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Beiträge von BRBler

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 16. Februar 2026 um 14:14

    So, jetzt wollte ich noch einmal das Kapitel Engelsdorf und Eilenburg behandeln. Wie ich schon erwähnte, verkehrten zwei Umläufe täglich von Engelsdorf nach Eilenburg. Ab 1988 dann nur noch ein Umlauf. Den morgendlichen Umlauf habe ich nie gesehen, er war ja schon kurz nach 6:00 Uhr auf der Rücktour. Interessanter war da der Dg55619 an in Eilenburg 16:21 und ab mit N66624 ab Eilenburg 19:07 Uhr. Diese Leistungen waren auch relativ pünktlich, natürlich gab es ab und an auch hier mal Abweichungen.

    Dier Tatsache, dass man eine Dampflok direkt am Bahnsteig hatte und hier bequem fotografieren konnte ohne Stress mit der Transportpolizei, sorgte für einen wahren Boom an Eisenbahnfans. Immerhin stand die Lok gut 45 Minuten vor Abfahrt am Zug. Man konnte sich mit dem Personal austauschen. Bis zum Ende der Dampftraktion sollten es am Abend immer mehr werden, welche den 66624 besuchten.

    Im Jahr 1988 hatten wir noch dass Glück, das die Elektrifizierung der Strecke Taucha - Eilenburg zur Sperrung der genannten Strecke sorgte und u.a. das o.g. Zugpaar den Laufweg über Wurzen hatte, wobei die im Güterverkehr bediente Nebenbahn Wurzen - Eilenburg befahren wurde. Dieses kleine Intermezzo war ein einmaliges Glück und wer motorisiert war, konnte beste Motive abgreifen.

    Eine Engelsdorfer Lok beendete schließlich im Mai 1988 die Dampfzeiten in Eilenburg und nur noch Sonderfahrten nutzten den Wasserkran in Eilenburg, bis auch das ab 1992 Geschichte war.

    In der Nähe von Wölpern lässt sich 52 8186 mit ihrem Dg55619 Richtung Eilenburg rollern. Rechts befinden sich Sumpfwiesen, welche durch ihren Orchideenreichtum bekannt sind, aber für so etwas hatte ich damals keine Zeit und keinen Blick.

    Die Strippe hängt nun und dennoch dampft es unterm Fahrdraht. 52 8186 (erkennbar am silbernen Schornsteinring) hat mit Dg55619 Eilenburg erreicht. Die Wasserkräne erhielt noch wenige Jahre zuvor einen neuen Anstrich.

    Dann geht es zum Wasserholen in die Einsetzstelle und es wird natürlich gedreht.

    Hier war dann auch für das Personal die Möglichkeit, eine Pause zu machen. Knapp 90 Minuten standen zur Verfügung, abhängig auch, was an der Maschine noch zu machen war. 52 8027 war nicht sehr lange im Streckendienst, so bereitete immer Sorgen.

    Danach ging es dann an den N66624. Je nach Zuglänge war dann zu entscheiden, auf welchen Gleis er abfuhr, meist reichte das Gleis 4 am Bahnsteig. 52 8077 hatte eine leichte Fuhre und stand sehr weit hinten am Büdchen der Aufsicht.

    Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Bild in der Sammlung schon dabei war, aber das ist der Gegensatz zu dem Zug der 52 8077, denn der Zug war hier doppelt so lang und reicht fast ans Ende des Bahnsteiges. Stolz plaudert der Wagenmeister mit dem Personal, er wusste, dass er von mir Bilder von seiner Arbeit bekam.

    Auch wieder Bahnsteig 4 mit N66624, der D Zug aus Frankfurt / M nach Frankfurt / O wird gleich erwartet und dann kann der Dampfer los....

    Mit Volldampf verließen die Engelsdorfer den Bahnhof Eilenburg. Denn bis Hinter Wölpern (7 km) ging es stetig in einer Steigung mit Bogen. Wenn der Zug dann ein ordentliches Gewicht hat, dann war es um so schwerer für den Heizer.

    52 8186 auf der Strecke Wurzen-Eilenburg, schon beim herabrollen an der ehm. Ziegelei in Eilkenburg.

    Kurz vor der Einfädelung auf die Strecke Cottbus - Leipzig befindet sich hier das Einfahrtsignal. Dieser Bahndamm wurde beim Hochwasser 2002 zu einem großen Teil zerstört, aber wieder aufgebaut. Es waren schon die letzten Dampfeinsätze, in wenigen Monaten sollte das Ende kommen.

    Grün/Gelb - 52 8119 kann jetzt nach Eilenburg rollen, viel Kraft braucht sie nicht, es geht ja weiter bergab.

    52 8186 überquert die alte Muldebrücke, im Hintergrund das Eilenburger Chemiewerk. Solche Aufnahmen waren nur durch die Umleitung über Wurzen möglich gewesen.

    52 5448 des Bw Engelsdorf in der Einsatzstelle Eilenburg, 1986

    Auch wenn nicht besonders gut geworden, so dokumentiert das Bild das abendliche Flair in der Einsatzstelle. 52 5448 rollt zum N66624.

    52 8028 steht schon am Zug, sie war auch nicht sonderlich lange im Einsatz. Dafür hatte sie eine besonders interessante "Stimme" und klang eher fauchend, wie PKP Dampfloks. Ich weiß nicht, ob man bei Ihr etwas manipuliert hat. Außerdem hatte sie ziemlich krumme Umläufe. Sie verschwand noch 1986 in den Heizdienst.

    Bei Dieselausfall konnte man das Glück haben und es verkehrte eine 52.8 vor dem Reisezug. Hier eines der wichtigen Pendlerzüge P6970 ab Eilenburg Ost - hier Halt in Leipzig-Heiterblick.

    52 8119 mit ihrem wuchtigen Schneepflug in 1985 am Bahnsteig 4.

