Beiträge von Dampfachim

    Hallo Thomas,


    wie wahr, die Nachteile mal ausgeblendet, ich wäre gern mal über das gesamte Netz der RüKB gefahren und hätte die kleinen B-Kuppler auf der Nordstrecke gern mit ellenlangen Zügen erlebt.

    Mindestens genauso wichtig wären mir Fahrten mit der Franzburger Kreisbahn gewesen. Und dann denke ich darüber nach, welche Fotoergebnisse ich wohl im Alter von 14 - 18 Jahren (wenn ich 20 Jahre älter wäre) mit einer für mich damals erschwinglichen Kamera erzielt hätte.


    Ach nein, es ist doch alles gut, wie es ist. Trauern wir nicht der Vergangenheit hinterher, sondern genießen die Gegenwart und gestalten die Zukunft.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Johannes,


    da kann ich Dir nur Recht geben. Ein RAW-Foto (nicht zu verwechseln mit Reichsbahn Ausbesserungswerk :zwink:) ist in den meisten Fällen alles andere als der Realität entsprechend. Was da auf den Bildschirm kommt, ist qualitativ nicht einmal gleichwertig mit einer JPEG-Datei.

    Aber was hat Digitalfotografie mit Natur zu tun? Jede Kamera berechnet nach Logarithmen Einsen und Nullen, die dann auf einem Chip abgespeichert werden. Dabei geht der natürliche Bildeindruck oft genug verloren.


    Die Entwicklung eines RAW-Fotos ist eigentlich nichts anderes, als die automatische Umrechnung in der Kamera (oder im Smartphone) zur JPEG-Datei, nur mit viel besseren Möglichkeiten, um den Bildeindruck deutlich besser darzustellen als die Automatik es kann.

    Warum glauben manche Menschen immer noch, dass das Entwickeln eines Fotos im Photoshop eine Bearbeitung im Sinne von Retusche ist?

    Alles, was das Programm da aus einer RAW-Datei errechnet, ist wirklich da gewesen und säuft nicht in irgend welchen großen Lichtgegensätzen ab.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Leute,


    von mir eine kurze Meldung zum aktuellen Geschehen bei der RüBB, oder eher am Rande der RüBB.


    Wir haben am Dienstag unseren alten Bekohlungskran vom Sockel gehoben und in die Rente geschickt. Er war in den 60ern durch die DR aus einem Dunglader einer LPG umgebaut und für die Bekohlungsarbeit adaptiert worden. Auf unzähligen Fotos und Filmen der letzten Jahrzehnte ist er abgebildet. Nach einem massiven Defekt vor einigen Wochen konnte er nun nicht mehr benutzt werden. Eine Reparatur erschien zu aufwendig. Aber keine Angst, er wurde nicht verschrottet und das ist nach jetzigem Stand auch nicht vorgesehen. Er wird am Rande des Bahnhofes zunächst aufgehoben, bis über eine zukünftige Verwendung, vielleicht sogar im zukünftigen Erlebnisbereich entschieden ist.



    Schon vom Sockel aus Betonplatten gehoben, kann der kleine Kran nun abtransportiert werden. Seit Wochen wurde er nach einem Defekt nicht mehr verwendet und träumt jetzt am Rande des Bahnhofs von früheren Zeiten und hoffentlich auch von einer schönen Zukunft in der Kranrentre.


    Aber mit dem Ausscheiden des kleinen Krans aus dem aktiven Dienst nimmt auch ein "neuer" Kran seinen Dienst auf. Die RüBB erwarb vor Jahren von der SDG zwei Kräne vom Typ RK 3/1 mit ähnlicher vollverglaster Kanzel. Einer von ihnen war noch einsatzfähig und wurde über einen längeren Zeitraum auch als Reservekran in Ordnung gehalten. Er war aber nur einmal für wenige Tage tatsächlich im Einsatz.

    Nach einer umfangreichen Aufarbeitung und Modernisierung der gesamten Elektrik kehrte er am Mittwoch zu uns zurück und löst den bisherigen älteren RK 3 als Hauptbekohlungskran ab. Der "Neue" (immerhin auch schon ein Oldtimer Baujahr 1963) wurde durch Einbau eines höheren Zwischenrings jetzt höher gelegt und kann somit z.B. auch Regelspurloks deutlich besser bekohlen. Das war immer sehr knapp. Durch die bessere Rundumsicht ist die Sicherheit im Kranbetrieb erheblich verbessert. Mitgeliefert wurde ein verkleinerter Greifer, mit dem jetzt auf die Verwendung eines zusätzlichen Trichters zum Bekohlen der Neubauloks verzichtet werden kann. Das erhöht die Arbeitssicherheit beträchtlich, denn das An- und Abhängen des Trichters unter dem Ausleger bzw. seitlich davon kann jetzt für die meisten Einsatzfälle entfallen.

