Beiträge von Peter Preis

    Tja, Tilo, ich bin ganz bei dir, also für den Textteil ein :thumbup: aber die Bilder sind echt grauenhaft. Also deren Aussage...


    Frage ist, wie es heute dort aussehen würde, wenn das Mineralölwerk noch in Betrieb wäre. Zumindest die Pz-Gleise wohl auch nicht anders... Traurig, echt.


    Na ja, wenigstens konnte Addinol ein paar Kilometer entfernt eine neue Zukunft finden.


    LG Peter

    Hallo Zusammen,


    Schau ich mir aber die Entwicklung in den 20 Jahren danach an, so gibt es schon sehr deutliche Unterschiede, was das Erscheinungsbild der Bahnen - zum einen nun CD zum anderen nun DB AG angeht.


    das stimmt. Die ČD ist (noch) ein funktionierender Organismus. Ganz besonders im Güterverkehr, da ist die Welt NOCH in Ordnung. Über Selbstzerstörungswerkzeuge wie MORA C können die Tschechen noch nur lachen. Allerdings greift der LKW-Wahnsinn dort um sich wie Corona. Dort passiert der gleiche Schwachsinn (pardon) wie vor 20 Jahren in Deutschland.

    Zum Beispiel ist in Lovosice zwischen dem Güterbahnhof(!) und der Lovochemie a.s. ein riesiges Logistikzentrum gebaut worden, selbstverständlich ohne Anschlussgleis. Warum auch, die Autobahn D8 ist ja nur 2,5 Kilometer entfernt. :vogel:


    Auch im PV geht es langsam den Bach runter. ČD verliert eine Ausschreibung nach der anderen, Billiganbieter kommen zum Zuge, mit Dumpinglöhnen und fragwürdigem Rollmaterial, Stichwort 628-Recycling.


    Bis vor zwei, drei Jahren war Eisenbahn in Tschechien echt geil. Aber diese Zeiten sind vorbei.


    Klar es gibt auch erfreuliche Beispiele, so wurde letztes Jahr die 2006 von der ČD im ÖPNV eingestellte Zwetschgenbahn (Švestkova dráha) Lovosice-Třebívlice-Most von AŽD Praha vorbildlich modernisiert und reaktiviert.

    Bahnhöfe und auch kleine Haltepunkte werden landesweit rekonstruiert und auch ein kleiner Hp mitten im Wald bekommt seine LED-Beleuchtung.


    Was ein deutlich sichtbarer Unterschied zu Deutschland ist, ist die vergleichsweise enorme Nutzung der Nahverkehrszüge. Die Tschechen fahren echt noch mit dem Zug zur Arbeit und sogar zum einkaufen.


    Na ja, was ich von der DB halte... lassen wir das. Zugegeben, im Fernverkehr ist nicht alles schlecht. Aber wer die Verantwortung für den heutigen Zustand des Schienengüterverkehrs trägt, gehört wegen Verschwendung und Zerstörung von Volksvermögen angeklagt.


    Meint Peter

    Vieles hängt mit dem eigenem Erleben zusammen, wie Du es auch schilderst und da spielen junge Jahre eventuell eine größere Rolle.

    Hallo Volker,


    das ist definitiv so. Der Harz ist faktisch zu einem Dreh- und Angelpunkt meines Lebens geworden (neben der Region Meiningen/Suhl/Rennsteig und später Tschechien) , begründet durch die Harzer Eisenbahnen - wir alle wissen, daß der Harz noch andere Spezialitäten zu bieten hat außer den HSB. Die Region hat mich echt geprägt und obwohl in Südwestfalen zu Hause fühle ich mich dem Harz äußerst verbunden. Zu viele Erlebnisse, auch negative, und Anekdoten sind in sehr sehr zahlreichen Aufenthalten dort auf mich eingeprasselt um nicht so zu fühlen.


    Ich schreibe mal mehr darüber im Smalltalk.


    Liebe Grüße, Peter

    Peter Preis, ich habe nicht geschrieben, "damit durch zu sein", das war G.Holst. Daher ist nicht mein Beitrag, sondern wohl eher deiner "ziemlich daneben".

    Hallo Toralf,


    ich habe nicht geschrieben, daß du das geschrieben hättest. Zwar eine Passage deines Posts zitiert, um deutlich zu machen, daß man die Bahnen was ihr Klientel angeht nicht per se über einen Kamm scheren sollte, daß es insbesondere für die genannten Bahnen an der Küste unabdingbar ist, keinen ungepflegten Eindruck zu hinterlassen.


    Natürlich darf jeder seine eigene Meinung haben. Wer behauptet denn etwas anderes?

    Ich habe dich doch nicht persönlich angegangen, also bitte.


    Wo ich meine Hobby-Freizeit verbringe, mein Geld lasse und was ich schön finde, das überlasse bitte mir. Ich glaube, ich bin alt genug, das selbst zu entscheiden.

    Wollte ich dir das vorschreiben?

    Uups, dann entschuldige bitte.


    Komm wieder runter, ich meine, du überreagierst etwas.


    Der Passus, daß ich auf der Seite derer Mitstreiter, die Freizeit für ein gutes Aussehen des Zuges opfern, stehe, war doch nicht gegen dich persönlich gerichtet. Wenn das so rübergekommen ist, dann entschuldige bitte.


