Beiträge von Klaus Habermann

    Guten Abend,

    ... In meiner Jugendzeit war der Erzgebirgswald am sterben. Später kam das Ozonloch. Vor kurzem sind wir alle am Dieselabgas in den Städten erstickt. Jetzt haben wir eben Klima. Irgend eine Sau wird immer von den Medien durchs Dorf getrieben. Unterm Strich ist das Leben immer weitergegangen. ...

    Das haut nicht so ganz hin. Denn das Weitergehen war glücklicherweise auch immer durch Änderungen des menschlichen Handels möglich. So wurden eben "Katalysatoren" in die Fahrzeuge eingebaut. Die sind als Sondermüll zu entsorgen, aber das ist hochkonzentrierter Sondermüll und in der "festen Form" wahrscheinlich besser zu handhaben und gesünder, als das Zeug in der Luft zum fröhlichen Atmen zu haben. Oder eben der Ersatz von vor allem Kältemitteln durch weniger die Ozonschicht angreifende. Und so kann und darf man sich auch heute einen Kopf machen, was man tut ... und wenn man davon Ausnahmen machen möchte, dann sind die leider auch mengenmäßig zu begrenzen - sonst berufen sich zuviele darauf und es ändert sich: Nichts.


    Und ich schrub es oben schon: dass die Lokomotivfeuerung sich von der Kohle verabschieden muss, hat auch Ursachen bei betriebs-/umsatzwirtschaftlichen Entscheidungen bei den Kohlebergwerken - und das war über viele Jahre schon absehbar!


    Wie es weitergehen kann, das muss eben diskutiert werden. Dazu ist das Projekt ein Beitrag und es passt wohl sogar, das es aus Kohle-Ausstiegsgeldern gezahlt wird. Aber in nüchterner oder vielleicht sogar engstirniger Betrachtung kann das nichts werden, weil sich Chemie und Physik nicht überlisten lassen. 40 % weniger CO2 bedeuten 40 % weniger verbrannten Kohlenstoff - wo soll die Wärmemenge herkommen, um das notwendige Wasser zu verdampfen und dann auch noch mit 10 % Arbeitsvermögen zu versehen? Vielleicht haben die Kollegen "Glück", weil sie darauf hoffen, mit einem weniger energetischen Brennstoff, aber besserer Luftversorgung zu einer höheren Ausnutzung der Rauchgase zu kommen. Bei früheren Versuchen gab es zuweilen solche Effekte, dass auf Steinkohlenfeuerung ausgelegte Kessel mit Braunkohle- oder Brikettfeuerung dennoch ihre Leistungsfähigkeit behielten. Auch bei der Staubfeuerung war letztlich Braunkohlenstaub bei der 05 003 erfolgversprechender als Steinkohlenstaub. Und bei Ölfeuerung gibt es interessante Unterschiede zwischen Loks mit normalem Dampfverbrauch (01.5/03.10) und "Saufziegen" (18 201) - letztere hat die bessere Feuerungscharakteristik, aber auf der anderen Seite (Wasser/Dampf) die bedeutend schlechtere Wärmewirtschaft. Es kann an vielen Variablen gedreht werden mit mehr oder weniger Aufwand und mehr oder weniger Erfolg.


    Aber einfach weiter so. Da bin ich nicht dafür. Es ist so, dass diese Dampfeisenbahnen überlebt haben, weil die DDR keine Mittel und Wege hatte, sie zu ersetzen, zu ertüchtigen oder zu modernisieren. Und wie grau und durchaus versaut unsere Umwelt zur Wende war - dafür brauche ich kein Denkmal! Wenn wir uns die Dampfeisenbahn weiter erhalten möchten, dann vor allem aus anderen Gründen. Und das ergibt sich auch daraus, dass es etwa 135 Jahre waren von der ersten Eisenbahn bis zur alibimäßigen unter-Denkmalschutz-Stellung, aber nur noch 15 Jahre bis zum Ende der DDR.


