrlich, dass ich nicht auch schon mal Kleinigkeiten an meinen Fotos verbessere (in meinen Augen). Das sieht man ja an dem Foto weiter oben mit der 99 568 in Posewald.

    Ich freue mich aber, dass wir dies hier mal diskutieren können.


    Ich lasse auch Jörg seinen Spaß, der nach Lust und Laune an seinen Fotos herumgestaltet. Dabei schließe ich nach wie vor die Nachbearbeitung einer Rohdatei durch Nachbelichten, Schärfen, Ausrichten, Beschneiden usw. aus.

    Das mache ich zur Zeit gerade mit meinen Urlaubsfotos, also aus einer RAW-Datei durch einige Klicks und dem Verschieben einiger Regler ein ansehnliches Äußeres zu geben, ohne aber Personen und Bilddetails zu ändern.


    Es geht hier bitte einzig und allein um das Verändern in Form von Hinzufügen oder Entfernen, natürlich auch Verschieben von Bilddetails, oder meinetwegen auch das Ändern der Farbe eines Details (orange Warnkleidung bspw.).

    Und wenn Jörg es gern so handhabt und das hier ganz offen sagt, so ist das für mich ehrlich und ich weiß, woran ich bin. Ich weiß, dass die abgebildete Situation unter Umständen etwas anders gewesen sein könnte.

    Es ist dann nur noch die Frage, wie umfangreich die Veränderung nun war und ob ich der abgebildeten Situation nun überhaupt einigermaßen vertrauen kann. Ab wann wird es also problematisch?


    Mal ein Extrembeispiel. Ein Fotograf fotografiert einen Zug von der Seite in der Landschaft. Es ist ein Personenzug mit drei gleichartigen Wagen. Aus einigen Fenstern schauen Köpfe und auch hinter einzelnen Fensterscheiben sind Menschen zu sehen. Per Photoshop fügt er nun eine beliebige Anzahl Wagen hinzu, so dass er womöglich einen Zug mit 9 Wagen präsentiert. Außerdem vervielfältigt er auch die Anzahl der sichtbaren Fahrgäste.

    Wir haben nun eine völlig andere Situation. Denkt Euch selbst, was man in dieses Bild hineininterpretieren kann, wofür man es nutzen könnte.

    Geht natürlich auch andersrum.


    Für mich ist das höchst problematisch. Es ist nichts weiter als eine Lüge.

    Ist Johannes entferntes Auto nicht weiter schlimm, ist Jörgs Busch, der einen störenden Fotografen am Gleis digital verdeckt nicht weiter schlimm, ist dieses Extrembeispiel, das ich einfach mal konstruiert habe, einfach nur eine Fälschung. Was meint Ihr?


    Ich weiß nicht, ob es nützlich ist, die ernsthafte Retusche eines Fotos mit irgend welchen digitalen Spielchen der heutigen Zeit zu vergleichen. Wenn wir das Thema auf Snapchat usw. erweitern, begeben wir uns wohl in einen Bereich, der nicht gemeint war.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Achim,


    deswegen verstehe ich nicht, warum das Retuschieren hier jetzt so verteufelt wird. Jahr für Jahr, Monat für Monat pilgern Fotografen zu Fotofahrten, bei denen nichts anderes gemacht wird, als etwas „vorzugaukeln“, was für die Gegenwart unauthentisch ist.

    Für mich macht es keinen Unterschied, auf welchem Weg die Unauthentizität erreicht wird.

    Hallo Johannes,


    ich persönlich verteufle das überhaupt nicht. Weder das Nachstellen von Szenen bei Veranstaltungen, noch das nachträgliche Verändern der Fotos.

    Ich würde mir allerdings wünschen, dass es ehrlicherweise dann auch offen zugegeben würde, dass das Foto verändert, oder die Situation gestellt war.

    Denn sonst kommen die Forscher in 30 oder 50 Jahren an den Punkt, dass sie ein falsches Geschichtsbild der heutigen, oder auch der vergangenen Zeit erhalten.

    Es gibt in den Foren häufiger Beiträge, in denen die Bildautoren dies offen zugeben, indem sie anmerken, dass sie einen Warnwestenträger usw. eliminiert haben.