    Aber die Aussage lasse ich so stehen. Bei einer Publikumsfahrt, z.B. Nikolauszug, darf die Lok geputzt sein, eine Fahrt zu einem Volksfest oder dergleichen wird doch wohl niemand mit einem Schmutzkübel antreten wollen. Mir wäre das peinlich.


    Toralf, auf ein konstruktives aber friedliches Miteinander im Forum. :friede:

    Peter

    Hallo Zusammen,


    zunächst möchte ich mich den Äußerungen von Niels, 217 055 und Tilo anschließen. So ist es.


    Muß es mir gefallen, daß Wagen und Loks auf manchen Bahnen dermaßen glänzen, daß ich mich früh morgens darin kämmen und rasieren könnte? Nein, muß es nicht! Aber wenn es anderen gefällt, dann darf es das auch.

    Man sollte es tunlichst unterlassen, die heute im Regelbetrieb verkehrenden Bahnen alle in einen Topf zu werfen. Es gibt unterschiedliche Ansprüche an sie.


    Nehmen wir den Molli und die RüBB.

    Diese Bahnen funktionieren heute NUR im Hochglanzmodus. Was Anderes ist bei deren Publikum doch überhaupt nicht darstellbar. Dort müssen Fahrzeuge und Bahnanlagen einfach sauber und gepflegt daherkommen. Der Name ist hier schon fast Programm: Bäderbahn.

    Damit "durch zu sein" ist nicht zielführend, dafür aber ziemlich daneben.


    Anders im Harz und vielleicht auch bei der SDG und SOEG.

    Ein Zug der den ganzen Tag bei Matschewetter im Harz von Wanderschuhen malträtiert wurde, sieht am Dienstplanende natürlich dementsprechend aus. Da hat die HSB doch gar keine Chance. Macht hier aber nichts. Weil das Publikum hier i.W. andere Paradigmen hat.

    Oder plakativ gesagt: An der Ostsee Lachscarpaccio und Wein, im Harz Schinkenbrot und Hasseröder;)


    Verschmodderte Wagen mit undurchsichtigen Fenstern und unbenutzbaren WCs zum Beispiel gehen nirgendwo.


    Wir als damalige Heizerbrigade der 50 3501 haben immer versucht, mit einer einigermaßen vorzeigbaren Lok an den Bahnsteig zu fahren, wo unsere Fahrgäste sich auf einen schönen Anblick freu(t)en.

    Wenn das auch manches Mal nur mit Mühe zu schaffen war.

    Und das Wagenteam hat es genauso gehalten, und wenn es die ganze Nacht dauerte .

    Es beruhigt mich, daß auch gestandene Dampflokführer der ganz alten Schule, die ich im Freundeskreis haben darf, das in ihrer aktiven Zeit so gehandhabt haben.


    Ich fühle mich jetzt nicht auf den Schlips getreten, denn ich weiß, was ich denken muß, aber ich tendiere dazu, ehrenamtliche Kollegen - die Urlaub nehmen um die Lok putzen zu können! -

    zu verstehen, wenn sie sich jetzt düpiert fühlen.


    Aber jeder nach seiner Fasson. :cheers:


    Peter

    Hallo Volker,


    Man erwarte nur keine Meisterwerke, sondern teils nur etwas was selten geworden ist bzw. zur Zeit auch gar nicht geht.


    das ist/war bei der Analogfotografie halt so. Auch ich habe nicht perfekte Beifang-Dias, und bin froh über Jedes.

    Das ist eine vergangene Epoche der Fotografie aber ich persönlich empfinde sie - auf einer Seite - dennoch als die schönste Zeit. Weil sie authentisch war. Mir persönlich sind diese künstlich verunstalteten 'Bilder' (Fotograf entfernt / rotes Auto entfernt / Baum versetzt / ...) ein Graus. Weil sie nicht mehr das zeigen, was das Anliegen einer Fotografie ist: die Situation vor der Kamera zu konservieren.

    Wenn ich das nicht will, nehme ich die Staffelei und male mir das Motiv in den Farben und mit der Technik, die mir gefallen.


    Gerade das zweite Bild lässt doch das Kopfkino richtig auf Touren kommen.

    Man hat sich aus dem Bett gequält, fröstelt dick eingepackt mit Mütze auf, es riecht nach Holz- und Brikettfeuer, vielleicht hat man noch Kaffeegeschmack im Mund oder freut sich genau darauf (du stehst ja - heutig - direkt vor dem Hotel Sonnenhof), vor der Aufnahme hat man den Zug schon lange anrollen hören, TakTak TakTak, am SHE-Widerlager sangen die Spurkränze usw. usw. . Jetzt natürlich dominiert der bergfahrende Zug akustisch ganz Sorge, evtl. hat die Lok kurz bei der Anfahrt geschleudert...


    Langer Rede kurzer Sinn:

    Bei einer Fotoreise geht es doch nicht nur um die Ausbeute an sich, sondern auch um das Erleben der Situation und das Drumherum. Das kann Freude aber auch Frust sein... Das, was man neben dem Moment der Zugfahrt erlebt, sei es in der Pension, beim Gespräch mit Einheimischen, dem Bahnpersonal, abends beim Bier usw... ist doch mindestens genauso wertvoll wie die entstandenen Fotos. Davon zehrt und darüber lacht und spricht man immer wieder. Von entstandenen Freundschaften z.B. zu Lokpersonalen gar nicht zu reden.


    Meist habe ich doch geknipst


    Sei froh darüber! :thumbup:


    Meint,

    Peter