    52 8154 verlässt mit N66624 den Bahnhof Eilenburg und überquert die Brücke des Mühlgrabens. 1987

    Das ist keine Lokausstellung :) Irgendwie standen die Loks am Ra 12 Schlange und wollte zu ihren Zügen. Der 66624 stand wie immer am Gleis 4 bereit, 52 8186 war aber noch am Gleis 2 an zweiter Stelle. Diesel und E habe ich damals gar nicht erst fotografiert, schade eigentlich.

    Am 29.5.1988 verkehrte mit Dg55619 der letzte Dampfzug nach Eilenburg. Am ehemaligen Bahnhof Thallwitz gab es einen kurzen Halt und dann ging es weiter, da es bergab ging, natürlich mit angezogenen Bremsen. Es war eine tolle Geräuschkulisse und die Rauchwolke - man möge es uns heute verzeihen - so wunderschön fett.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 13. Februar 2026 um 12:18

    Nun widme ich mich noch der ex Kursbuchstrecke 215 (Leipzig-Falkenberg-Cottbus). Wie schon erwähnt, waren die Eilenburger Loks mit einem Umlauf an das Mutter Bw angebunden. Nach der Wiederaufnahme 1981, war man 1984 mit 7 Planloks auf dem Höhepunkt und das sollte nicht lange anhalten. Falkenberg selbst setzte neben der Eilenburger Stammlok, zwei weitere Loks nach Eilenburg ein. Gefahren wurden Nahgüterzüge und Durchgangsgüterzüge. Die Nahgüterzüge rangierten in Mockrehna und Torgau, Doberschütz wurde von einer Übergabe bedient, welche ebenfalls mit Dampf bespannt wurde. Echte Überraschungen gab es nicht und wie schon erwähnt, waren die Strecken eher flach und wenig Abwechslungsreich. Dafür hatte ich das Glück, das Falkenberg noch drei betriebsfähige Altbauloks auf die Strecke schickte, wovon eher 52 5448 im Einsatz war, 52 5660 und 52 54679 waren Rerserveloks.

    An einem frühen Herbsttag 1986 rauschte 52 8120 mit N66645 nach Wurzen, die Steigung bis Thallwitz heraus.

    52 8105 hat einen wahren Lumpensammler am Haken. Mit N66615 ging es gegen 15:30 nach Falkenberg. Wie alt mag wohl die Fachwerkhütte der Bm hier sein? Zu sehen ist die seltene Anordnung eines Ausfahrsignals auf der falschen Seite, welche durch eine Fachwerktafel gekennzeichnet wurde.

    52 8174 verlässt mit einem Ganzzug die Stadt Eilenburg und befährt die alte Muldebrücke. Mit metallischen klappern und krachen, konnte man die Überfahrt gut vernehmen.

    Monate später startete der Abbruch der Muldebrücke, welche dreigleisig ausgeführt war. Hier existierte nur noch das Brückenelement der Verbindung nach Eilenburg Ost, die Träger im Nebengleis entsprechen noch der Bauform vor dem Krieg, wegen Beschädigungen durch Sprengungen und Beschuss, wurden viele Teile nach 1945 erneuert.

    52 8039 übernahm ab 1987 die Leistungen der 52 8105. Inzwischen besaß sie sogar wieder Verkleidungen der Einströhmrohre und der WDA. Sie verlässt gerade mit N66614 die Muldebrücke. Interessant sind die Waggons der Bm.

    Vor Eilenburg Ost traf ich 52 8039 an, die verchromten Waschluken waren ein Gag der Personale und dafür wurden alte Radkappen verwendet.

    Wenn auch nicht ganz scharf, so wollte ich das Bild euch nicht vorenthalten, wie ein Mil8 Hubschrauber die großen Fahrleitungsmasten im Bahnhof Eilenburg setzte. das fotografieren solcher Einsätze war verboten, aber wo keine Kontrolle.... Dennoch war ich wohl zu vorsichtig und habe wenig Bilder davon. Es ist schon Wahnsinn, da kommt der Fortschritt mit moderner Elektrifizierung und gleichzeitig verkehrten noch Dampfloks in Eilenburg.

    Hier verlässt 52 8039 wieder den Bahnhof Eilenburg mit N66615. Die Quertragewerke der Fahrleitung stehen schon, aber Fahrleitungen sind noch keine gespannt.

    52 8039 bei Rangierarbeiten im Bahnhof Mockrehna. Hinter der kleinen Mauer rechts befand sich der eigenständige Übergabebahnhof der Kleinbahnstrecke Mockrehna - Schildau. Der Einsatz dieser Kleinbahn wurde auch von Eilenburg aus koordiniert.

    Schon 1984 traf ich in Eilenburg Ost auf die etwas schluffige 52 8092. Sie war zwar nicht die schönste, aber kochte gut Dampf und war zuverlässig.

    Ganz unbedarft lichtete ich 52 8041 ab, dabei war mir gar nicht aufgefallen, dass russische Militärfahrzeuge ins Bild rollten. Sowas konnte auch für Probleme sorgen.

    Bis 1986 war 52 8098 die Hofdame des Bw Falkenberg und eigentlich die einzige, welche ein wenig Glanz versprühte. Hier setzt sie gerade um und wird in kürze die Üb76661 nach Doberschütz übernehmen.

    Manchmal wird man doch noch überrascht und es gibt mal was neues im Bahnhof. Mehrere Tage standen diese drei Werkloks im Abstellbereich des Bw. Der G8 Tender gehört der BM und dient als Wasserwagen,. nicht zu sehen ist ein Wannentender, welcher als Teerwagen genutzt wird.

    Nochmals die Werkloks aus der Niederlausitz, Rechts der ausgediente Wannentender.

