Beiträge von railfox

    Hallo Erzgebirgsnebenbahner,


    Zitat:

    Was hier der Seitenhieb auf die Treuhand soll, hab ich nicht so richtig verstanden. Die Betriebe in der Gegend um Salzmünde waren nach 1990 tot, die konnte man nur noch abwickeln. Die Gebäude stammten größtenteils von vor 1945 und die Verkehrsanbindung war miserabel. Wenn man mal dort gewesen ist, versteht man das auch ...



    Das ist nicht richtig, was Du schreibst.


    Als Werkbahnredakteur einer Eisenbahnzeitschrift habe ich zum Unverständnis vieler Kollegen und Freunde von 1993 bis 2005 rund 90% des Gebietes der ehemaligen "DDR" bereist und vor allem Werk- und Industriebahnen erfasst. Dabei kam ich um 2000 herum auch nach Halle/Saale und Salzmünde.

    Im Gegensatz zu Deinen Pauschalisierungen waren im Raum Salzmünde nicht nur Ruinen und "abwicklungsreife" Betriebe zu sehen. Salzmünde bspw. hatte einen Saale-Hafen , indem ein immer noch moderner Getreidesilo der sog. "Einheitsbauart" aus den 1930er stand, der auch in meiner rheinischen Heimat noch an zig Stellen rumsteht und dort noch immer benutzt wird.


    Hier wäre ein trimodaler Umschlag (Wasser - Schiene -Straße) möglich gewesen, der Silo wurde jedenfalls noch genutzt und war eben nicht "tot".

    Da Du ja die 1990er Jahre als Kind verbracht hast, fehlt Dir leider das eigene Erleben, um gewisse Zusammenhänge zw. 1989 und 1995 zu begreifen:


    1) Der wirkliche Niedergang der Eisenbahn setzte erst nach 1994 ein, Stichworte sind u.a. "Mora C", "Ära Mehdorn", "Börsengang der DB".


    2) Stichwort Treuhand: Im Gegensatz zu Dir habe ich aktive und bereits abgewickelte Betriebe zwischen Saßnitz/Rügen und Oberwiesenthal/Fichtelgebirge aufgesucht. Ein erheblicher Teil war durchaus überlebensfähig (bspw. Kaliwerk Bischofferode, Nähmaschinenwerk Veritas in Wittenberge/Elbe, Traktorenwerk Schönebeck/Elbe, Fahrzeugwerke Suhl), aber die Treuhand verhinderte erfolgreich den Weiterbetrieb.


    Mit den durch die Treuhand vorschnell abgewickelten Betrieben verschwanden auch interessaante Anschlußbahnen, zu denen im weiteren Sinne auch die Culemeyer-Transporte zählten. Vielleicht hast Du jetzt den "Seitenhieb" auf die Treuhand verstanden?


    Glück Auf!


    -railfox-

    Hallo Marian,


    dieser Satz überrascht mich dann doch:


    "Direkt beim Insolvenzverwalter wollten wir nicht vorsprechen, es hatte ja scheinbar schon jemand zugeschlagen und ziemlich weit weg war es auch."


    1993 war ich beim Kreidefarbenwerk in Klemenvitz/Rügen: Dort teilte man mir mit, das die vorhandene Ns2f an einen Verein in Dresden-Klotzsche gelangt ist.


    War Rügen wirklich nicht so "weit weg " wie Rostock fragt sich etwas verwundert


    -railfox-

    Hallo zusammen und nachträglich noch ein frohes neues Jahr,


    Der Culemeyer-Betrieb in Salzmünde bei Halle/Saale galt nach der Wende als letzte DR/DBAG-Einrichtung in den damals noch "neuen" Bundesländern.


    Das Umladen und Zustellen mittels Kö in Salzmünde machte durchaus Sinn: Denn es gab wesentlich mehr Culemeyer-Fahtzeuge (dürften alle von der Waggonbaufabrik Gotha (vormals ein O&K-Werk) stammen als Straßen-Zugmaschinen.


    Somit konnte sich der Culemeyer auf den Pendel zwischen den Bahnhöfen beschränken und mußte nicht noch die zeitraubende Zustellung in die einzelnen Betriebe / Ladestellen durchführen - das machte dann die Kö.


