Beiträge von railfox

    Schlimm, schlimm.....


    Hallo Paul,


    wo habe ich eigentlich das Wort "schlimm" benutzt?


    Ja, ich finde es als eisenbahn- und technikinteressierter Mensch bedauerlich, daß


    - in Deutschland keine aktiven Steinkohlenbergwerke mehr existieren


    - immer mehr Stahlfachwerkbrücken durch schlichte Betonbauwerke ersetzt werden


    - die Anzahl der Gasometer kontinuierlich schwindet


    - in Deutschland nur noch 5 aktive Kokereien existieren


    - in Deutschland nur noch 8 Hochofenwerke für Rohseisen existieren


    - das neue Schiffshebewerk in Henrichenburg (Bj. 1962 ) stillund leise vor sich hin gammelt


    - bis heute kein 360-Grad- Ringlokschuppen der deutschen Staats-Eisenbahn dauerhaft gesichert ist


    - Industriedenkmäler diverser Art in Nacht- und Nebelaktionen verschwinden


    - traditionelle Industrien aufgrund einer ausufernden und verfehlten "Globalisierung" verschwinden müssen


    - mir keine aktiven Dampfmaschinen bekannt sind, die nicht für museale Zwecke an ihrem Originalstandort erhalten werden. Die letzte aktive Dampfmaschine (nicht mit Druckluft angetrieben, nicht vor sich hinrostend, nicht in ein Museum transloziert )habe ich um 2000 herum bei den Steinkohlegruben an der Saar gesehen



    - aktive Grubenbahnen im Untertagebereich nahezu verschwunden sind (Museumsgrubenbahnen üben auf mich nunmal keinen Reiz aus und interessieren mich nicht)


    - ich habe beruflich diverse aktive Gruben bzw. Zechen in Deutschland befahren, wer wie ich aktive Bergwerke und ihr eigenes "Flair" kennengelernt hat, und dann Museumsbergwerke aufsucht (habe ich auch), wird einen Unterschied wie Tag und Nacht feststellen. Daher interessieren mich auch "Museumsbergwerke" nicht wirklich - sie sind für mich schlicht uninteressant und reizlos.



    Wenn ich Dich richtig verstehe, wäre ja dann auch eine Umstellung der sä. ÖPNV-Schmalspurbahnen auf Busse ja nicht "schlimm", denn mit der Preßnitztalbahn, Schönheide und Rittersgrün sind ja bereits hervorragende Schmalspurmuseumsbahnen bzw. -museen vorhanden, oder?

    Micha schrieb:

    "das Natursteinwerk Theuma gehört wohl nicht zu Deutschland, weil es im Vogtland liegt?"


    Ja, das wird dann wohl so sein, wenn Du das schon feststellst. Vogtland mit der Haupststadt Plauen ist ja umgeben von den vier Staaten Tschechien (Böhmen), Bayern , Thüringen und Sachsen, in die es tlw. naturräumlich hinreinragt. (Zwei der namensgebenden Vögte stammen bekanntlich aus Greiz bzw. Gera) Dann liegt Theuma vmtl. auch nicht in Deutschland ;-))


    -railfox-

    @Micha:


    "

    Schiefer wird für verschiedenste Produkte gewonnen...allerdings eine Produkbezeichnung "Schieferschnickschnack" könnte sich "Railfox" noch für sich schützen lassen...den findet man nämlich beim ernsthaften Handwerk nicht..."


    Der Witz mit dem ernsthaften Handwerk war echt gut - zumal ich selbst vor langer Zeit einen Handwerksberuf erlernt habe.