    Der schon etwas in die Jahre gekommene RK 3 der älteren Generation bleibt aber als Reserve in der Banse präsent und steht jetzt am Standort des kleinen Kohlenkrans.



    Nicht unbedingt schön, aber noch praktischer als sein Vorgängermodell präsentiert sich der neu aufgebarbeitete RK 3/1 noch außerhalb der Kohlenbanse in Putbus. Für den Transport war das Führerhaus demontiert. Jetzt werden die vorbereiteten Komponenten von Spezialisten der Firma WISAG aus Wernigerode zusammengefügt und alle Endschalter und Sensoren für den zukünftigen Einsatzzweck justiert. Seit Donnerstag ist er nun im Einsatz und auch ich konnte mit ihm schon Kohle laden. Hinter dem aufgearbeiteten und natürlich auch neu lackierten Kran ist der als Ersatzteilspender noch vorhandene SDG-Bruder noch sichtbar.

    Fotos (22.10.2019): Achim Rickelt


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Johannes,


    da muss ich Dir recht geben. Es kommt total auf den Monitor an und auf dem Handy ist die zweite Variante bei mir auch optimal, die erste einfach furchtbar dunkel.


    In diesem Sinne weiter so!


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Johannes,


    wenn ich meine unmaßgebliche Meinung einmal loswerden darf. Ich mag die erste Aufnahme dann doch mehr in der ersten Ausführung. Der nachgereichtem Variante sieht man die Bearbeitung dann doch zu sehr an. Durch das Aufhellen der Tiefen ist der gesamte Vordergrund irgendwie flau geworden. Es wirkt nicht so natürlich. Das ist natürlich Nörgeln auf hohem Niveau. Aber der durchaus farblich schöne Hintergrund reißt das für mich nicht heraus. Sorry, ist nicht böse gemeint.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Hartmut, Hallo Leute,


    was passiert mit 99 787? Warum wurden die Sanddome und der Großteil der Kesselausrüstung entfernt? Ich dachte immer, die Lok solle dauerhaft abgestellt bleiben. Sieht ja jetzt nach Aufarbeitung aus. Weiß da jemand näheres?


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Ich fände esschön, wenn dann dazu auch ein Vermerk gemacht wird, wenn das Bild irgendwo gezeigt wird. Sonst könnte der Eindruck entstehen, dass manche Leute immer Glück mit dem Wetter haben...

    Hallo Erik,


    da könnte man dann neidisch werden...

    Aber manche Fotografen essen ihr Mittag immer schön auf und dann scheint die liebe Sonne auch immer schön. Das wollte mir meine Mutter immer weismachen und die hatte natürlich immer recht. :frech:


    Aber das sind schöne Beispiele für Retuschen.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Jörg,


    wenn Du jetzt noch mit dem Videodreh anfängst, sind wir schon meilenweit vom Thema entfernt. Nachvertonung von Schmalfilmen ist ein ganz heikles Thema und da wird verdammt viel falsch gemacht. Was meinst Du, wie genau ich mit Ton Pruissen am jüngsten Rügenfilm gefeilt habe, damit die Töne, die alle nicht echt sind, einigermaßen stimmen. Und es gibt noch immer unvermeidliche, oder zähneknirschend in Kauf genommene Fehlerchen.

    Aber lass uns bitte beim Retuschieren von Fotos bleiben.


    Konsens der meisten User scheint zu sein, dass die "Entwicklung" einer Rohdatei zu einem Foto hier nicht beanstandet wird. Ich bin sicher, viele der hier mitdiskutierenden Forianer kennen das Potenzial einer durch die Kamera aufgenommenen Rohdatei nicht, oder nur rudimentär. Darum kurz und hoffentlich verständlich zur Erklärung. Eine moderne Digitalkamera nimmt mit ihrem Aufnahmechip eine Datei auf, die bei den meisten kleineren oder preiswerteren Kameras automatisch in eine komprimierte und automatisch optimierte JPEG-Datei umgerechnet und dann auf der Speicherkarte abgelegt wird. Diese Datei ist von vornherein ein Kompromiss, mit dem die meisten Leute aber leben können.

    Bietet die Kamera aber die Möglichkeit, die Rohdatei auf der Speicherkarte zu sichern, hat man eine ziemlich große Datei. Das sind schon in der Rohfassung etliche MB mehr und damit wird schon deutlich, dass bei der JPEG-Datei ganz viele Informationen einfach von der Kamera gelöscht werden.