    Weil die Drehscheibe zur Revision anstand, konnte 52 8039 nicht gedreht werden und fuhr rückwärts wieder raus. Auch hier erkennt man schon die Fahrleitungsmasten, aber noch ohne Strippe.

    52 8063 rollt in den Güterbahnhof zu ihrer Übergabe nach Eilenburg Ost. 1984

    Also 52 8120 von Wittenberg nach Falkenberg wechselte, war sie auch ein Aschenputtel. Hier rollt sie erstmals ins Bw Eilenburg im Frühjahr 1986.

    Und nochmals N66614 mit 52 8039 bei der Einfahrt in den Bahnhof Eilenburg. Landwirtschaftliche Geräte kamen aus Torgau und starteten mit dem Nahgüterzug ihre Reise.

    Am Abend ging es nach 21:00 Uhr mit N66616 nach Falkenberg. Am besagten tag 1986 war aber alles etwas anders. Die Engelsdorfer Leistung 55619/66624 hätte schon 16:21 in EB sein müssen. Probleme an der Maschine sorgten aber für gewaltige Verspätung, so das die Engelsdorfer erst 20:45 in EB eintrafen. Da war 52 8092 schon auf ihre nächste Runde vorbereitet. Erlebt habe ich das späte Zusammentreffen aber nie wieder.

    Fast vergessen hätte ich unsere "Landplage" 52 8063. Meine Hobbyfreunde lachten mich schon aus, weil ich oft das Gesicht verzogen habe, weil wieder 52 8063 im Bw stand. "Du wirst Dir noch wünschen, das sie hier unter Dampf steht..." Ja, genau diesen Satz hörte ich oft und sie hatten recht. Was konnte die Maschine dafür, dass sie blöde Umläufe hatte und eben immer da war. Sie war wie 52 8092 nicht unbedingt schön, aber war Dank der Dampfleistung beliebt. 52 8063 war für Jahre in Eilenburg zuhause und das endete erst im Frühjahr 1986.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 12. Februar 2026 um 07:27

    RekoP10 Das passt ja besser zu meinem Themenstrang der Heidebahn. Das war ja meine Hausbahn und 1998 waren wir sogar mit Bürgerinitiative hier aktiv.

    Laußig wird zweimal nach Plan in der Woche angefahren, Schwellen- und Kirszüge sind Sonderverkehre.

    In Eilenburg Ost ist nur noch das Kieswerk aktiv. Sonst sind alle Anschlüsse tot.

    Die Gleisbögen, welche du ansprichst waren für das Dermatoidwerk und eigentlich sollte auch der Containerbahnhof des ECW angeschlossen werden.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 11. Februar 2026 um 21:19

    Dieses Flair der Dampflokzeit kann man kaum beschreiben, vor allem wenn man heute diese Ruinen im Bw sieht.

    Den Verkehr zwischen Laußig und Eilenburg übernahmen 132er. (132) Das Kieswerk Sprotta war recht spät am Strom. Hier verkehrten vor allem 250 (155).

    Die V200 waren ausschließlich mit den beiden Nahgüterzugpaaren unterwegs, den Rest besorgten wie schon erwähnt, die Eilenburger 132.

    Ausnahmen waren Dampfeinsätze bei Diesellokausfall. Hier 52 8092 bei Ankunft in Eilenburg, sie hat noch den Zug aus Laußig am Haken, beladen mit Gasbeton.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 11. Februar 2026 um 14:27

    Ich muss zugeben, dass meine Fototechnik und mein Können zu jener Zeit eher schwach war. Doch die Zeit ging voran und nach der Wiederkehr des Plandampfes in Falkenberg 1981, ging es von Jahr zu Jahr wieder abwärts. Also übte ich am lebenden Objekt und heute versuche ich hier und da Scans zu verbessern.

    Heute kaum vorstellbar, um 1985 konnte ich sagen - jeden Tag dampfte es auf dem Bahnhof. 3 Planloks waren zu erleben. Zugegeben - Bahnstrecken in der Leipziger Tieflandsbucht sind alles andere als Atemberaubend. Lange gerade Strecke zogen sich an Feldern und Kieferwäldern vorbei. Zum Glück gab es noch Posthäusschen oder andere Gebäude an der Strecke.

    Man wachte mit Dampflokpfeifen gegen 06:00 Uhr auf und die Pfiffe begleiteten einem bis zum Abend, spätestens N66616 nach 21:00 Uhr sorgte für etwas Ruhe. Da man ja täglich dieses Szenario hatte, war es auch nicht von Interesse, jedem Zug hinterherzulaufen. Gerade der Nahgüter nach Wurzen mit unzuverlässiger Abfahrtszeit war nicht mein Ding, aber wäre Dank der interessanten Strecke interessant gewesen. Der N66624 der Engelsdorfer war dagegen gesetzt. Meist am Bahnsteig 4 wurde der Zug bereitgestellt. So konnte man mit dem Personal plaudern oder man wurde gern auf den warmen Führerstand eingeladen - was für ein Gefühl. Oft stand die Lok eine Dreiviertelstunde vor Abfahrt am Zug. Hier trafen sich auch Eisenbahnfreunde und manchmal startete ich mit den Freunden von hier aus, ohne Vorplanung zu einem Bahnabenteuer in ein anderes Dampf BW. Kam dann der D Zug aus Frankfurt Main (er war echt häufig pünktlich), wurde Dampf gekocht, denn nun könnte es losgehen und kurz nach 19:00 Uhr (Plan 19:07) ging es los. Der oft an der Lastgrenze befindliche Nahgüterzug sorgte mit beachtlichen Ausfahrten. Wenn die 52.8 sich in Bewegung setzte, bebte der Bahnsteig. Bis Wölpern sollte eine leichte aber kontinuierliche Steigung zu bewältigen sein.