    Spätestens, als der Meisterzwang für so Berufe wie


    1. Fliesen-, Platten- und Mosaikleger

    2. Estrichleger

    3. Uhrmacher

    9. Metall- und Glockengießer

    5. Gold- und Silberschmiede

    6. Parkettleger

    7. Rollladen- und Jalousiebauer

    8. Damen- und Herrenschneider

    9. Segelmacher

    10. Kürschner

    11. Schuhmacher

    12. Sattler und Feintäschner

    27. Raumausstatter

    13. Müller

    14. Brauer und Mälzer

    15. Textilreiniger

    16. Gebäudereiniger

    17. Fotografen

    18. Buchbinder

    19. Buchdrucker: Schriftsetzer; Drucker

    20. Siebdrucker

    21. Orgel- und Harmoniumbauer21

    22. Klavier- und Cembalobauer

    23. Geigenbauer

    24. Metallblasinstrumentenmacher

    25. Holzblasinstrumentenmacher

    26. Zupfinstrumentenmacher


    und viele weitere


    abgeschafft wurde, treibt sich im ach so ehrbaren und ernsthaften Handwerk eine Menge Gesindel, Kurpfuscher , Scharlachtane und sonstige Nixversteher rum, die nur noch Schnickschnack produzieren und abliefern. Für einige Berufe ist noch nicht mal der Nachweis eines Gesellenbriefes notwendig, trotzdem werden solche Typen auf ahnungslose Kunden losgelassen und liefern eine saumäßige Arbeit ab. Wenn der "Handwerks"-Kurpfuscher dann erstmal das Haus verlassen hat, ist guter Rat oftmals teuer - denn in Innungen o.ä. sind diese Tyypen ja i.d.R. nicht Mitglied.


    Also: Schnickschnack ist heute im tlw. verstümmelten deutschen Handwerkswesen fest etabliert, warum sonst berichten diverse Verbrauchersendungen regelmäßig von abgezogenen Kunden, die sich über eine mangelhafte Qualität des deutschen Handwerks beschweren?

    Hallo ,


    das Schieferbergwerk in Bayern fördert aber leider nur noch gelegentlich für "Schiefer-Schnickschnack", der vermeintliche "Bayerische Dachschiefer " kommt lt. homepage aber auch schon seit Jahren aus Galizien in Spanien, weil der bayr. Schiefer zu hart ist für die Verabeitung zu Dachschiefer.


    Daher wurde lt. homepage schon Ende der 1960er Jahre der Dachschieferabbau in der Schiefergrube "Lotharheil" eingestellt.


    Mit der Grube "Katzenberg" in der Eifel ist dieses "Gelegenheits-Schieferbergwerk" in Bayern m.E. nicht vergleichbar.

    Am Freitag, den 29.03. endete nach 226 Jahren der Schieferbergbau der Fa. Rathscheck auf dem Bergwerk Katzenberg in Mayen in der Eifel (Rheinland-Pfalz). Nachmittags wurde der letzte Förderwagen mit dem berühmten und namentlich geschützten "Mosel-Schiefer" zu Tage gehoben, der nach dem Verarbeiten der letzten Lagerbestände in Mayen dann nicht mehr erhältlich sein wird.


    Damit endete gleichzeitig der Betrieb von Deutschlands letztem Schieferbergwerk, dass zugleich das größte in Mitteleuropa war.

    Vorausgegangen war der Schließung ein öffentlich ausgetragener Streit zwischen dem Eigentümer der Fa. Rathscheck, dem in Neuss am Rhein ansässigen Familienkonzern Wilhelm Werhahn KG (u.a. auch Eigentümer der Basalt AG) und der Bergwerkwerkbelegschaft, wo rund 51 Beschäftigte (auch alle Kumpel) ihren Arbeitsplatz verloren. Ein vom Betriebsrat gewünschter Sozialplan kam erst einen Tag vor der Stillegung zustande. Obwohl das Bergwerk "offiziell" erst am 31.03.2019 stillgelegt wurde, war der letzte Tag der Förderung bereits am Freitag, der 29.03.2019, 15.00 Uhr.

    Bis Ende 2019 werden untertage Raubarbeiten (= Rückbau) durchgeführt, ebenso werden übertage die Abrißarbeiten beginnen.


    Möglicherweise geht ein Großteil zur Weiterverwendung nach Spanien, wo Rathscheck bzw. die Familie Werhahn aus Neuss jetzt das weltgrößte Schieferbergwerk betreibt.


    Zu den Gründen der Bergwerksschließung gibt es (wen wunderts?) unterschiedliche Sichtweisen:

    1) Der Verwaltungsrat der als öffentlichkeitsscheu bekannten Familie Werhahn erklärte 2018, dass die erst in 2016 aufgefahrene 11. Sohle in 400 m Tiefe (Teufe) aufgrund geologischer Störungen in 2018 kaum Förderung brachte. Zudem sei das Ausbringen deutlich unter die wirtschaftlich erforderlichen 12% gefallen und die Qualität stimme nicht mehr (d.h. von einem unter Tage gewonnenen "Schieferblock" = 100 % - muss nach der Verarbeitung über Tage wenigstens ein Anteil von 12% in guter Qualität "übrig bleiben" und verkauft werden können).