    Leider habe auch ich diesen Betrieb nicht mehr kennengelernt, ebenso wie die Industriebahn Halle. In Zeiten vor dem Internet (das war 1991 noch so) erhielt man als "westdeutscher" Eisenbahnfreund ohne Verwandtschaft in der vormaligen "DDR" Infos nur über den "Modelleisenbahner", der nach der Wende auch in unserer Bahnhofsbuchhandlung zu erwerben war. Wenn dann im Modelleisenbahner zu lesen war, dass der Culemeyer-betrieb in Salzmünde eingestellt wurde, erhielt man bzw. ich zwei Infos:


    1) Oha, es gab noch Culemeyer-Verkehre unweit von Halle / Saale


    2) Schade, jetzt brauch ich dort nicht mehr hinfahren, denn der Betrieb ist ja eingestellt worden.


    Da macht das Internet vieles einfacher - aber die mich interessierenden Ziele in der vormaligen "DDR" verschwanden dort viel zu schnell - auch Dank den tlw. korrupten Treuhand-Mitarbeitern, die überlebensfähige Betriebe gegen eine westdeutsche "Aufmerksamkeit" vorschnell abwickelten. Besonders der Name von Birgit Breuel ist mir bis heute in negativer Erinnerung geblieben. Denn es gab entgegen den Beteuerungen der Treuhand durchaus wesentlich mehr überlebensfähige Betriebe, nicht alle Betriebe der "DDR" waren hoffnungslose Sanierungsfälle.


    Wenn dann jedoch die Treuhand einen Betrieb an einen im "Westen"" gescheiterten, unfähigen "Wessi" verscherbelte, der nur die schnelle Mark suchte, konnte auch die motivierteste Belegschaft ihren Betrrieb in den seltensten Fällen retten und in der Marktwirtschaft etablieren.

    Aber lassen wir das, ich muss sonst noch kotz....


    Glück Auf!


    -railfox-

    Als ein Unternehmen in öffentlicher Hand, dass wie nahezu alle Unternehmen im SPNV keine Gewinne erwirtschaftet (in Deutschland schaffen dies lediglich die Bayerische Zugspitzbahn und die rheinische Drachenfelsbahn als Bahnen, die allerdings auch keine ÖPNV/SPNV-Leistungen erbringen) und ihren Betrieb überwiegend mit Steuergeldern bestreiten, muss sich die HSB auch damit abfinden, das sich die Steuerzahler (also auch die Leser von DSO und Bimmelbahnforum) sich ihre eigenen Gedanken zu diesem Unternehmen machen und diese auch kundtun.


    Hier wird das Unternehmen weder diskreditiert, noch wird ein eh nicht vorhandener Börsenwert gefährdet , noch wird das Unternehmen HSB in eine existenzgefährdende Lage geschrieben.

    Zeitgenossen wie Rauchwolken oder jay´s haben hier ein offensichtliches Problem mit Begriffen wie Anständigkeit, Vertuschen von Fakten, Diskreditierung, legitimes Hinterfragen von Fakten etc. , die undifferenziert durcheinandergeschmissen werden.

    Solche Sprüche habe ich schon öfters gehört, vor allem in Firmen, die kurz vor dem Zusammenbruch (Konkurs, Insolvenz) standen und deren

    Verantwortliche alles versuchten, die wahre Lage des Unternehmens so lange wie möglich zu verschleiern bzw. zu leugnen.


    Wieviele Arbeitnehmer/Innen wurden in den letzten 30 Jahren beschissen, in dem ihnen vorgegaukelt wurde, durch Lohnverzicht, Verzicht auf Weihnachtsgeld, Entfall von Urlaubsgeld , unbezahlte Mehrarbeit usw. könnten sie den Betrieb bzw. ihren Arbeitsplatz retten. In 90% der Fälle wurde das Ende der Firma lediglich hinausgezögert, vermieden wurde es nicht. Der Dumme war neben den Gläubigern auch der/die Arbeitnehmerin, die sich selbst ausbeutete und letzten Endes mit endgültigem Arbeitsplatzverlust bei dem notleideneden Unternehmen "belohnt" wurde.