    Wie überall gab es auch in Eilenburg die strenge Transportpolizei. Denn mit Recht war das Betreten von Bahnanlagen verboten. Die Lokleiter sagten uns aber oft bescheid, wenn die Dunkelblauen kamen oder versteckten uns in der Toilette der Lokleitung. Aber das war schon sehr selten, denn ab 1986 kletterten wir auf 52 8092 und 52 8120 herum, putzen mit Putzwolle und Altöl und letztere bekam sogar ein Teilrot am Fahrwerk. Den Radsatz haben wir nicht erröten lassen, Farbe war teuer und auch schlecht zu bekommen. Waren Auswaschloks da, dann wurde wenigstens Pufferbohle und Rauchkammertür eingeölt. Für uns war es das fotogene Herrichten. Manchmal hat der Lokleiter die Maschine auch mal schaudrehen lassen. Leider sind nicht alle Bilder brauchbar,. aber die Erinnerungen sind toll. Wenn wir dann auf die Engelsdorfer gewartet haben, dann natürlich in der leise vor sich hinsäuselnten Eilenburger Planlok, deren Geruch von Öl und Teer eine interessante Mischung ergab. Die Einsatzstelle wurde ein zweites Zuhause :) Die meisten Personale waren sehr Dankbar für unsere Putzarbeit, dafür durfte man ja auch mal mitfahren. Allerdings war ich überrascht, wie die Hütte wackelte und sich schüttelte. Festhalten war schon angesagt und ich war überrascht, wie cool der Heizer seiner Arbeit nachging und nicht umfiel. Mit Freude sah der Heizer, wenn ich mal schaufeln sollte. Ich wusste zwar, wie das Feuerbett auszusehen hat, aber versucht mal einer ausgefahrenen Nebenbahn mit 60 km/h, das "kleine" Feuerloch zu treffen. Lag die Kohle daneben, durfte ich alles wieder kehren und in Ordnung bringen. Aber - es war schön....

    Mein Kumpel Bernd wienerte das völlig verrußte Nummernschild frei. Leider rubbelte man aber auch die weißen Ziffern immer mehr weg, mal sehen - wann es gar nicht mehr zu lesen ist. Daher schaut er wohl so unzufrieden.

    Besser ging es nicht. Versucht doch einmal wirklich runde Pufferringe zu malen, wir hatten da noch keine Ahnung. An der einen Griffstange an der Pufferbohle fehlte die Mettallkugel, die andere Kugel wurde weiß gemacht. Ansonsten blieb sie das "Aschenputtel" im Bw Falkenberg.

    Die Engelsdorfer 52 8186 in der Einsatzstelle Eilenburg. Im Jahr 1986 gab es noch diese alte Lampe am Kohleschuppen.

    Ein Bild aus 1985, hier erkennt man den defekten Glasgiebel über den Schuppentoren und auf dem Dach waren noch Rauchabzüge. Die Lokleitung war noch im schmucken Preußendesign. 52 8168 kommt zum Wassernehmen ins Bw.

    Schlangestehen am Wasserkran. 52 8120 war noch an der Kohle, als 52 8174 ins Bw kam und sich vordrängelte. Aber das sorgte nicht für Verstimmungen, denn das Personal der 20 ging erst einmal zum Kaffeetrinken.

    Die neue "Hoflady" des Bw Falkenberg war 52 8174. Bestens gepflegt, rotes Fahrwerk und nur dezente Zierlinien - das war 52 8174. Nach der Überführung von Wittenberg, war sie erst einmal im Raw Meiningen und kam dann im Sommer 1986 wieder zurück und lief in Falkenberger Umläufen.

    Dampfatmosphäre in der Einsatzstelle Eilenburg. 52 8092 kommt in die Einsatzstelle gefahren und 52 8041 rollt von der Drehscheibe.

    52 8063 hatte nichts für die Rücktour der Üb76651 und verlässt den Bahnhof Eilenburg Ost.

    52 8063 rollte nach der Übergabe aus Eilenburg Ost wieder ins Bw. Ja, Kessel und Fahrwerk hatten dieselbe Farbe. Das Weinrot aus dem Raw unterstützte noch den Effekt, seit 1983 bekamen fast alle Loks eine Art rotbraun / weinrotes Fahrwerk verpasst. Erst 1987 wurden nochmals alle HU mit richtigem Rot ausgeführt.

    Der N66646 kurz vor dem ehemaligen Bahnhof Eilenburg Süd, der 52 8063 sieht am an, dass sie nicht besonders gepflegt wurde. 1983

    Zurück an selbiger Stelle nur 6 Stunden später, die 52 87063 hat eine lange Leine am Haken.

    52 5660 mit N66614 bei der Ausfahrt Mockrehna. Im Jahr 1985 wurde man vom Einsatz der Altbau 52er überrascht.

    52 5660 erreicht die Einfahrt zum Bahnhof Eilenburg. Nach kurzen halt geht es jetzt weiter in wenigen Minuten ist das Ziel erreicht.

    52 5660 hat die Einsatzstelle erreicht. Hier hat sie Wasser genommen und nun geht es mit der Rücktour nach Falkenberg.

    52 5448 war dagegen noch nicht herausgeputzt. Hier rangierte sie ihre Übergabe nach Eilenburg Ost zusammen. Noch hatte Sie ihr tolles Lokschild. 1984

    Wenige Monate später sah sie noch ungepflegter aus und der Verlust des Schildes machte sie zu einer "Heizlok" im Plandienst.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 9. Februar 2026 um 14:43

    Die Einsatzstelle Eilenburg war als Bahnbetriebswerk relativ klein und eng. Schon 1895 wurde der Ringlokschuppen mit 10 Gleisen eröffnet und 1926 erweitert. Dem Bw Eilenburg unterstanden die Lokbahnhöfe in Torgau und Schildau und Pretzsch, letztere wurde in den 30er Jahren aufgelassen. Der Lokbahnhof in Wurzen kam 1964 hinzu, ein sehr kleine Dienststelle. Im Güterverkehr wurden im nahen Umfeld, die Anschlüsse größerer Unternehmen bedient u.a. des Eilenburger Chemiewerke und des Dermatoidwerk in Eilenburg Ost. Der Ringlokschuppen hatte 12 Gleise, wovon zwei mit einert Achssenke ausgestattet waren.