    Und das mag uns heute noch völlig unvorstellbar sein. Aber wie betrachten wir denn heute Fotos von vor 50 Jahren? Wir vertrauen dem Gesehenen. Und wir machen uns ein Bild der Zeit. Wo geht nun das Verfälschen los? Ist es verzeihlich, wenn ich ein Auto verschwinden lasse, weil es mir nicht gefällt? Es hätte ja auch keins dagewesen sein können.

    Aber was denkt der Betrachter in 50 Jahren? Autofreie Zeit 2019? Wie sieht es in 50 Jahren aus? Steht alles voller Autos, oder was es dann für Fortbewegungsmittel gibt?

    Wir können heute schon an der Geschichtsschreibung der Zukunft mitwirken. Gehen wir verantwortungsvoll damit um?

    Ich meine nicht das Wählen des "richtigen" Bildausschnitts und damit das Ausblenden unerwünschter Details. Das macht jeder Fotograf und das haben Fotografen zu allen Zeiten getan.


    Und Toralf, das Optimieren der Fotos, wie Nachbelichten, Abdunkeln, Nachschärfen, Entfusseln, Kratzerentfernung usw. wird wohl nicht gemeint sein.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo zusammen,


    das, was ich in dem anderen Thread angesprochen habe, ist weit entfernt von dem, was ihr jetzt hier diskutiert. Wenn ich z.B. ein Auto aus einem Bild raus retuschiere, betreibe ich damit keine Geschichtsverfälschung. ….


    Mit ging es nie darum, irgendwelche Loks woanders hinzusetzen, Häuser abzureißen, Büsche zu pflanzen usw. usf.

    Hallo Johannes,


    trotzdem würde ich gern mal wissen, wie die Meinung der User hierzu ist. Natürlich ist es keine Geschichtsverfälschung, aber nach dem Wegretuschieren des Autos erzeuge ich ein Abbild einer Situation, die es zum Aufnahmezeitpunkt nicht gab, auch wenn sie natürlich hätte eintreten können.


    Eine andere Frage: Ich kenne das Titelbild eines bekannten Eisenbahnbuches, auf dem ein Freileitungsmast um einige Meter per Retusche versetzt wurde, weil der Fotograf beim Auslösen nicht aufgepasst hatte. Der Mast hatte einen Teil der Rauchkammertür verdeckt. So wurde er kunstvoll einige Meter nach vorn verschoben und die Lokfront sehr akribisch rekonstruiert, so dass man die Änderung kaum erkennt.


    Nein, das ist kein Titelbild von Ludgers Rügenbüchern. Der Fall ist älter. Aber was meint Ihr dazu?


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Chris,


    offenbar erkennst Du die Retusche nicht. Dann knoble ruhig noch etwas, oder lass Dich von anderen Usern unterstützen. Es gibt an dem Foto nur eine einzige Änderung und die ist natürlich nicht offensichtlich. Ich hatte übrigens nie vor, dieses Bild irgendwo zu veröffentlichen. Einige Freunde haben es zusammen mit dem Original bekommen, denn ich möchte da keinen falschen Eindruck erwecken. Aber hier passt es zum Thema und ich gebe ganz offen zu, dass ich ein Detail verändert habe.


    Ansonsten kann ich André da völlig zustimmen. Die Gefahr besteht tatsächlich, dass retuschierte und heute veröffentlichte Fotos irgendwann einmal einen falschen Eindruck erwecken.

    Das Ortsschild in Nistelitz meide ich einstweilen tatsächlich auch. Ich habe an dieser Stelle zuletzt am 4.4.2019 fotografiert (aber nicht die klassische Ansicht), als das Schild noch nicht stand. Einige Tage danach steuerte ich diese Stelle wieder an, ohne zu wissen (ich hatte gerade Urlaub) dass es dieses Schild gibt. Da der zu fotografierende Zug nun schon nah war und ich in der Kürze der Zeit nicht mehr umdisponieren konnte, habe ich die identische Ansicht tatsächlich auch schon mit Schild fotografiert, es aber auf den damals verteilten Fotos nicht retuschiert.


