Beiträge von BRBler

    Hier noch ein Blick auf das Jerichower Netz. Vor der Abbestellung war ich in der Landesplanung in Sachsen Anhalt tätig. Als die Pläne konkret wurden, hat man mich und Kollegen dann in die Region zum Landrat und zu den Bürgermeistern bzw. Bürgersprechstunden geschickt. Es war für einen Eisenbahnfan wahrlich kein schöner Akt. Sicherlich war es abzusehen, dass bei fast 100% parallel verlaufender Straße die Bahn irgendwann mal den Staffelstab an den Bus abgeben könnte, aber noch waren in den 90er die Fahrgastzahlen zw. Genthin und Jerichow gar nicht so schlecht. Der Nordabschnitt nach schönhausen war dagegen echt ein Problem, aber lange Umsteigezeiten dort waren sicherlich ein Grund dafür.


    Die Genthiner Kleinbahn leistete sich in Jerichow einen hübschen modernen Bahnhof mit Bahnbetriebswerk. Wenn gewünscht wird, könnte ich ein kleines Portrait schreiben und auch Bilder vom heutigen Zustand...


    1992 war scheinbar ein fruchtbarer und sonniger Sommer, als der LVT über die Felder bei Redekin brummte.


    In Schönhausen trafen sich die Triebwagen der Jerichower Schiene und der LVT nach Sandau. Ich habe die damals bei einem Plandampf nur so mitgenommen... Interessant ist, dass die Strecke bis Schönhausen gut geschottert war, der Bahnhof selbst noch in Kiesbettung lag.

    wenn man wie ich am Bahnhof aufwächst und mit den quietschenden Geräuschen vom Ablaufberg mit V60, der tuckernden V75 und nicht zuletzt den 52er aufwächst, dann ist es um einen geschehen.

    Für mich gab es erst einmal die großen Dampfer, die ich dann auch im herangehenden Schüleralter anfing zu putzen und sogar Geld ausgegeben habe, irgendeine Karre dann ein rotes Fahrwerk zu verschaffen.

    Natürlich bestand die Gefahr, dass dann diese Lok dann Umbeheimatet wird oder kaputt gehen könnte.


    Irgendwann kam ich aber auch nach Oschatz, die kleinen IVK hatten es mir angetan. Deren Gelenktriebwerk, dass gemütliche klappern, der Qualm über dem Bahnhof Mügeln und Oschatz - ja das war für mich Kleinbahnatmosphäre.

    Und wir hatten idealerweise ein Ferienhäuschen in Baabe, ich war mehr an der Kleinbahn als am Strand zu finden. Mir gefielen damals die Burger Loks besser als die 3 Vulcan Maschinen, letztere hatten für mein damaliges Verständnis keinen Wasserkasten, dass sah für mich zu nackt aus.


    Der Spleen hat sich bis heute erhalten, auch wenn Interessen und Horizont heute breiter aufgestellt sind und das mit fast 53 Jahren - noch 12 mal schlafen :-)

    G.Holst Hallo in die Runde,

    ich hatte etliche Jahre die Seite Ferkeltaxe.de unter meinen Fingern, aber fehlende Zeit und fehlende Unterstützung hat mich dann bewogen das Projekt aufzugeben.


    Geblieben ist aber die Liebe zu den pausbäckiken Triebwagen, die ja in den 90ern nochmals eine ungewohnte Metamorphose hingelegt haben.


    Zum Eingangsbeitrag habe ich aber noch Bilder zum heutigen Zustand in Ziesar, denn da ist leider gar nichts mehr. Aus einem ländlichen oten ist heute nur noch die denkmalgeschützte Gebäude Substanz erhalten, aber deren zustand ist auch nicht gut.


    In Güsen trafen sich die Bahnstrecken aus Jerichow und Ziesar und es gab wirklich Punktgleiche Abfahrten in diese Richtungen - eine Doppelausfahrt quasi...


    Jetzt ist auch der LVT nach Ziesar abfahrbereit, im Hintergrund das Bahnhofsgebäude der Kleinbahn.


    Einfahrt in den Bahnhof Ziesar, der eigenwillige und interessante Lokschuppen wurde schon seit Jahren nicht mehr genutzt.


    Das bekannte Standardmotiv - der Bahnhof Ziesar - bitte Ziiii-eeesar aussprechen :-) - hatte ein an die norddeutsche Backsteingothik erinnernde Architektur erhalten. In Brandenburg an der Havel findet man solche Elemente an Kirchen und Rathaus wieder.