    Etwa 150 Menschen beschäftigte das Bahnbetriebswerk Eilenburg und die drei dazugehörigen Außenstellen, wovon 90 Mitarbeiter im Bw Eilenburg direkt beschäftigt waren. Im Bestand waren ca. 30 Lokomotiven, die Baureihen wechselten öfter - aber typisch waren P8, T14 und T16. Später kamen noch 23.10, 86 und 83.10 hinzu. Lange blieben 52 Alt und 52 Reko hier treu im Einsatz.

    Neben dem Lokschuppen existierte ein großes Verwaltungsgebäude, eine Lokleitung und ein Schuppen für diverse Werkzeuge bzw. Aufenthaltsraum für den Kohlelader. Daneben gab es noch eine kleine Wärterbude an der Drehscheibe. in den 60ern wurde noch ein Sozialgebäude aufgebaut, welches sich das Bw mit der Wagenausbesserung teilte.

    Auch die Gleisanlagen waren bescheiden. Abstellgleise gab es am Wasserturm, wo Schneepflug, alte Tender und ausgediente Loks abgestellt wurden. Von der Drehscheibe führte zum Schluss ein Gleis zum Schlackekanal und zur Bekohlung, ein Abstellgleis südlich davon - was auch am Kohlebansen vom Kran benutzt wurde und ein weiteres Gleis mit Grube nördlich davon.

    Schematisch die Bw Anlagen des BW / Est Eilenburg

    52 8105 der EST Torgau auf der Drehscheibe des Bw Eilenburg. Die Einstige Glaswand über den Schuppentoren wurde in den 80ern mit Wellaspest verkleidet.

    Falkenberger Loks sahen immer räudig und ungepflegt aus, aber wie überall gab es wenigstens eine Bw "Schönheit" und die hies in diesem Fall: 52 8098. Rotes Fahrtwerk oft geputzt, Pufferringe etc. das war ihr Markenzeichen. Hier war die Einsatzstelle rappelvoll, die Nebengleise waren von 132er belegt.

    Durch diese schmale Gasse muss sie kommen... Zwischen Schuppengiebel und Drehwärterbude war es knapp bemessen. Doch sorgten diese Bauverhältnisse auch für ein wenig flair. 52 8120 macht sich fertig für die Übergabe nach Eilenburg Ost.

    Nachdem 52 81^74 aus Wittenberg nach Falkenberg umbeheimatet wurde, ging diese alsbald auch zur L5 nach Meiningen. Kurz nach Ihrer Rückkehr war sie nun in Eilenburg gelandet. Rechts erkennt man die Lokleitung, zu jener Zeit noch unverputzt.

    Goliath und Zwerg? Nicht ganz, die Perspektive der wenig gepflegten und geliebten 52 8063 stellt alles in den Schatten. Es hies immer, der Rost und der Ruß hielten 52 8063 dicht, denn Dampf kochen konnte sie. Aber sonst gab es immer wieder mit dem Fahrtwerk und den Lagern Probleme.

    52 5660 steht der Einsatzlok der Einsatzstelle Eilenburg. Daneben sieht man Teile des Gleises der Schlackewagen, aber es war schon in einem sehr schlechten Zustand und wurde nicht mehr genutzt. Daher purzelte die Schlacke vom Aufzug auf das Gleis und mit dem Kohlekran wurden dann die Schlackereste verladen.

    Nach dem Langlauf nach Wurzen und zurück, wurde erst einmal ausgeschlackt und Lösche gezogen. Der Schlackeaufzug sorgte für weniger harte Arbeit im Bw, wenn er denn mal funktionierte.

    Teilweise verschwand die Lok hinter hohen Schlackebergen. Links erkennt man die Bude des Kohleladers.

    Die ex Wittenberger 52 8060 steht am Kohlebansen, direkt neben der Notbekohlung, welche noch bis zum Schluss nutzbar war. Sie wurde u.a. zum besanden genutzt, dafür gab es einen speziellen Sandhund. Seit den 70ern gab es hier einen EDK 6 mit E Antrieb.

    Der Kohlebansen wurde in den 50ern aus Betonteilen neu gebaut, Ende der 70er zerfielen diese Betonelemente immer mehr, es wurden schließlich L Stücke hier als Stützwand aufgestellt und funktionierte problemlos, sah nur nicht so gut aus. 52 8120 bekam gerade Kohle, 52 8174 holt erst einmal Wasser.

    Das versuchte auch 52 8105, nur der Toilettengang des Heizers war länger als geplant und inzwischen flutete der Wasserkran das Bw Gelände.

    Abends war es eher ruhig im Bw und wir konnten uns hier frei bewegen. Bis zum Eintreffen der Engelsdorfer wurde mit dem Loklleiter gequatscht und starker Kaffee getrunken. Dann wurde es ja spannend, so wie hier mit Eintreffen der 52 8096.

    Auch die Engelsdorfer schlackten hier aus, ab 1987 wurde das nicht mehr vollzogen, man nahm nur Wasser und ölte ab.

    Für den Wechsel bis zur Rückfahrt nach Engelsdorf blieben ca. 2 Stunden für Pause und Restaurieren. Diese wurde hier anscheinend genutzt, es war keiner vor Ort.

    52 8063 kam mit dem Nahgüterzug aus Wurzen und setzt jetzt um, damit es in die Einsatzstelle gehen kann. Kohle ist noch genug im Tender.

    52 8092 kämpft sich die Steigung nach Thallwitz hinauf, nächster Halt des N66645 ist Collmen-Böhlitz.