    Auch bei der HSB liegt seit Jahren einiges im argen, wer das hier nicht sehen oder erkennen will, der hat leider die rosarote Pufferküsser-Brille auf,

    die nur die "schönen" Seiten der Schmalspurbahn erkennen läßt, aber dunkle Wolken am Horizont nahezu ausblendet.


    Es ist daher irgendwie bezeichnend für die neuen Bundesländer, dass in Thüringen (in Gera) der erste kommunale Straßenbahnbetrieb in Deutschland nach 1945 in die Insolvenz gehen mußte. (Ich höre jetzt schon die Stimmen, die behaupten werden, das lag an allem möglichen - nur nicht an den Bürgern von Gera selbst).


    Zum Schluß:


    Es werden die Zeiten kommen, wo sich die HSB noch viel schwerwiegenderen Aussagen "erwehren" müssen, nämlich dann, wenn sich Investigativ-Journalisten den Vorgängen rund um den Brocken annehmen werden. Das werden Rauchwolke und jay787 noch die Kinnläden herunterfallen.


    Glück Auf!


    -railfox-

    Ist es jetzt wieder soweit, dass uns ein Sachse (diesmal kein Leipziger, sondern ein Dresdner) vorschreiben möchte, worüber wir reden und schreiben dürfen? Ich dachte, das hätten wir seit 1989 hinter uns.


    Ja, hier sollte auch über "Gerüchte" diskutiert werden dürfen, die anderen ganz und gar nicht schmecken. Bekanntlich ist an jedem Gerücht auch etwas Wahrheit dran, und durch "Whistleblower" in allen Bereichen des Lebens sind schon oftmals Dinge ans Tageslicht gekommen, die die Verantwortlichen am liebsten ganz tzief unter den Teppich gekehrt hätten oder aber am liebsten erst um 5 vor 12 als "Katze aus dem Sack" lassen möchten.


    Das im Harz etwas gewaltig schiefläuft und sich aufgrund der Rahmenbedingungen etwas unheilvolles für die HSB zusammenbraut, konnte ich schon im Januar des Jahres bei einer Dienstreise nach Nordhausen feststellen. Ein fatales "weiter so" wird nicht mehr lange gutgehen.


    Aber solange die Politik für den Gesamtharz (damit meine ich alle 3 beteiligten Bundesländer) kein schlüssiges Konzept zustande bringt, wird es den Harz als Tourismusstandort nicht wirklich nach vorne bringen und damit letztendlich auch nicht der HSB dienen.


    Daher gehen mir die Forderungen von jay 787, wie wir hier zu diskutieren haben und über was gesprochen werden darf und über was nicht, doch zu weit.


    Glück Auf!


    -railfox-

    Hallo Mathias,


    zu Deinen Fragen ein paar Antworten:


    1) Deine Aufnahme zeigt keine "Bimmelbahn", sondern ein waschechtes Eisenbahnfahrzeug in 1000 mm Spurweite. Da Dein Foto nicht den ganzen Zug zeigt, vermute ich mal, dass es zwei Fahrzeuge waren. Dann wäre es ein sogenannter "OEG-Halbzug" gewesen, die bis in die 1970er Jahre noch im Planbetrieb waren.


    2) Die Lackierung ist mitnichten "seltsam" oder gar ein Sponsoring der Mannheimer "Eichbaum"-Brauerei (seitdem mein Arbeitgeber in Mannheim sitzt, komme ich öfter dorthin, vor dem Eichbaum-Bier haben mich die meisten Mannheimer - Arbeitskollegen, Hotelmitarbeiter, Passanten, Studenten - gewarnt, weil die Brauerei neben dem Hauptfriedhof liegt und das Wasser schlecht sei - und in der Tat, eine wirkliche Wohltat für den Bierfreund sind die Eichbaum-Biere wirklich nicht, in Ludwigshafen trinkt man Bellheimer, welches nicht nur mir um Längen besser schmeckt).


    Schon in den 1960er Jahren hatte die OEG diese historische Lackierung an einigen Oldtimerfahrzeugen nach hist. Vorbild angebracht.


