Beiträge von Dampfachim

    Hallo Mike,


    eine wunderbare Geschichte. Ich kann es nachfühlen und die Atmosphäre ist mir natürlich vertraut. Ja, der Marco ist nun bald zwei Jahre nicht mehr unter uns.


    Gerade die nicht ganz so optimale Qualität der damaligen Kamera, in Verbindung mit der dichten und dicken Schneedecke lassen den Bf. Carlsfeld doch absolut authentisch erscheinen. Manche Aufnahme hätte durchaus auch 1965 auf ORWO-Film entstanden sein können. Das ist hier gerade der Vorteil der technisch noch nicht so hochwertigen Digitalfotografie und des tiefen Schnees.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo André,


    wie ist das mit Spurkranz Aufschweißen vor dem Profilieren? Wird ja wohl UP-geschweißt. Könnt Ihr das, macht Ihr das, oder dreht Ihr gleich alles so weit hinunter?

    Und könnt Ihr Achsschenkel schleifen? Ich meine jetzt nicht mit Schmirgelleinen. ;)


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Leute,


    nachdem ich jetzt tagelang kaum genug Zeit für das Forum fand, bin ich jetzt mal an diesem Thema hängen geblieben. Wirklich interessant zu lesen, wie wir alle mit dem Bahnvirus infiziert wurden. Bei mir ging es nicht ganz so direkt, wie bei manchem hier.


    Zwar hatten meine Eltern in der Nähe des Barther Bahnhofs einen Schrebergarten auf einem kleinen Hügel mit bestem Blick zum Bahnhof hinunter. Klein-Achim wurde also gleich mit der BR 03.10 sozialisiert, merkte es nur nicht. Da standen bei uns am Gartenweg eigentlich immer einige Dampfloks abgestellt. Welche das waren? Hat mich damals nie so richtig interessiert. Heute weiß ich von Fotos, dass es natürlich 03.10 mit Ölhauptfeuerung waren, zunächst als Reserve in Barth hinterstellt, später dann z-gestellt. Aber heute weiß ich, dass durchaus auch eine oder zwei 41 dabei gewesen sein könnten, denn die standen auch zeitweise dort. Sah natürlich für mich ziemlich gleich aus.

    Die 03.10 kam bis 1978 aber auch noch planmäßig nach Barth und stand sozusagen griffbereit zur Abfahrt bereit. So lange die Brenner ruhig waren, ging das auch durchaus in Ordnung für mich, wurden sie aber gezündet und stiegen die schwarzen Rauchwolken auf, nahm ich Reißaus. Aus sicherer Entfernung ließ sich die Ausfahrt der langen D-Züge dann auch "viel besser" beobachten.

    Dass mich das einmal prägen sollte, hab ich nicht bemerkt.


    Zunächst interessierten mich Flugzeuge viel mehr. Der Barther Flughafen war ab 1975 zwar nur noch für den Agrarflug zuständig und beherbergte jährlich das Sprunglager der NVA-Fallschirmjäger. Aber Klein-Achim verbrachte jede freie Minute am Flughafenzaun, kaufte Flugzeugzeitschriften und entlieh in der Bibliothek Bücher über Fliegerei. Das wurde vor allem meinem Vater unheimlich. Er hatte gar nichts gegen die Fliegerei, wollte aber verhindern, dass ich ein absoluter Fachidiot werde, wie er es schmeichelhaft nannte.

    Aber wie anstellen?


    Im Juni 1982 gab es mal wieder eine Modellbahnausstellung der Barther DMV-AG 5/24 im Sozialgebäude der Est. Barth des Bw Stralsund. Eigentlich sollte auch die Neubrandenburger 50 3511 Personenzüge zwischen Velgast und Barth ziehen. Das verschob sich um 2 Wochen und ich konnte es leider nicht miterleben, weil ich bei meiner Oma in den Ferien war.

    Aber auf dieser Ausstellung verkaufte jemand fast den vollständigen Jahrgang 1981 des Modelleisenbahner. Das sah mein Vater als Chance und schlug für mich zu. War wirklich interessant und das pünktlich vor Erscheinen des ersten farbigen MEB-Hefts 7/82. Das war mein Einstieg, das war mein erstes reguläres Heft und fortan gab es jeden Monat eines unter dem Ladentisch. Gleich im zweiten oder dritten Heft las ich begierig den Bericht über die Strecke Jarmen - Schmarsow vom unvergessenen Günter Meyer, den ich etwa 10 Jahre danach zum Glück kennenlernen durfte.