    52 8039 der EST Torgau (mit verchromten Waschluken) rollt durch den Bahnhof Eilenburg Ost. Wahrscheinlich war das Einfahrsignal wieder einmal rot.

    Kurios waren die handgemalten Schilder des Bw Falkenberg, dafür wollte die auch keiner haben und die Lok blieb nicht namenlos. Sie verkehrte zu Falkenberger Zeiten lange nur mit Kreidenummern und rostbraun.

    Blick auf den Bahnhof Eilenburg (Ostseite) - 52 8105 steht Abfahrbereit mit ihrer Übergabe nach Doberschütz. Deutlich erkennt man das falsch stehende Ausfahrsignal, Es gehörte zur Ausfahrt des Güterbahnhofes. Im Hintergrund die Formsignalparade, welche ab Mitte der 80er verschwand. Im Bw dampft es und drei 132er warten auf weitere Aufgaben. Zu sehen ist auch das Stellwerk Eo, welches heute noch existiert.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 8. Februar 2026 um 16:32

    Hallo RekoP10 , das stimmt - die vier Wittenberger Planloks wurden an Auswaschtagen durch Falkenberger Maschinen unterstützt. Mit dem Ende der Wittenberger Dampfeinsätze, wurden im Dezember 1985 zuerst 52 8120 + 52 8174 nach Falkenberg umbeheimatet. Später folgte noch 52 8034, 52 8146 ging als Heizlok an das Bw Leipzig West.

    Ersatz mit Dampf für die Nahgüterzüge durch die Dübener Heide habe ich nie erlebt, die V200 waren ja unverwüstlich.

    Von der Sonderfahrt 1983 durch die Dübener Heide mit 38 1182 und 52 5448 habe leider keine vorzeigbaren Bilder. Da war ich erst am Start.

    Im Bahnhof Doberschütz gab es ein modernes Lehrstellwerk, untergebracht waren die Lehrlinge in der von dir beschriebenen Barackenanlage im Wald bei Doberschütz. Meine Mutter war dort auch während ihrer Ausbildung, fand den langen Weg zum Bahnhof immer blöd.

    Aber zurück zum Dampfstandort Eilenburg. Von 1981 bis 1986 war 52 8063 die Stammlok. Ihr folgte für wenig Monate 52 8092 und dann ab Sommer 52 8120, die bis Ende 1987 für die Einsatzstelle Eilenburg im Einsatz stand.

    55 2051 des Bw Eilenburg, wohl in den 20er Jahren auf dem Bahnhof Eilenburg.

    52 8120 nach einer kleinen Putzaktion. Mit etwas Farbe wurde Zentralverschluss und Griffstangen rausgeputzt.

    So kam 52 8039 aus Halle. Rechts erkennt man unter dem Kessel den Heizflansch am Einströhmrohr. Das Schild war dagegen noch erhaben, wurde aber bald gestohlen.


    Die einstige Stammlok 52 8063 mit dem 65646 aus Wurzen beim rangieren in Collmen-Böhlitz.


    Eines unserer stolzen Stammpersonale, mit welchen ich noch heute alte Geschichten austausche.


    52 5679 setzt beim rangieren in Zschepa-Hohburg um, 1985.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 7. Februar 2026 um 17:55

    Gern führe ich das Thema weiter.
    Wie schon erwähnt, ging es mit einem Art Lumpensammler nach Wurzen. Sechs Stunden war man für die 24 km unterwegs. Bedient wurden die Bahnhöfe Collmen- Böhlitz, Zschepa-Hohburg und Lüptitz. Hinzu kamen die Steinbrüche Röcknitz und Lüptitz. Oft brauchte man länger, als es der Plan vorsah, gerade in Hohburg wurde auch Waggons für die Landwirtschaft rangiert.

    Gegen 13:00 Uhr war man wieder in Eilenburg. Dann ging es ins Bw und die Planlok wurde restauriert. Zum putzen hatte man wenig Lust. Denn die Mittagspause war immer recht spät und dann wartete ja noch die Übergabe nach Eilenburg Ost.

    Ab 14:00 Uhr musste man rüber zum Güterbahnhof, dort standen die Waggons der Übergabe.

    Es ging dann Tender voraus nach EB Ost. Bedient wurden das Möbelwerk, die VEAB, das Kalksandsteinwerk, das Maschinenwerk und die Getreidewirtschaft. Nie alle gleichzeitig, oft nur einzelne Wagen. Zurück wurde die Fuhre geschoben und das bis zum Bahnhof Eilenburg. Man war froh, wenn es schnell ging, der Feierabend winkte…

    52 5448 kämpft sich die Steigung nach Thallwitz hoch, die Waggons für den Steinbruch sind aber zum Glück leer.

    52 8092 hat Collmen - Böhlitz erreicht. Wir haben zwar ein wenig geputzt und die Griffe angestrichen, aber für den Kessel hatten wir keine Putzmittel.

    52 8063 war fast nervig, 5 Jahre war sie die Stammlok in Eilenburg. Daneben die verunfallte 110 722.


    52 8120 rollt mit der Übergabe nach Eilenburg Ost.


    Auch die Ladestraße in Eilenburg Ost wird bedient , hier mit 52 8120 - welche wir mit Eifer pflegten und das klappte besser, als bei 52 8092.


    Lz ging es weiter zu den Anschlüssen an der Bahnstrecke nach Wittenberg.


    52 8034 wartet, dass der Getreidewagen auf das Streckengleis gefahren wird. Der Kran gehört der Elektrifizierung des Bahnhof Eilenburg. Hier wurden die Masten gelagert.


    Die Werklok hat es fast geschafft und dann schiebt 52 8034 die Fuhre zurück.


    Links sieht man den Lagerplatz der Fahrleitungsmasten.


    52 8120 hatte nur einen Zwiebelwagen am Haken und kann schon heimfahren.