    3) Zufällig sah ich letzte Woche einen morgendlichen Verstärkerzug (Berufsverkehr oder Schülerzug- keine Ahnung), der aus zwei alten OEG-Düwag

    bestand und an der Hst. "Tattersall" vorbei vom Hbf kommend in Richtung Wasserturm fuhr. Da ich den Zug nur zufällig von der Seite sah, kann ich Dir leider nicht sagen, wohin er fuhr. Es war gegen 7 .00 Uhr morgens.


    Ich fuhr auf der Linie 1 in Richtung neue Feuerwaache/Hochschule Mannheim, die Züge sind morgens und abends extrem voll, Sitzplätze fast immer Mangelware.


    Ein OEG-Dampfstraßenbahnwagen (evtl. DGEG-Besitz?) landete in den 1980er Jahren bei der Brohltalbahn und wurde 1988 von mir dort in dem "Hist. Alt-Grün" angetroffen. Wo der Wagen heute ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Soweit in Kürze


    Grüße


    -railfox-

    Ob es Euch gefällt oder nicht, Deutschland ist schon ein zweisprachiges Land (deutsch/englisch).


    Damit haben haben zugegebenermaßen die Generationen mit Geburtsjahr vor 1965 (alte Bundesrepublik) und vor allem unsere Landsleute aus der DDR ein nicht zu leugnendes Problem, dass den jeweiligen Zeitumständen geschuldet ist, nicht den Menschen (um Mißverständnissen gleich vorzubeugen).


    Aber wie das in Deutschland nunmal so ist, wir tun uns in vielen Dingen schwer mit Veränderungen.


    Ich habe das Glück, in einem Ballungsraum zu leben, wo es mittlerweile normal ist, von Fremden in englisch angesprochen zu werden und ich bin auch froh, dass ich mit Hilfe meines Schulenglisch diesen Leuten in 99% eine für sie verständliche Antwort geben kann.


    Aber auch bei uns gibt es Englisch-Totalverweigerer. Doch das sind dann in der Regel jene geringer qulifizierten Zeitgenossen, die grundsätzlich das Erlernen einer Fremdsprache ablehnen und sich zunehmend wundern, warum sie sich in dieser Gesellschaft immer öfters ausgegrenzt fühlen.


    Natürlich gibt es auch üble Fehlentwicklunhgen, vor allem in der Politik und besonders in den Medien ist dies festzustellen, wenn ein "Denglish" besonders cool und gebildet wirken soll. Teilweise geht es sogar in den Bereich der Volksverdummung.


    Warum z.B. "community" statt "Gemeinschaft" in einem ansonsten in deutsch gesprochenen Satz?


    Aber, daran geht kein Weg vorbei: Englisch ist zwar angeblich nicht die meistgesprochene Sprache (da soll China auf Platz 1 liegen), sie ist aber global gesehen die meistverbreitestste Sprache.


    Und so werden wohl nur ewiggestrige die englische Sprache in einem deutschen Eisenbahnforum ablehnen werden - für mich auch ein gewisser Ausdruck von Hilflosigkeit/sich abgehängt fühlen/ sich ausgegrenzt fühlen.


    Yes, I support my local dealer.


    Best wishes


    -railfox-

    Hallo ,


    kann mir bitte jemand folgenden Begriff erklären, ich habe in meinen sämtlichen Unterlagen (auch aus DDR-Zeit) leider nichts finden können.

    Vielleicht habe ich aber auch nicht gründlich genug gelesen?


    Zitat:


    "Wenn die Maschine die erste Schentierung gemacht hatte,"


    Was bitte bedeutet eine "Schentierung" fragt sich


    -railfox-

    Hallo rwer64579,


    Zitat:

    "Dies ist ein Forum, jeder kann seine Meinung vortragen, muss aber nicht erwarten, dass andere sie teilen."


    So ist es. Daher lasse ich mir auch nicht von Dir und anderen meine Meinung hier verbieten. Wenn Dich meine Beiträge nerven, dann lies sie einfach nicht. Da ich hier niemanden persönlich angreife, wirst Du und andere damit leben müssen, dass mir diverse Druckerzeugnisse (wie jene Kellerhefte) nicht gefallen und ich es hier gelegentlich (nicht ständig!) kundtue.


    So einfach ist das mit der freien Meinungsäußerung.Punkt.


    Beste Grüße , auch nach Südhessen



    -railfox-