    Ich verschlang die Geschichten um "Feuer-Wasser-Kohle" von Jochen Kretschmann und da war die Lunte sozusagen entfacht.

    1985 schloss ich mich der Barther DMV-AG an und unternahm auch meinen ersten alleinigen Ausflug zum Rasenden Roland. Nach der vorgeschriebenen Probezeit hielt ich 1986 den Mitgliedsausweis des DMV in den Händen. 1988 begann meine Tätigkeit mit Eisenbahnfreunden zusammen an der 03 1090 in Stralsund. 1990 kam ich vom Bw Stralsund zum Rasenden Roland.

    Die Eisenbahn sollte mich nie mehr loslassen, immer mehr mit Schwerpunkt Vorbild, nicht nur Schmalspur, aber vorwiegend.


    Flugzeuge waren mir lange egal, aber ausgerechnet durch einen Beitrag hier im Bimmelbahnforum kam ich zurück zum Hobby der Verkehrsluftfahrt. Aber nicht so intensiv, wie Eisenbahn.


    Wie hatte mein Vater doch gesagt? Er wollte vermeiden, dass ich ein Fachidiot werde. Es ist ihm gelungen, wenn auch spät.


    Viele Grüße


    Euer Achim

    Hallo Leute,


    hab mir das Wahnsinnsvideo heute endlich angesehen. Ich gebe offen zu, dass ich dieses Thema bisher ignoriert hatte, aber das bereue ich zutiefst.

    Nicht nur das Video selbst hat mich sehr beeindruckt (außer die Musik, die tatsächlich etwas nervig, weil zu eintönig ist), auch die Leistung der Aktiven und die Technik der Schneeschleuder sind beeindruckend.

    Ich empfehle Euch zu diesem Thema auch den mehrseitigen Artikel im Eisenbahn Kurier 2/2021, der nicht nur den Wiederaufbau der Schleuder, sondern auch diese erste Probefahrt und die Geschichte dieser Fahrzeuge beleuchtet. Hätte ich diesen Artikel nicht gelesen, wäre ich wohl nicht mehr auf dieses Thema aufmerksam geworden.


    Dieses Video ist für mich eine Sternstunde hier im Forum und es lässt mich vielen Ärger der letzten Wochen vergessen!

    Dem Norbert einen ganz großen Dank, dass er für uns diesen tollen Film gefunden und verlinkt hat! :klatsch::klatsch::klatsch::klatsch::klatsch::klatsch::klatsch:


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Thomas,


    was soll ich sagen. Ich bin etwas neidisch. Nach Nossen hat es mich nie verschlagen. Das hätte ich damals tatsächlich tun sollen. Die Möglichkeit hatte ich durchaus, wusste aber eigentlich auch gar nichts von den dortigen Möglichkeiten und dass man vom Bahnsteig so gute Möglichkeiten hatte.

    Vielen Dank für Deine Fotos. Die 50 1002 mit ihren großen Ohren fiel mir Anfang der 1980er erstmals auf, als ich eine der damals erhältlichen Ansichtskartenserien von Günter Feuereissen erwerben konnte. Er hatte die 50 1002 damals auch portraitiert. Über die Hintergründe dieser Windleitbleche wusste ich noch gar nichts.


    Zu dem "Stöpsel" auf dem Mischvorwärmer hatte Rudi schon etwas geschrieben. Dass Wasser aus dem Entgasungsstutzen spritzt, ist ein bekannter Nachteil des IFS-Mischvorwärmers. Unsere 03 1090 wurde mal von der Pasewalker 50 3527 zu einer Ausstellung nach Eberswalde überführt, deren Vorwärmer auch wie eine Beregnungsanlage funktionierte. Problematisch war vor allem, dass die Wassertröpfchen in der Rauchfahne alle noch viele Schmutzpartikelchen aufnahmen. So regnete eine richtig schwarze Brühe auf unsere frisch geputzte 03.10.



    Vorn die 50 3527, Blick von 03 1090 nach vorn.


    Die Kollegen in Nossen haben den Entgasungsstutzen natürlich nicht mit einem Stöpsel (oder Pfropfen) verschlossen, sondern ein Stück Schlauch oder Rohr darübergestülpt. Wie gut das funktioniert hat, weiß ich leider nicht. Auf einigen Fotos sieht das aus, wie ein leicht verbogener Gummischlauch.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Peter,


    wenn's auch in der jetzigen Werkstatt nicht geht, einen Kessel abzuheben (könnte man auch per Autokran im Freien machen, machen wir hier ja auch schon mal), so wird die neue Werkstatt dann aber die Möglichkeit haben. Ich hab schon Fotos des neuen Hallenkrans gesehen.