    Insgesamt hatte die Kleinbahn alle Bahnhofsgebäude sehr ansprechend und aufwändig gestaltet.


    Heute schaut es hier so aus, das Gebäude wird noch bewohnt, aber es fehlt eine klare Nutzung und eine Hoffnung auf ein kl. Bahnmuseum ist inzwischen auch dahin


    Blick über den Bahnhof zum Bahnhofsgebäude, es gab noch in den 2000er Versuche eines recht windigen Vereines hier bahnverkehr anzubieten, aber dazu kam es nicht. Der verein ließ dann lediglich die Gleise entfernen.


    Der Lokschuppen steht heute mitten im Wald...


    Blick noch nach Tuchheim, was zwischen Ziesar und Güsen liegt, einst ein stattliches Gebäudes und Gaststätte, heute leider eine Ruine

    Nun möchte ich noch ein Ereignis vorstellen, wo Nossen noch einmal so richtig im Vordergrund stand. 1988 feierte man das Bahnhofs Jubiläum und hier war alles an Museumsfahrzeugen da, was man in der Umgebung beschaffen konnte. besondere Highlights waren 86 501 und 50 2740, welche ja bekanntlich keine Museumsloks waren und bei denen das Gerücht schon im Raum stand, dass diese verkauft werden.


    Es ist schon eine Freude, wenn man sich anschaut, wie groß das Echo auch in der Bevölkerung war. Heute gibt es nur noch selten derartige Veranstaltungen und Umfang und Aufwand sind dann auch noch kleiner.


    Vorbereitungen für die Ausstellung


    86 501 ist Zuglok und 23 1113 schiebt den Veltener Traditionszug nach. Befahren wird die Strecke Nossen-Freiberg bis zum Bf. Großvoigtsberg


    Richtung Freiberg ist schon eine gute Steigung zu überwinden, diesmal hängt 23 1113 am Zwickauer Traditionszug.


    Mehrere male wurden die Zugloks getauscht, wie auch das Wagenmaterial


    Eine P8 in der alten Rollwagenhochburg, mich wundert, dass 38 205 nicht zugegen war


    Diesmal hängt 23 1113 als Schlusslok am Tradizug, unweit des Nossener Klosters Altzella


    Bimmelbahnromantik mit 86 501


    50 2740 schiebt den Sonderzug nach


    Im Bf. Nossen hat man eine kleine Ausstellung aufgebaut, u.a. die 50 3536 als Vertreter der Einsatzsloks des Bw Nossen


    50 2740 verlässt mit Volldampf den Bf. Nossen. Interessant ist der Post Wagen am Traditionszug, welchen ich danach nicht wieder gesehen habe


    Im Bf. werden die einzelnen Fahrzeuge in einer Parade vorgestellt


    Für 23 1113 ist es ein Heimspiel - Schade, dass diese DDR Neubaulok nach der Wende von einigen DB Entscheidungsträgern als Ulbrichtlok als nicht erhaltungswürdig eingestuft wurde


    Auch sie ist nicht mehr in der alten Heimat, kam hier aber noch mal richtig in Aktion



    50 2740 war eines der letzten nicht musealen Altbauloks und wurde an die Ulmer Eisenbahnfreunde verkauft. Das diese Lok erhalten geblieben ist, hat einem zwar gefallen, leider verschafft man der 50 ein DB Outfit mit DB Laternen und eine Rauchkammertür ohne ZV. Wenn man schon das Aussehen verändern wollte, dann im Originalzustand - aber ich bin da nicht für derart fiktive Spielereien.


    Auch 86 501 präsentiert sich auf der Drehscheibe, sie war zum Schluss Ersatzteilspender für 86 001 und wurde an die ÖGEG verkauft


    Stelldichein im Bw Nossen


    Eine Preußin in Sachsen, auch 38 1182 zog den Sonderzug nach Großvoigtsberg, der Ort liegt an der ehm. Bahnstrecke nach Freiberg


    23 1113 beim umsetzen


    Die Paradelok - 50 1002 auf dem Ausstellungsgleis


    50 849 stand als Museumslok im Schatten der 1002 und wie man sieht zu unrecht. Schon lange ist in der typischsten deutschen Einheitsgüterzuglok das Feuer aus

    Nun möchte ich den Plandienst in den letzten Dampfjahren beleuchten. Auch im wunderschönen Nossen erloschen langsam die Feuer und die Umlaufpläne wurden immer weiter gekürzt.