    Ludger kann mit der Bildbearbeitung wahre Wunder verbringen. Ich kenne logischerweise manches von ihm veröffentlichte Rügenbild als Rohversion und in der fertigen Fassung. Aber ich weiß nicht, ob das jetzt die wahre Intention bei der Erstellung dieses Themas war.

    Ging es nicht vielmehr um das Entfernen eines modernen Autos aus dem Bild?


    Meine Meinung zu diesem modernen Auto ist ganz einfach. Lässt es sich nicht durch einen anderen Blickwinkel ausblenden und gelangt es 2019 auf ein Foto, so akzeptiere ich es. Das Foto ist 2019 entstanden.

    Bei den einschlägigen Fotoveranstaltungen erstellen wir uns ja eigentlich auch eine Situation, die nicht authentisch ist. Das erfüllt ja den gleichen Zweck wie eine Retusche. 2019 treten die bei Fotofahrten dargestellten Begegnungen mit Volkspolizisten, Trapo, Kittelschürzen, Trabbi, Wartburg und Co eben eben im wahren Leben nicht mehr auf, zumindest nicht alle auf einmal.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Harald,


    tolles Thema! Da kann man sich schön streiten, denn die Meinungen gehen da wohl weit auseinander.


    Ich bearbeite meine Fotos ja auch. Das gebe ich offen zu. Allerdings bin ich kein großer Freund davon, wirklich Details zu entfernen oder hinzuzufügen.

    Ich kenne Fotografen, die ganze Bereiche der Fotos total verändern, Menschen verschwinden lassen, Gebüsche wachsen lassen, damit die Hauswand dahinter mit dem Graffiti versteckt wird, Antennen und Satschüsseln demontieren, Wolken einfügen usw.

    Das mag den Gesamteindruck des Bildes aufwerten, aber man sollte dann zumindest so ehrlich sein, die Optimierung des Bildes dann auch zu kommunizieren.


    Meine Retusche beschäftigt sich hauptsächlich mit älteren Fotos aus der analogen Zeit. Da werden Flecken und Fusseln entfernt, aber möglichst ohne das tatsächliche Bild zu verändern.


    Das ist nun tatsächlich eine reine Geschmacksfrage. Die Retusche ist eine uralte Methode und wurde nicht erst in der Neuzeit erfunden.

    So sind fast alle der bekannten Fabrikfotos der neuesten Eisenbahnfahrzeuge sehr stark retuschiert.

    Für die Drucklegung mussten früher viele Kanten und Flächen hervorgehoben werden, was händisch mit Pinsel und Farbe geschah.

    Die alten Postkartenverlage retuschierten manchmal sogar sehr kreative Fahrzeuge in ihre Motive.


    Was meint Ihr? Wie weit darf Retusche gehen?

    Ich meine jetzt nicht die Optimierung von Belichtung und Schärfe mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms, sondern tatsächlich das Entfernen, Verschieben oder Hinzufügen von Dingen auf Fotos.


    Und weil ich es ernst meine. Hier mal ein retuschiertes Foto von mir. Darf man das?




    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Knut,


    ich kann Deinen Eindruck bestätigen. Mir kommt das Foto auch vor, als wäre es Mitte der 80er aufgenommen worden.

    Wenn ich Fotos der Preßnitztalbahn aus den 70ern richtig in Erinnerung habe, so waren die Gleisanlagen da noch nicht so sehr verkrautet. Als ich 1986 dort war, sah es aber ganz genauso aus, nur dass statt der 99 561 die 99 606 im Einsatz war. Von einem Freund besitze ich aber auch Fotos aus dem Sommer 1985, als die 561 hier im Einsatz war.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Marvin,


    von mir ein ganz herzlicher Dank und beste Grüße! Ein paar Mal haben wir uns in diesem Jahr ja schon getroffen und ich freue mich, dass Du so schöne Fotos mitgebracht hast.


    Das Foto mit der Kirche von Vilmnitz erinnert mich an ein Kalenderbild von vor vielen Jahren. :klatsch:


    Viele Grüße


    Dampfachim