    Selten war die Übergabe derart lang, mit fast einem richtigen Zug ging es bis Eilenburg Ost, dort wurde umgesetzt und die Übergabe zurück geschoben.


    52 5448 hat jetzt Dg55040 am Haken und kommt am Block Aw vorbei, wo die Bahnstrecke nach Wurzen abzweigt.


    52 5660 war mit gleichen Zug Unterwegs und hat Eilenburg Ost hinter sich gelassen. Mein Freund Reinhardt Labowski erwischte die Altbau 52 mit leichter Fuhre.

  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 6. Februar 2026 um 17:27

    Vielen Dank, ja es war ein Zufall, dass beide gleichzeitig in den Bahnhof Eilenburg durften. Die Fahrzeiten wichen doch stark oft vom Buchfahrplan ab.

    Stimmt, ich werde am Text feilen, während der Zugfahrt am Mobilephone ist es doch anstrengend, zumal andere heutzutage laut telefonieren müssen.8o

    Von meinem Freund Thomas Wedel habe ich noch ein altes Foto erhalten.


    35 1095 bei der Einfahrt in den Bahnhof Eilenburg - ähnlicher Standort wie die Doppeleinfahrt in Eilenburg Ost (s.o.) Das Foto muss in den 70ern entstanden sein.

    Bilder

    • IMG_2042.jpg
      • 152,91 kB
      • 618 × 800
  • Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

    • BRBler
    • 6. Februar 2026 um 14:43

    Liebe Freunde, ich möchte einmal wieder einen Blick zurück in die Dampfzeit des Bw Falkenberg bzw. der Einsatzstelle Eilenburg geben. Man wird nicht jünger und noch kann man sich an das Erlebte erinnern:)

    Und das sieht man dann auch, da ich 1982 konfirmiert wurde und es war die Zeit, als ich mir eine Exa (einfache Spiegelreflex Kamera) leisten konnte. Also - es ist schon eine Weile her. Aber dieser Fakt war es, dass ich von nun an auf der Jagd nach den letzten Dampflokomotiven war. Zum Glück dampfte es vor der Haustür. Ich war noch Schüler und das Taschengeld für große Ausflüge fehlte, dass sollte auch noch eine Weile dauern, da ich nach dem Abi auch noch eine Weile studierte und das Geld immer knapp war.

    In Eilenburg gab es Mitte der 80er noch eine Planlok der Einsatzstelle. Das Bw Falkenberg fuhr mit zwei Loks Eilenburg an, wobei eine Maschine mit Torgauer Personal besetzt wurde, auch wenn die 52.8 nie in der Einsatzstelle Torgau zu sehen war. Desweiteren erreichten zwei Umläufe aus Engelsdorf den Bahnhof Eilenburg. Also eine gute Voraussetzung, hier einen guten Start ins Hobby zu finden.

    Meist weckte mich das Pfeifen der Loks auf der Drehscheibe bzw. am ehm. Bahnhof Eilenburg Süd, wenn der Nahgüterzug nach Wurzen kurz vor 7:00 Uhr die Steigung nach Thallwitz hochstampfte. Die Maschinen der Hauptstrecke von Falkenberg waren eher seltener wahrnehmbar. Zwischen Eilenburg und Falkenberg verkehrten Dampfloks vor Nah- und Durchgangsgüterzügen. Die Leistungen der Einsatzstelle Eilenburg waren eher Unspektakulär. Der Nahgüter nach Wurzen war da schon der Höhepunkt. Die Übergabe nach Eilenburg Ost war dagegen eher langweilig und Abends ging es nach Falkenberg, ins Heimat Bw. Aber hier mal der Umlauf:

    N66645 Eilernburg ab 6:47 - Wurzen an 9:20

    N66646 Wurzen ab 10:16 - Eilenburg an 13:20

    Üb76651 Eilenburg ab 14: 15 - Eilenburg Ost an 14:24

    Üb76652 Eilenburg Ost ab 15:06 - Eilenburg an 15:16

    N66616 Eilenburg ab 21:10 - Falkenberg an 23:34

    N66610 Falkenberg ab 2:38 - Eilenburg an 4:09

    Ergänzend verkehrte ein Dg Zugpaar früh von und nach Falkenberg und ein zweites Dg Zugpaar am Nachmittag. Der Umlauf des Torgauer Personals beinhaltete die Nahgüter 66611/12 und 66614/15. In der Mittagszeit wurde noch die Übergabe 76661/662 nach Doberschütz gefahren. Im Jahr 1984 gab es diese Übergabe nicht im Plan, dafür verkehrte ein Nahgüterzug Eilenburg-Laußig b. Bad Düben. Dieser verkehrte zum damaligen Betonwerk, war aber nicht immer ausgelastet.

    Die Engelsdorfer Dampf Leistungen hatte ich auch schon einmal beschrieben. Früh verkehrte ein Zugpaar, was ich aber nie zu Gesicht bekam, es war einfach nicht meine Zeit. Dann kam 1984 bis 1985 der Dg55617 zum frühen Vormittag nach Eilenburg, zurück ging es dann Lz und Abends dann die Paradeleistung Dg55619/N66624, welcher bis 1988 mit Dampf fuhr, dann auf 118 wechselte und sogar teilweise mit E94 verkehrte.

    Ich war nach der Schule pünktlich in der Einsatzstelle, wenn die Eilenburger Planlok vom Wurzener Umlauf ins Bw rollte. Das werkeln beim Wassernehmen, Entschlacken und Löscheziehen war echt spannend und interessant. Später bekam ich Putzewolle und Ölkännchen und putzte die wenig gepflegten Eilenburger Loks. Nun lass ich besser Bilder dieser Zeit sprechen:

    Zum späten Mittag gegen 13:30 kam der Nahgüter aus Wurzen an. Üblicherweise ging es früh vorwärts hoch in die Hohburger Berge, wo die Steinbrüche bedient wurden. Nur im März 1985 sollte es anders sein, 52 8063 war frisch aus Meiningen und wurde gleich in den Plandienst gesteckt. Es fehlte wohl die Zeit zum, drehen, denn es blieb einmalig, dass diese Leistung mit der Rauchkammer voraus in Eilenburg ankam.