    Zudem soll in Kombination mit geologischen Störungen ein extrem hoher Gebirgsdruck zur einer geringeren Förderung geführt haben.


    2) Die Belegschaft (nicht nur der Betriebsrat) macht eine andere Rechnung auf: So seien in der 2016 aufgefahrenen 11. Sohle die Vorrichtungsarbeiten teilweise abgebrochen worden und somit sollen gar nicht alle der beabsichtigten Abbaustellen in Förderung gegangen sein.

    Zudem soll eine durch Untätigkeit und demotivierende Mitarbeiterführung gekennzeichnete Grubenbetriebsführung das Desinteresse der Eigentümerfamilie am Bergwerk Katzenberg über Jahre zum Ausdruck gebracht haben.


    Wie dem auch sei, die Familie Werhahn hat bereits vorgesorgt:

    Unter dem Markennamen "Monumentum" wurde ein Ersatzprodukt für den Moselschiefer gefunden bzw. kreiert, der nun bei zwei im spanischen Galicien ansässigen Schieferbetrieben gewonnen wird, die Rathscheck bzw. Werhahn vor 5 bzw. 10 Jahren aufgekauft hat.


    Aus unternehmerischer Sicht bieten sich nur Vorteile:


    1) Das Lohniveau in Galicien ist etwas "anders" als in der Eifel

    2) Der Schiefer wird teilweise auch im Tagebau gewonnen

    3) Die Ausprägung der Umweltstandards in Galicien dürfte sich "geringfügig" von denjenigen in der Eifel unterscheiden (trotz EU).


    Mit der Schließung der Schiefergrube Katzenberg in Mayen ist damit eine weitere Grubenbahn bzw. Feldbahn im Übertagebereich verschwunden, sodaß ich mich frage, wo gibt es in Deutschland noch Grubenbahnen untertage?


    Braunkohle (Tiefbau), Steinkohle, Schiefer, Kupferschiefer, Blei, Zink - alles weg.

    Evtl. noch in einem Kalibergwerk oder in einem Tonbergwerk?


    Grüße


    -railfox-

    Schade, dass sich Admin, Moderatoren & Co über hineininterpretierte Spitzfindigkeiten und bewußtes (?) Falschinterpretieren echauffieren anstatt sich über das eigentliche Thema der thermischen Entsorgung von Meterspurfahrzeugen auszulassen.


    Die daneben zu sehende Meterspur - Köf macht ebenfalls einen erbärmlichen Zustand - mir war bis heute nicht klar, dass diese Lok ebenso in der Wildnis entsorgt wurde.

    Werden die HSB jetzt - durch den Brand möglicherweise aufgeschreckt - in einer Blitzaktion in Gernrode tabula rasa machen? Ein Griff zum Telefonhörer für eine Auftragsvergabe an den nächsten Schrotthändler ist eine in Deutschland durchaus übliche Reaktion auf negative "Öffentlichkeitsarbeit" in den Medien.


    -railfox-

    Lenni:


    1) Text richtig lesen

    2) Text verstehen!

    3) Nachdenken

    4) Dann vielleicht antworten


    Ich verbitte mir, dass Du mir Worte in den Mund legst oder bewußt unterstellst, die ich so nicht im Zusammenhang geschrieben habe!


    Ich denke, wir haben uns verstanden, oder?


    PS: Wenn Du zukünftig Aussagen von mir nicht auf Anhieb verstehst oder bewußt falsch verstehen möchtest, schreibe mir doch ganz einfach eine PN, gelle.

    Dann müssen hier auch keine Mißtöne - welcher Art auch immer - auftreten.


    -railfox-



    PS: Thermische Entsorgung habe ich schon 1991 in der Vorlesung gehört, also ist der Fachausdruck nach 28 Jahren alles andere als neu.....



    u.a. Tippfehler beseitigt

    Nachdem die HSB und die Eisenbahnfreunde in Gernrode offenbar erkannt haben, dass der abgestellte Lok- und Wagenpark in Gernrode in seinem vollem Umfang wohl nicht mehr zu halten ist - Geld und manpower fehlt bekanntlich an allen Ecken und Enden - hat jetzt wohl mit dem thermischen Entsorgen der letzte Trauerakt in Gernrode begonnen:


    Thermische Entsorgung befreit HSB von Altlasten



    Traurige Grüße zum Thema "Erhaltung von 1000 mm-Fahrzeugen" von


    -railfox-

    Zitat Stefan:


    "Wenn man Einnahmen und Ausgaben gegeneinander aufrechnet, ergibt dass einen Fehlbetrag von 0,881 Mio €."