    Hier sehen wir 35 1113 mit dem Eilzug Riesa-Dessau. Die Lok selbst kam mit einem Personenzug aus Nossen und beförderte diesen dann als beschleunigte Fuhre weiter. Eine Zeitlang war sogar eine 50 planmäßig bis Riesa Vorspann (1984)


    An einem sonnigen Wintertag 1987 kam 50 3603 in den Bf. Nossen hineingerollt


    Der Nahgüterzug aus Nossen hat Abends sein Ziel in Großbothen erreicht,

    hier trafen sich zu guten Zeiten die 52.8 aus Engelsdorf und die 50 aus Glauchau. Ich selbst habe solche Treffen leider nie erlebt.


    In Döbeln kam es dagegen schon zu Begegnungen anderer Dienststellen. Denn hier fährt die Karl-Marx-Städter 50 3644 aus den Bf. Döbeln in Richtung Heimat Bw. Auch hier lag gut Schnee.


    Mit einem Gmp rollt 50 3603 in den Bf. Rosswein ein. das der Personenzug mit Güterwagen gekuppelt wird, war nicht planmäßig, evtl. war eine Lok ausgefallen.


    Mit samt den Fahrgästen wurde auch in Rosswein rangiert, jetzt konnte die Fahrt fortgesetzt werden.


    Ankunft in Großbothen, 50 3636 hing diesmal vor dieser Leistung


    Nachdem umsetzen steht die 3636 Abfahrbereit, wegen des Regen hat das Personal sich für die Rückwärtsfahrt vorbereitet. Die Neubautender waren wenig beliebt in Nossen.


    In Nossen wird dagegen die 50 3603 für die nächsten Touren vorbereitet


    Während andere BW mit den großen Kohle EDK prahlen konnten, hat Nossen nur einen kleinen Raupenkrahn vorzuweisen, dass passt schon wieder zur Schmalspurvergangenheit des Bf.


    In unmittelbarer Nähe der Klostermauern des Kloster Altzella begegnete mir 1985 50 3539 mit einem Nahgüter nach Döbeln.


    im Jahr 1985 war noch richtig leben im Bw und der 2 Tageplan sorgte noch für genügend Aufgaben. Ansonsten ging es hier sehr beschaulich zu.


    Achtlos auf dem Rand gestellt wurden die Loks mit Fristablauf. Hier sehen wir eine Hilbersdorfer Lok, die nur noch zu Heizdiensten in der Einsatzstelle Freiberg genutzt wurde. Dahinter 50 1002


    50 3603 steht Abfahrbereit mit einem Personenzug nach Riesa über Lommatzsch


    Noch 1988 stand die herrliche 50 1002 gut konserviert im Bf. Nossen auf dem Rand. Ende der 70er Erhielt die 50 1002 auf Initiative einiger personale und des Bw Chef die Windleitbleche der 01 2207.

    Als Nicht Museumslok mit der hohen Nummern gewann die Lok geradezu Kultstatus und war sogar beliebter als die 50 849. Letztlich sollte sie auch als Ersatzteilspender für die 50 849 dienen und hätte so sogar zu DDR Zeiten der Verschrottung entkommen können. Dennoch wurde die Lok an die ÖGEG verkauft und davor die Bleche abgebaut und an der 44 1106 verwendet.


    Traktionswechsel in Nossen

    Hallo Oliver,

    da bringst Du mich auf eine Idee, die Wipperliese als Streckenportrait.


    Und hoffen wir auf neue innovative Ideen auf der Thyraliesel, die DB vermochte hier nicht so recht Fahrgäste in die Züge zu locken.

    Man muss es wollen und dann klappt es auch.


    Hoffen wir aber, dass Stolberg - einer kleinen Stadt, welche nicht mal einen Supermarkt hat - keinen irreparablen Kollateralschaden durch den Lockdown bekommt. Denn die schönen Häuser, Kirche und Schloss machen nur Spaß, wenn man auch in gepflegten Restaurants essen kann, oder sich ein Kaffee gönnen kann. Der Einzelhandel ist leider schon seit Jahren hier stark auf dem Rückzug.


    Stolberg selbst muss nämlich auch Anreize schaffen, dass Schloss kann besichtigt werden und es gibt die alte Münze. Es gibt vor allem tolle Abendführungen in beiden Museen. Stadtführungen werden ebenso angeboten und selbst kann man auf urig romantischen Pfaden die Stadt umrunden mit besten Blick auf Stolberg.