    Grundsätzlich ist es für Kesselarbeiten heute gar nicht so schwierig, Firmen zu finden. Da gibt es am Markt wohl mehrere.

    Meine Frage bezog sich nur darauf, ob die Werkstatt Wernigerode grundsätzlich schon Kesselhauptuntersuchungen durchgeführt hat. Das ist also gegeben und damit erfüllt sie auch eine wesentliche Voraussetzung für ein möglichst autarkes Arbeiten in der neuen Werkstatt.


    @Thomas: Auch wenn es ungewöhnlich klingt. Ein Rohrwechsel ist kein Indiz für den Zustand eines Kessels. Auch wenn die Rohre nur wenige Jahre gelaufen sind, heißt es nicht, dass sie heute noch verwendbar wären. Das müsste der Sachverständige am Kessel dann selbst entscheiden. Da die Rohre relativ dünnwandig sind, sind sie gegenüber Korrosion (in Form von Lochfraß z.B.) und gegenüber Spannungsrissen ziemlich empfindlich. Aber an den Rohren sollte es nicht scheitern. Da die Heiz- und Rauchrohre, genau wie Stehbolzen sozusagen "Verschleißteile" in einem Kessel sind, sollten sie in der Werkstatt WR wohl problemlos zu wechseln sein. Auch die RüBB-Werkstatt Putbus wechselt jährlich etliche Rohre in den Kesseln, manchmal auch einen kompletten Rohrsatz.

    Problematischer wird es, wenn in dem Kessel die eigentlichen Wandungen der Kesselschüsse und der Feuerbüchse Abzehrungen oder auch Verwerfungen aufweisen. Da kann man ggf. Flicken einschweißen, eine neue Feuerbüchse einsetzen, vielleicht sogar ganze Langkesselschüsse wechseln, oder auch einen neuen Boden- oder Feuerlochring einsetzen. Aber irgendwann wird dieses Kesselflicken zu unwirtschaftlich und teuer und ein neuer Kessel muss her.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Peter,


    die SDG hat tatsächlich einige Zeit diesen Tauschkessel benutzt, um während der Aufarbeitungen zeitlich flexibel bleiben zu können. Zu dieser Zeit untersuchte die LWO die Fahrwerke schon selbst, ließ die Kessel aber noch im DLW Meiningen aufarbeiten. Als 99 773 im Jahr 2008 zur Lokhilfe bei uns auf Rügen war, hatte sie eben diesen Tauschkessel. Aber soviel ich weiß, ist er heute nicht mehr, oder zumindest zur Zeit nicht in Benutzung.


    Ob die neue HSB-Werkstatt tatsächlich kurzfristig die komplette Hauptuntersuchung von Kesseln in Eigenleistung übernimmt, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, was in der jetzigen Werkstatt schon alles an Kesseln gemacht wurde.

    Aber auch unabhängig davon könnte die Idee eines Kesseltauschs Sinn machen, wenn Fahrwerk und Kessel getrennt gefristet werden. Ich weiß nicht, ob die Fristen bei den HSB-Loks immer zusammen passen, oder ob Fahrwerks- und Kesseluntersuchungen auch schon getrennt wurden. Hab sowas zumindest im Zusammenhang mit HSB-Loks schon gehört. Läuft also die Fahrwerksfrist nach § 32 ESBO weiter und das Fahrwerk ist in einem entsprechenden Zustand, könnte die Werkstattzeit durch den Tausch des abgelaufenen Kessels mit einem aufgearbeiteten Boiler erheblich verkürzt werden.

    Wie gesagt, alles eigentlich schon lange erfunden...


    Über Vergangenes möchte ich hier nicht urteilen, aber die neuen vertraglichen Bedingungen sollten auch neue Anforderungen stellen. Ein Verkehrsvertrag ist eben ein Vertrag, den ein EVU zu erfüllen hat.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo,

    was ich an der Stelle noch nicht verstanden habe, warum hat man nicht schon länger mal von einer der vorhandenen abgestellten Loks den Kessel runter genommen und arbeitet Diesen als Tauschteil auf, sodass eine Lok mit abgelaufener Kesselfrist diesen Kessel erhalten kann um damit die anderen Fristen weiter fahren zu können. Ich habe mal gelesen dass man das bei der SDG mit dem Babelsbergern so handhabt?