    Bilanzen sollte man nicht nur lesen, sondern auch verstehen können:


    Der Jahresverlust der HSB im Geschäftsjahr 2017 beträgt rund 9,0 Mio € und nicht "nur " die als Fehlbetrag deklarierten rund 831.000 € und setzt sich laut Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt zusammen:


    1) 7.498.000 € Subvention von Bund und Ländern (ja, das ist ein Verlust, denn diese Summe konnte das Unternehmen nicht aus eigener Kraft

    erwirtschaften)


    => Wer Subventionen als "positive Einnahmen" ansieht, was sie zunächst ja tatsächlich sind, belügt sich allerdings selbst.


    2) 668.740 € Verlustvortrag aus dem vorherigen Geschäftsjahr (das ist ein Verlust aus dem Geschäftsjahr 2016, der bis dato nicht durch

    entsprechende Gewinne ausgeglichen werden konnte)


    3) 831.000 € Fehlbetrag 2017

    _______________________________________

    Summe: 8.997.740 € => macht also einen "Schuldenberg" von rund 9.000.000 € der HSB, wenn man die finanzielle Situation mal ohne die rosarote Bimmelbahnbrille betrachtet.


    Auch eine Eigenkapitalquote von 13,7 % mag inzwischen für viele Unternehmen "normal" sein, gesund ist das aber bei weitem nicht und spricht nicht für das Unternehmen.


    Wenn man dann die Entwicklung der Selketalbahn beobachtet, kommt einem der Satz aus der Bilanz schon etwas merkwürdig vor:


    "Ziel der Geschäftstätigkeit der HSB muß es aber weiter sein, das weltweit einmalige Dampferlebnis Schmalspurbahnen im Harz in der Summe seiner Einmaligkeit dauerhaft zu erhalten und weiter zu entwickeln."


    Wie ist der Satz zu verstehen? Vom Rasenden Roland auf Rügen könnte man auch sagen: .....das weltweit einmalige Dampferlebnis Schmalspurbahnen auf Rügen......

    Jedes Jahr die gleiche Leier im Harz: Werfen von Nebelkerzen , um von den wahren (unangenehmen) Fakten ablenken zu können.


    Um die Wirtschaftskraft eines Unternehmens seriös bewerten zu Können, interesssen keine Umsatzzahlen- und erst recht keine Einnahmen, wenn diesen nicht auch zeitgleich die Ausgaben gegenüber gestellt werden - und die Anzahl der Fahrgäste fällt als relevanter Indikator zur Ermittlumg eines Jahresergebnisses schon mal ganz raus.(Ein Unternehmen kann 30% mehr Fahrgäste pro Jahr befördern- und trotzdem tief in den roten Zahlen stecken)


    Wer auch nur über ein klein wenig kaufmännische Grundkenntnisse verfügt, den interessiert der erzielte positive oder negative Ertrag, oder auch der Kostendeckungsgrad bei gemeinnützigen Unternehmen, die fast ausschließlich in "den roten Zahlen stecken".


    Solange die HSB beide Angaben (Gewinn/Verlust und Kostendeckungsgrad) hüten wie einen "HSB-Gral", wird die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt vmtl. die "Harz-Tourismusbespaßung namens HSB", also die 1000mm-Bahn, nicht als Geldvernichtungsmaschine wahrnehmen. Anders wird es vmtl. sein, wenn wirklich aussagefähige Zahlen auf den Tisch kämen- z.B. durch einen wünschenswerten "HSB-Whistle-Blower".

    Besonders der Kostendeckungsgrad wäre für mich von Interesse - ob er tatsächlich noch über 25% für das Gesamtnetz liegt?


    Aber nüchterne Zahlen, die schonungslos den wirtschaftlichen Zustand eines Unternehmens offenlegen, werden von den meristen Pufferküssern ja eh abgelehnt, denn dass sind ja eh nur Spaßbremsen eines " schönen Hobbys", außerden stören solche kaufmännische Zahlen eh nur bei dem Herausposaunen von Forderungen nach dem Wiederaufbau weiterer Schmalspurbahnen.


    Dabei sollte doch eigentlich ein "Via Wiltzschhaus" gereicht haben, oder?


    -railfox-