    Oder anders, um einen Begriff von Lutz 68 aufzugreifen: In meiner Jugendzeit bin ich den Schmalspurbahnen noch hinterhergestürzt, weil nach meiner geplanten Zeit bei der NVA die Zittauer Schmalspurbahn weg sein sollte und die Harz-Bullen durch die Kamele abgelöst sein sollten. Meine Konsequenz: Bin ich eben weiter jung :) Und genauso, wie ich mich gerade deshalb oder trotzdem weiter entwickle, kann das auch der Rest der Gesellschaft. Der eine langsamer, der andere schneller. Bloß ein "Weiter so" brachte uns patradoxerweise nie weiter und bringt uns nicht weiter.


    Beste Grüße - schönen Abend


    Klaus

    Guten Tag,


    zu evtl. "neuen" Loknummern ein kurzer Auszug aus dem Umzeichnungsplan DR/DB:

    Gedanke war, das bei einem Wiederumbau der Harz-Loks durchzuführen, aber wegen des anstehenden Verkaufs der Bahnen und Loks hat man das dann bleiben lassen.


    Beste Grüße


    Klaus

    Guten Tag,


    dieses Thema ist durchaus tiefgründig, wird aber in aller Regel nicht so gesehen.


    Zunächst ist festzustellen, dass es mit "Lokomotivkohle" zunehmend mau aussieht. Dies liegt ganz sicher darin begründet, dass auch die Kohleförderer wirtschaftlich denken müssen und es eben immer weniger Interessenten an Brennstoff dieser chemischen und mechanischen Beschaffenheit gibt - in Großfeuerungsanlagen kann man auch anderes "Zeug" verbrennen und da nimmt man Fräs-Kohle. Für Stückkohle, die für Rostfeuerung taugt, gibt es also immer weniger Anbieter.


    Diese Entwicklung war schon im Gange und absehbar, bevor die "Freitags für Zukunft"-Bewegung auf die Bildfläche kam. So ist die Frage nach Schadstoffvermeidung oder teuren Ablaß-Zertifikaten nur ein Grund mehr, aber eben nicht der einzige, warum man sich um die Zukunft unserer geliebten Rußkübel Gedanken machen muss.


    Zweitens haben sich früher schon viele schlaue Köpfe Gedanken um diese Fahrzeuge gemacht - deren Resultate scheinen jedoch der Vergessenheit anheim gefallen zu sein ... Es wurde schon viel mit anderen Brennstoffen experimentiert und einige Verfahren kamen auch zur Anwendung. Aber schon bei Einführung dieser Verfahren waren Einschränkungen spürbar. Es gibt nach meiner Ansicht keinen(*) deutschen Lokkessel, der ursächlich für eine andere Feuerung als Kohle auf Rost ausgelegt war. Alle Maschinen mit Öl- oder Kohlenstaubfeuerungen wurden nur entsprechend angepasst. Dies führt zu zwei Effekten: Einmal wird durch die höhere Energiedichte bei der Verbrennung ein binäres Feuern "erzwungen", um dem Kessel überhaupt die Zeit zu geben, diese Energie auf die Wasser-Seite zu bringen. Negative Begleiterscheinung ist ein "Feuern müssen" bei langen lastarmen Fahrtabschnitten, damit der Kessel nicht zu weit abkühlt, um zündfähig zu bleiben und die Temperatursprünge fürs Material klein zu halten. Andererseits haben die höheren Verbrennungstemperaturen höhere Dampftemperaturen zur Folge (zumindest bei Heißdampfloks), die dem Schmierfilm im Triebwerk nicht zuträglich sind. Deshalb wurden bei beiden Feuerungen als aufwandsarme Maßnahme die Überhitzerschlangen gekürzt. Verbunden mit weiteren "kleineren" Effekten wie dem Eigendampfverbrauch der Feuerungen und der höheren Rauchgastemperatur sind die Kessel dadurch wärmewirtschaftlich unwirtschaftlicher geworden. Betriebswirtschaftlich hat das etwas anders ausgesehen, es gab eine höhere Einsatzdauer, es waren beständiger hohe Leistungen abrufbar, der Brennstoff war unter Umständen preiswerter zu haben und vielleicht war es für das Personal etwas weniger anstrengend.


