Beiträge von Matthias

    Die Dresden kam heute Abend in merkwürdig unangenehmer Illumination talwärts nach Blasewitz gepaddelt, um dort ein martialisches Feuerwerk vorgeführt zu bekommen. Das Schiff war absichtlich eine Mischung aus einem Zahnschmerzen verursachenden Bonbon und einem Puff. Es war eigentlich eklig. Seit einiger Tage führen die Dampfer, wenn sie mal fahren, auch noch ein beschissenes (sorry) Radeberger-Plakat an der Reeling. Dass so etwas nicht geht, hatte nach einigem Anlauf sogar Pötsch kapiert. Wo ist der Betrieb nur hingekommen? Langsam habe ich keine Lust mehr, darüber zu staunen. Mit Kopfschütteln und Frustration: Matthias

    Liebe Freunde, ungeachtet von den Problemen der SDS möchte ich von einem Dampferausflug nach Prag berichten: Letzten Sonnabend von Prag nach Slapy und zurück mit Dampfer Vltava, Baujahr 1940. Los geht es in Prag 08:30 Uhr, wir staunten, wie lebendig das Moldauufer da schon ist. Schiff erheblich voll, aber alle sind glücklich und locker drauf. Naja, es gib ja auch schon gutes Frühstück und Bier. Die Fahrt geht am Vysehrad vorbei. Dan kommen die Schleusen. Karel, der Kapitän, fährt wunderbar. Das Tal wird immer enger. Gefahren wird den ganzen Tag auf eigentlich staugehaltenem Wasser. Daher erfolgen Berg- und Talfahrt in der gleichen Zeit. Die Schleuse Stechovice hat eine Stauhöhe von etwa 20m. Da wird der Dampfer zum Padelboot. Oberhalb dessen Volksfest an jeder Datsche - Glockengeläute, Ahoj-Rufe und Feuerwerk. Und der Dampfer klingelt (wie ne Straßenbahn) und pfeift zurück. Man kennt sich. Herrlich. Auf der Rückfahrt dann großartig die Annäherung an Prag. Vysehrad und Hradschin. Und viel mehr. Die Fahrt ist sehr zu empfehlen. Man muss gucken im Internetz: die Fahrten sind nur Sa/So, und da auch nicht immer. Nächstes Wochenende ist die letzte Fahrt für dieses Jahr. Vorbestellen ist sinnvoll. Hier noch ein Bild von PD Vltava am Steg Slapy. Viele Grüße Matthias

    Guten Abend, ergänzend zu den gestern schnell verschickten Grüßen möchte ich den vielen Schwarzbachtalbahnern für die geleistete Arbeit danken. Es ist großartig, was da geleistet wird. Macht weiter so. Vielen Dank dafür. Und weiterhin viel Erfolg. Wir kommen wieder gucken. Viele Grüße Matthias

    Guten Abend, zu den Tragflügelbooten: Bei der Weißen Flotte Stralsund, die für den ganzen Verkehr an der Ostsee (soweit möglich) zuständig war, gab es drei Einheiten. Sie waren vom Typ Kometa. Ihre Namen: Störtebecker I bis III. Siehe dazu die tolle Seite: http://www.ddr-Binnenschifffahrt.de. Die Boote fuhren ab Kabutzenhof und auch ab Warnemünde, zum Beispiel nach Wismar. Die Boote wurden nach 1990 nach Griechenland verkauft und dort im Inselverkehr eingesetzt. Wahrscheinlich heute a.D. bzw. Schrott. Viele Grüße Matthias

    Liebe Freunde, vielen Dank für Eure Äußerungen. Ich will es nicht besser wissen, glaube aber, ein bissl Einblick in den Betrieb zu haben. Auch bin ich immer wieder mit einigen Mitarbeitern im Gespräch - Schiffahrt wie Gastro. Habe mich auch jahrelang an den Geschäftsführern abgearbeitet. Will aber vier Gedanken sagen: 1) Ein Unternehmen sollte nicht denken, warum was nicht geht, sondern, wie was geht. 2) Heute morgen sind drei Schiffe, die bis letzte Woche noch angezeigt waren, nicht losgefahren. Die dort wartenden Gäste kommen wahrscheinlich nicht wieder. 3) Wenn man mal grob kalkuliert, braucht man etwa die Hälfte der Einnahme für das Personal. Die Kollegen wollen 365 Tage bezahlt werden - und das ist richtig so -, da kann nicht Anfang September die Saison zu Ende sein. 4) Heute fuhren 2 Schiffe im Gebirge zu Berg. Mit einem Abstand von 45 Minuten. Finde den Fehler!