    Gruß Michael

    Hallo Michael,


    zumindest hat man es in Oberwiesenthal eine Zeit lang so gemacht und für dieses "Umlaufverfahren" den im Werk Görlitz seinerzeit als Armaturenprüfkessel genutzten Altkessel der 99 788 genutzt. Wenn ich richtig informiert bin, werden die Kessel heute aber in Oberwiesenthal aufgearbeitet und man nutzt diesen Tauschkessel wohl derzeit nicht.

    Ob das für Wernigerode eine Beschleunigung bringen würde, weiß ich nicht, könnte es mir aber auch gerade im Hinblick auf die neue Werkstatt vorstellen, wenn man Kessel extern aufarbeiten lässt und die Fahrwerke zukünftig in Wernigerode untersucht. Aber welche der abgestellten Loks hat denn wirklich noch einen guten Kessel? Der sollte dann ja auch nicht nur eine Untersuchungsperiode halten.

    Das Konzept mit den Tauschkesseln ist übrigens schon sehr alt. Schon in den 1930ern ließ sich z.B. die DRG für ihre BR 03 lose Tauschkessel für eine möglichst zügige Aufarbeitung bauen. Und auch ohne zusätzlichen Kessel war die freizügige Tauschbarkeit für manches Raw eine wichtige Voraussetzung eines zügigen Aufarbeitungsflusses. Wenn das Fahrwerk fertig war, wurde einfach der "erstbeste" fertig aufgearbeitete Kessel des benötigten Kesseltyps auf den Rahmen gesetzt. So kam es sogar zu Kesseltauschen über Baureihengrenzen hinweg.


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Michael,


    vielen Dank für die Info. Da muss ich doch wohl endlich mal wieder in meine Bücher über die Harzer Strecken schauen. Dass die NWE ab Niedersachswerfen ein Anschlussgleis zum "Mittelbau Dora" betrieb, kann ich mich aus dem Transpress-Buch über die Harzquer- und Südharzeisenbahn noch erinnern. Sicher steht da auch irgendwo etwas zu Illfeld. Zwischen Kriegsende und Abstellung der sächs. I M lag aber noch viel Zeit. Was da wohl in der Zwischenzeit verborgen war?


    @Alle: Mir ging es nicht speziell um eine der gezeigten Loks, sondern überhaupt um die Frage, ob eine der abgestellten Loks wieder dampfen wird? Angesichts der ständigen Knappheit an Lokomotiven bei der HSB und angesichts des neuen Verkehrsvertrags, der ja wohl hoffentlich Lok- und Zugausfälle und Bespannungsänderungen, wie sie bisher schon fast die Regel waren, nicht mehr so einfach toleriert, wäre die eine oder andere Reservelok doch sicher keine schlechte Lösung. Auch weil die Ausbesserungszeiten immer länger werden.

    Ob nun neue Rahmen, oder neue Kessel usw., hab ich dabei mal außer Betracht gelassen. Ich kenne den Zustand der einzelnen Rahmen, Kessel usw. nicht, weiß aber natürlich auch, dass die oft im Nordhäuser Güterverkehr eingesetzten 99 7231 und 7233 wohl ziemlich verschlissen sein dürften. Aber wie wäre es mit der gezeigten 99 7246 oder auch mit 99 7235, 99 7238, 99 7242 oder auch 99 7244.

    Das sind jetzt nur Gedanken und ich bitte Euch, daraus jetzt keine detaillierte Machbarkeitsstudie zu erstellen. Aber wie steht Ihr dazu? Zusätzliche Dampfloks? Oder mit dem vorhandenen Park alle Register ziehen?


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Hallo Julian,


    wenn Du schon im GMWE-Buch von VGB geblättert hast, dann ist Dir die entscheidende Doppelseite mit Infos zu den Wagen 900-321, 900-322 und 904-061 wohl nicht aufgefallen?

    Das ist S 202/203 und hier berichten die Autoren, dass diese 3 Wagen im Werk für Gleisbaumechanik in Kirchmöser für einen Gleisbauzug für die Vietnamesische Eisenbahn hergerichtet wurden, nach Vietnam verbracht wurden, dort aber nicht recht zu gebrauchen waren, weil die klimatischen subtropischen Verhältnisse sich mit den Arbeitsbedingungen in diesen Wagen nicht vertrugen (mit eigenen Worten und stark verkürzt gesprochen).


    Ich erinnere mich auch, in irgend einer früheren Veröffentlichung Fotos dieses Solidaritätsobjekts gesehen zu haben. War es ein EK-Sonderheft DR vor 25 Jahren???


    Viele Grüße


    Dampfachim