    Links kommt 52 8105 mit der Übergabe aus Doberschütz angedampft, rechts darf auch 52 8092 aus Wurzen ihren Nahgüterzug in den Bahnhof Eilenburg bringen. Nicht immer klappte das, denn manchmal war der Bahnhof einfach voll und man durfte an der Einfahrt ewig warten.

    Selbige Leistung und selbe Loks, aber an einem anderen Tag und die 52 8105 hatte nichts für die Rückfahrt. 1986

    52 8039 kommt mit N66614 durch den Bahnhof Eilenburg Ost. Im Hintergrund sieht man die Übergabe 76652 mit 52 8120, welche den Zug bis zum Bahnhof Eilenburg schieben wird. 1987

    Das ist 52 8039, sie kam frisch aus Halle G, wo sie ausschließlich als Heizlok im Einsatz stand. Leider beraubte man ihrer Schilder und auch sonst sah die Lok wenig einladend aus, so hatte sie an den Einströmrohren große Flansche, an den man einst die Heizleitung angeschlossen hatte. Für die DMV Sonderfahrt im Herbst 1985, putze ich die Maschine ein wenig.

    52 5660 mit N66614 steht am Einfahrtsignal in Eilenburg Ost. Die Farbe der Maschine war grauschwarz, erst der Einsatz 1985 zum 150. Jubiläum der Deutschen Bahnen brachte etwas Glanz und eine rote Pufferbohle.

    52 8039 hatte dagegen noch ein rotes Fahrwerk, doch sie stand kurz vor Fristablauf und sollte mit braunen Rädern wiederkommen. Hier beim Umsetzen in Eilenburg. Interessant die langen Züge mit zwei- und dreiachsigen Rekowagen für den Berufsverkehr Eilenburg-Halle.

    Nach der gefühlt ewigen Zeit der Stammlok 52 8063, folgte 52 8092 - die wir versuchten, etwas ansehnlich aussehen zu lassen. Sie behielt aber das braune Fahrwerk und sah dadurch immer etwas ungepflegt aus. Hier war sie aber mit schaden am Kohlebansen abgestellt.

    Auch 1987 gab es schon klirrenden Frost und Schnee. 52 8120 erbte die Stelle der Stammlok und blieb bis zum Schluss. Noch ein halbes Jahr sollten Eilenburger Personale auf Dampf fahren.

    Altbau 52 in Eilenburg. Es war ein Glück, das bis 1985 noch drei Altbau 52er zum Bw Falkenberg gehörten und diese immer noch betriebsfähig waren. 1985 bekamen die Loks noch etwas Farbe und erfreuten uns Fans noch mehr. 52 5679 war hier als Auswaschreserve in Eilenburg im Einsatz. Daneben 52 8186 vom abendlichen Engelsdorfer Umlauf.

    Zwei Jahre später sah sie weniger gut aus. Die Schilder waren handgemalt und die Maschine war bis zum Fahrwerk schwarz. Durch Zufall begegnete ich ihr in Falkenberg, als sie zum Bw Leipzig West wechselte, um dort zu heizen.

    52 5660, 52 8168 und 52 5448 (als Auswaschrerve in Eilenburg) - das war und blieb mein Highlight im letzten kurzen Dampfabschnitt Mitte der 80er, den ich in Eilenburg erleben durfte. Mit einem Dreilichtspitzensignal nahm man es wohl nicht so ernst.

    52 5448 war nun Gast in Eilenburg, denn ab 1986 gehörte sie zum Bw Engelsdorf und Dank der enthusiastischen Personale kam sie mit 52 5660 noch einmal zu Planehren. So gut sah sie nie in Falkenberg aus.

    Auch 52 5660 durfte die Eilenburger Stammlok ersetzen. Leider zog man sie kurz vor der Sonderfahrt mit 52 5679 im Jahr 1985 wieder ab. Ersetzt wurde sie durch 52 8039 im bekannten wenig ansprechenden Outfit. Es wäre doch eine tolle Begegnung geworden - 52 5660 mit Nahgüter und 52 5679 mit Dbv Einheit.

    Fällt ein Diesel aus, waren Lösungen angesagt, Zugausfälle waren sehr selten. So sollte mein Zug nach Leipzig - P6970 - auf einmal durch eine Engelsdorfer Lok bespannt werden. Es blieb aber eine Ausnahme, leider.

    Im Mai 1987 war für die Einsatzstelle Eilenburg das Ende des Dampfeinsatzes gekommen. 52 8120 fuhr ohne Schmuck und Schnürgel am vorletzten Tag ihren N66615, die letzte Leistung wurden mit 132 Vorspann gefahren. :(

    Eines der letzten Vormittagszüge der Engelsdorfer wurde von 52 8154 bespannt. Hier aber nur Lz und mit Zug ins Heimat Bw zurück.

    Paradeleistung blieb der N66624 vom Bahnsteig 4 des Bahnhofs Eilenburg. Es gab nur wenige Gründe, weshalb ich Abends nicht am Bahnsteig 4 stand. Hier verlässt die Maschine mit kräftigen stampfen den Bahnhof.

    Kaum Beachtung fand bei mir der Einsatz der Baureihe 107, die schon 1984 hier ihre Zeit beendete. Nur der röhrige Sound ist mir heute noch sehr in den Ohren, einem Fischkutter ähnlich.

    Auch diese Lok gehörte zu Eilenburg, auch wenn ich diese noch weniger beachtete und mal schnell ein Foto schoss.

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