    Ich - und viele Dampfschifffreunde gleichermaßen - wünsche, dass der Betrieb schnell und nachhaltig - um das strapazierte Wort mal anzuwenden - (wieder) auf die Füße kommt …

    Viele Grüße Matthias

    Guten Morgen, zu den fehlenden Gästen auf der Neustädter Seite: Ich denke, da muss man (also die Dampfschiffahrt) erst mal richtige Werbung machen und erklären, wo es was zu sehen und erleben gilt. Aber Werbung kann die Dampfschiffahrt nach wie vor nicht. Der Dresdner ist es gewohnt, wenn was mit den Schiffen ist, dass er auf die Terrasse geht und das haben die Leute gemacht. Auch haben die Leute die Kapriolen des Betriebes - man nehme nur das merkwürdige Verhalten bezüglich des Fahrplans - satt. Und alle die noch mitfahren, wundern sich über qualitative Änderungen (Gastro). Leider. Das ist nun schon Stadtgespräch … Das Konzert wäre übrigens der ideale Augenblick gewesen, einen tollen und kundenorientierten Fahrplan den Leuten zu geben, vielleicht sogar verbunden mit einer intelligenten Gutschein- oder Rabattaktionen. Der Betrieb hat über 10 Jahre lang die Schiffe leer organisiert. Jeder wird Dir in Dresden sagen: Dampfer fahren ist teuer und klappt nicht. Da muss man erst mal dagegen ankommen. Und das wäre (zuerst) die Aufgabe des Betriebes selbst. Aber man hat lieber den Fahrplan optimiert - also zusammengestrichen. Das sind die Tatsachen. Meint traurig: Matthias

    Guten Abend, wenn ich gerade richtig gelauscht habe, hat gerade die Leipzig mit ihrer richtigen Pfeife in Blasewitz talwärts gepfiffen. Morgen Abend gibt es ja dann an der Terrasse das Ereignis der Aufführung eines neuen symphonischen Werkes für Orchester und 5 Dampfpfeifen. Viele Grüße Matthias

    Guten Abend, der auf den dänischen Bildern abgelichtete Kapitän, der die Meißen 1985 bis zum Umbau führte, war nicht Kapitän auf der Leipzig vor deren Großbau. Dort arbeitete damals ein Kapitän, der zuvor auch auf dem Gleitboot war und auf der Leipzig sich dadurch auszeichnete, dass er regelmäßig auf der Talfahrt abwechselnd mit dem 1. Steuermann den Bundstaken höchstselbst setzte. Und das war bei ihm immer ein tolles Schauspiel. Er war dan Kapitän auf Pieck/Cosel (1) und dann ab 1994 bis zum Ruhestand auf August (2). Ich habe ihn in sehr guter Erinnerung. Gleiches gilt auch für den schon genannten ganz langjährigen Kapitän der Dresden Karl-Heinz Haustein. Ich glaube, an Dienstalter auf einem Schiff wird er wiederum nur von einem Kapitän übertroffen …


    Ich möchte doch noch einen Gedanken zum „optimierten“ Fahrplan sagen: Alle, die in der 5. Klasse im Geografieunterricht den Bezirk Rostock behandelt haben, haben gelernt - wenn sie aufgepasst haben -, dass ein Schiff dann Geld verdient, wenn es fährt. Wenn es auf Reede liegt, kostet es Geld. Bei Hurtigruten sagte man uns auf unsere Frage, wann das dortige Schiff wieder zur Werft gänge, dass man das ließe, wenn man weiß, was auf der Werft ein Tag kostet. Also: Die Schiffe müssen fahren. Wenn man den Fahrgästen lang genug beibringt - und das ist zumindest in der Sächsischen Schweiz bald gelungen -, dass die Schiffe ohnehin nicht fahren, glauben das die Leute irgendwann. Und: Ein Unternehmer, der nix unternimmt, ist verloren …

    Ahoj: Matthias