    Es ergibt sich jedoch daraus, dass ein Kessel hinsichtlich der Gestaltung des Feuerraums, der Größe desselben, der verfügbaren Länge für den "Flammenweg", der Abstimmung der Heizflächen (Ausnutzung der Rauchgase bis zu einer sinnvollen Austrittstemperatur in die Rauchkammer und erzielbare Heißdampftemperatur) eigentlich für jeden Brennstoff neu zu entwerfen bzw. gründlich umzugestalten ist. Die Möglichkeiten dafür sind für Großwasserraumkessel in den Grenzen der Eisenbahn (Lichtraum sowie Achs- und Meterlast) sehr beschränkt! Und noch mehr Beschränkung dahingehend weisen die in dem Sinne sehr kleinen Schmalspurlok-Kessel auf.


    Meiner Meinung nach wird mit dem für das Projekt zur Verfügung gestellten Betrag deshalb keine zufriedenstellende Lösung entstehen können. Gut jedoch, dass man es praktisch probiert.


    Aber an sich braucht die Dampfeisenbahn eine Lobby, die ihren originalen Erhalt ermöglicht. Denn an die Menschen, die sich auf den Rußkübeln ihre Knochen zerschunden haben, um unseren heutigen Wohlstand mit zu erkämpfen, gehört in Zukunft erlebbar gedacht! Und nur so ist den Jüngeren klarzumachen, wie es zu dem Einfluß des Menschen auf die Umwelt kommen konnte. Letztlich ist es alles "CO2-neutral", aber den über Millionen Jahre gebunden Kohlenstoff binnen 200 Jahren wieder freizusetzen, erzeugt perspektivisch eine Atmosphäre wie damals - und da möchte ich nicht geatmet haben.


    Wir als Gesellschaft brauchen ein gesundes(!) Maß, was wir uns an originaler Dampfeisenbahn leisten möchten - und dafür sind die Voraussetzungen dann auch zu schaffen.


    (*) Es gab für 05 003 und 25 1001 auf Kohlenstaubfeuerung ausgelegte spezielle Kessel (lange Verbrennungskammer) und für 10 001 und 10 002 aus dem DB-Hochleistungskessel für 0310/41 und 01/0110 für Ölfeuerung abgeleitete Dampferzeuger (längere Rohre). Ansonsten handelt es sich immer um Kessel, die gleichermaßen für mehrere Feuerungsarten zum Einsatz kamen.


    Ich bleibe auf die Ergebnisse gespannt!


    Beste Grüße - schönes Wochenende


    Klaus

    Guten Tag,


    da stimmt was nicht:

    6,00€ Versandkosten für eine Büchersendung finde ich fraglich ...

    Eine Büchersendung kostet maximal 2,20 €. Aber: die darf auch nur 1000 gr (brutto!) wiegen.


    Wenn Du also Dein Schmalspurbahnalbum auf Goldeimer dreilagig gedruckt bekommen möchtest, kann der Versand auch preisgünstig werden. Insofern sind die 6 € reell.


    Beste Grüße


    Klaus

    Guten Tag,


    wenn man sucht und erwirbt, manch einer sammelt sogar, dann kann man auch von bekannten Vorbesitzern etwas bekommen. Das ist dann mindestens ein Zeichen, dass das Material nicht in der thermischen Verwertung landete. Und das gibt es nicht nur bei Modellbahn, sondern auch bei Literatur:


    20210605_165016_kl.jpg


    Der mit Kugel geschriebene Eigentumsvermerk dürfte einigen hier auch bekannt vorkommen ...


    Halten wir das Erbe in Ehren!


    Beste Grüße


    Klaus

    Hallo Dietmar,


    ich habe es Dir vor einem Drievierteljahr per Nachricht geschrieben: Es gibt nicht "die" Brückenschwelle. Da ist u.U. jede(!) anders.


    Dir kann nur jemand helfen, der die entsprechende Vorschrift, auch noch passend für Schmalspur, hat und dann kannst Du Dir die Maße Stück für Stück ausrechnen. Ich habe derlei Papier jedoch selbst nicht.


    Beste Grüße


    Klaus

    Guten Abend,


    warum sollen die OSEF nicht ein paar Doppelstock-IC-Wagen überführen? Da würde ich mir auch überlegen, das vorher zu sagen, denn die Schelte nachher reicht ... Die OSEF machen in meinen Augen (fast) alles richtig, deswegen habe ich kein Problem mit irgendeiner Geisterfahrt aus Simm-City :)


    Beste Grüße - schönes Wochenende


    Klaus