    Eine Rohdatei ist für die Mehrheit der Computernutzer übrigens unbrauchbar, weil die gängigen Betriebssysteme usw. von Hause aus diese Dateien nicht darstellen können. Man braucht also eine andere Software, um sich solche Rohfotos überhaupt ansehen zu können und erkennt auf dieser unbearbeiteten Datei sehr schnell, dass sie einen schlechten Eindruck macht. Selbst die automatisch erstellte JPEG-Datei sieht besser aus, als eine rohe Rohdatei. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen.


    Der ambitionierte Fotograf und dazu zählen viele der hier diskutierenden User (ich meist auch), arbeitet aus dieser Rohdatei nun die Informationen mit einer Bildbearbeitungssoftware (Photoshop, Lightroom o.ä.) heraus und schafft damit ein Foto, das die Kamera tatsächlich so gesehen hat. Dazu werden vor allem Lichtgegensätze und auch Dynamikfehler erst einmal beseitigt, was im JPEG-Format nicht oder nur sehr eingeschränkt machbar wäre. Wer den Unterschied eines automatisch von der Kamera erstellen JPEG-Bildes und eines aus einer Rohdatei (RAW - raw - englisch roh) entwickelten Bildes nicht kennt, wird verblüfft sein, was die Kamera tatsächlich aufgenommen hat. Auch kleinere Fehlbelichtungen lassen sich aus einer RAW-Datei ziemlich problemlos und ohne größere Nachteile korrigieren. Es ist nicht einfach nur Aufhellen oder Abdunkeln. Das Programm stellt die Brillanz der Aufnahme her, die beim bloßen Aufhellen oder Abdunkeln einer JPEG-Datei verloren ist und sie erfindet Details nicht einfach nur. Sie wurden mit aufgenommen, sind also da. Es kann vorkommen, dass man Bilddetails im Bild einer Rohdatei nicht, oder nur sehr schwach sieht. Bei der automatischen Umwandlung in JPEG (die auch ein Bildbearbeitungsprogramm beherrscht) bleiben sie unsichtbar. Nach der Bearbeitung der Rohdatei sind sie aber in der vollen Schönheit vorhanden, weil sie durch starke Lichtgegensätze scheinbar völlig überstrahlt oder viel zu dunkel waren. Die RAW-Datei hat sie aber mit aufgenommen.


    Nun kommt der nächste Schritt, der wohl von den meisten Usern hier auch toleriert wird. Das ist der Beschnitt, also die Wahl eines passenden Bildausschnitts, das Ausrichten und womöglich auch die Korrektur optischer Fehler. Bekanntester optischer Fehler sind stürzende Linien. Die entstehen, wenn die Kamera nach oben oder unten gekippt wird. Stellt man sich also nah vor das Motiv und versucht es trotzdem komplett abzubilden, nutzt man ein Weitwinkelobjektiv (bzw. beim Zoom eine kurze Brennweite) und kippt fast schon automatisch die Kamera nach oben. Im Bild entstehen stürzende Linien. Das heißt, dass die Außenkanten des Motivs stark oben zusammenlaufen, beim Kippen nach unten natürlich unten zusammenlaufen. Das menschliche Auge (bzw. das Gehirn) korrigiert diesen optischen Effekt. Bei der Bildbearbeitung kann man nun also diese stürzenden Linien korrigieren um einen möglichst natürlichen Bildeindruck zu erzielen. Wenn man nun aber übertreibt, sieht es auch doof aus. Also ist hier Fingerspitzengefühl gefragt.

    Dann gibt es weitere ärgerliche optische Fehler, die bauartbedingt mehr oder weniger bei vielen Objektiven auftreten. Das sind Verzeichnungen. Die bekanntesten sind tonnenförmige und kissenförmige Verzeichnungen. Dabei werden gerade Kanten (umso weiter am Bildrand, umso stärker sichtbar) nach innen (kissenförmig) oder außen (tonnenförmig) verbogen. Auch dieser Effekt wird durch das Objektiv erzeugt und ist dem menschlichen Auge fremd. Mit der Bildbearbeitung kann dieser Makel behoben werden.


    Und zuletzt kann meinetwegen eben noch Tonwert, Farbe, Kontrast und Schärfe korrigiert werden.



    Bis hierhin gehe ich da völlig mit und bis hierhin bearbeite ich auch die meisten meiner hier gezeigten Fotos, es sei denn, ich hatte überhaupt keine Zeit.

    Bei älteren Bildern kommt noch das Entfernen von Kratzern, Staub und Fusseln dazu.

    Da ist dann nichts hinzugefügt, oder entfernt und wir wollen bitte nicht so kleinlich sein und obige Formen der Bearbeitung verteufeln.


    Jetzt kommt der Schritt, bei dem dann wohl viele Mitleser langsam ein Problem bekommen, den aber einige hier offen zugeben.

    Das ist eben das Entfernen störender Details. Das Wegstempeln von Dingen ist im Photoshop schnell gemacht. Für den Laien - man definiert einen Punkt im Bild, der an eine andere Stelle kopiert werden soll. Also klickt man bspw. auf einen Bereich einer Wiese und kopiert ihn an eine andere Stelle. Ich habe schon Bücher gesehen, in denen Teile der Lok beim Stempeln als Geisterbild daneben erscheinen. Dann wird es offensichtlich und es wurde stümperhaft gearbeitet.

    Da man den zu kopierenden Bereich größer (Pixel) oder kleiner machen kann und auch Details von links und rechts, von oben und unten kombinieren kann, ist z.B. in einer Wiese oder im Himmel dieser ausgebesserte Bereich hinterher unsichtbar. Komplizierter wird es, umso mehr Struktur man im zu überdeckenden Bereich hat.

    Ja, auch Fussel, Staub usw. werden meist weggestempelt, oder mit anderen Reparaturwerkzeugen überdeckt. Da gehen dann immer auch Pixel des Originalmotivs verloren, aber wenn es ordentlich gemacht wird, sind es nur einzelne Pixel, die das Auge sowieso nicht wahrnehmen könnte. Man ersetzt also den schwarzen oder weißen Punkt eines Staubkorns durch die Kopie eines benachbarten Punktes in Originalfarbe.

    Das ist nun noch relativ trivial.

    Und durch dieses Stempeln habe ich im oben gezeigten IV K-Foto auch auf einfache Weise eine Loklaterne an die richtige Stelle geklont.


    Hier beginnt für mich persönlich der Punkt, der den Betrachtern in der Öffentlichkeit dann bitte auch mitgeteilt werden sollte. Die Lok ist mit zwei, nicht mit drei Lampen gefahren. Da sie Hauptmotiv war, halte ich es für relevant und ehrlich, dass der Fotograf offen mitteilt, dass das Foto nicht zu 100 % dem Original entspricht.

    Es ist möglicherweise nicht so schlimm, wenn im Hintergrund irgend welche Kleinigkeiten verändert werden. Aber wir hatten es oben schon. In einigen Jahren interessieren uns womöglich auch diese Details. Schaut Euch mal die detailreichen Fotos der berühmten Eisenbahnfotografen an. Was es dort zu entdecken gibt, sollten wir heute nicht aus unseren Bildern tilgen.


    Jörg, das Entfernen ist ziemlich einfach. Das Hinzufügen, sofern man es nicht einfach im Bild kopiert, kommt aber ebenso vor und auch das ist eine ziemlich alte Methode, schon aus analogen Zeiten.

    Ich hole mal etwas aus.


    Als gelernter DDR-Fotoamateur kennen viele von Euch sicher das "Fotobuch für alle", das "Farbfotobuch für alle", das "Fotobuch für Kinder" und viele andere Werke aus DDR-Zeiten.

    Ich erinnere mich sehr gut, dass im "Fotobuch für alle" schon der Ersatz eines total ausgefressenen Himmels durch eine wunderbare Wolkenkomposition beschrieben und gegenübergestellt wurde. Das war damals natürlich eine klassische Fotomontage.

    Ausgefressene Himmelspartien und Tage ohne Himmelszeichnung gibt es natürlich auch heute noch. So kenne ich Fotografen, die ein digitales Wolkenarchiv besitzen und nach Belieben die verschiedensten stimmungsvollen Wolken in ihre Bilder basteln.

    Natürlich wäre auch das Einfügen anderer Dinge genauso problemlos machbar, etwa Tiere oder passende Fahrzeuge, what ever…


    Richtig ist, dass dieses Thema nicht zu einem vollständigen Konsenz führen wird. Ich finde die Diskussion aber trotzdem gut und wichtig, damit wir einmal unsere Meinungen dazu austauschen können und die anderen User dafür sensibilisieren können. Darum muss nun keiner seine Gewohnheiten ändern, darf natürlich seine Bilder auch weiterhin nach Herzenslust optimieren, aber der unbedarfte User weiß nun, dass er unter Umständen getäuscht wird, denn der Grat ist schmal zwischen tolerierbaren Kleinigkeiten und Veränderungen der Bildaussage.


    Viele Grüße


    Dampfachim