Hallo!
Vor dem Einbau meiner Platine habe ich das Modell mit der BRAWA-Platine und einem ZIMO MS450-PLUX22-Decoder getestet. Ich bin ehrlich gesagt etwas irritiert. Die Elektronik die sich über dem Decoder befindet ist nicht, wie von mir fälschlich angenommen, eine Verstärkung für eine, dann doch nicht gekommene, Digitalkupplung, sondern eine Spannungsversorgung, die die LEDs mit 5V betreibt. Wenn ich den Decoder einstecke und das Licht einschalte, dann fängt es in dem Bereich der Elektronik an zu summen und der Schaltregler wird so heiß, dass man ihn mit dem Finger nicht anfassen mag. Das fand ich äußerst merkwürdig und habe dem BRAWA-Support geschrieben. Die meinten, dass der Schaltregler bis zu 70 Grad warm werden könne und das "Summen" käme von irgend etwas daneben. Das wäre alles normal und die Lok hätte keinen Fehler.
Also ist es eine Lok mit serienmäßiger Zugheizung. Jetzt finde ich 70 Grad direkt unter einem Plastikgehäuse nicht so vertrauenserweckend und die nähere Betrachtung der Elektronik warf dann noch ein paar andere Fragen auf. Die LEDs sind alle mit je einem 100 Ohm-Vorwiderstand bestückt. Wenn aus dem Spannungsregler 5V kommen, dann ist mit 100 Ohm der Strom bei einer weißen LED etwa 14mA. Bei einer Standard-Rot-LED mit 1.7V Spannung komme ich auf 33mA. Ich weiß jetzt nicht, was BRAWA verbaut hat, aber eigentlich haben 0603-LEDs doch Standardmäßig einen I max von 20mA. Oder liege ich da falsch? Da die 5V aus dem Gleis erzeugt werden und nicht aus U+ und GND nach dem Gleichrichter des Decoders, ist das Licht auch nicht wirklich pufferbar.
Daher stand der Entschluss fest, die Platine gegen meine Selbstbauplatine zu tauschen. Inzwischen sind die Kondensatoren lieferbar gewesen und die Platine war somit fertig zum Einbau. Die ist relativ unspektakulär. Die PLUX22-Schnittstelle ist ganz normal verbunden und für das Licht sind vier Funktionsausgänge, sowie ein Weiterer für die Führerstandsbeleuchtung vorgesehen. Der Motor wird entstört, alle Anschlüsse sind identisch zur BRAWA-Platine angelegt und die beiden Pufferkondensatoren sind direkt über die Schnittstelle angeschlossen. Der ZIMO MS450P22 hat eine komplette Ladeschaltung auf dem Decoder, so dass keine weitere Zusatzelektronik erforderlich ist. Sollte ein anderer Decoder benutzt werden, so gibt es einen Lötjumper, der geöffnet werden kann, damit die Kondensatoren nicht weiter stören.
Die LEDs werden bei mir jetzt nicht mehr über die 5V angesteuert, sondern über die im Decoder gleichgerichtete Schienenspannung. Die 100 Ohm-Widerstände müssen jetzt allerdings getauscht werden, da diese für die höhere Spannung zu gering sind. Hier habe ich etwas experimentiert. Auf jeder Seite sind drei LEDs verbaut. Eine Rote, welche über einen Lichtleiter beide roten Lampen ausleuchtet. Dann gibt es noch zwei weiße LEDs. Eine leuchtet direkt hinter der oberen Spitzenbeleuchtung und eine Weitere ist für die unteren beiden weißen Lampen zuständig. Diese werden ebenfalls über einen Lichtleiter ausgeleuchtet. Jetzt ist es leider so, dass die LED für das obere Spitzenlicht deutlich heller als die beiden unteren LEDs ist, da der Lichtleiter fehlt. Deshalb habe ich etwas mit den Vorwiderständen experimentiert und bin zu folgenden Werten gekommen:

Die rote LED hat einen 4.7k Widerstand. Bei etwa 16V Schienenspannung macht dass dann ein Stromverbrauch von ca. 3mA. Das reicht bei aktuellen LEDs heutzutage vollkommen aus.
Die obere weiße LED ist einzeln angesteuert und hat einen 10k-Vorwiderstand und es ergibt sich ein Stromverbrauch von etwa 1.25mA. Die einzelne LED hingegen, die für die unteren weißen Lampen zuständig ist, muß etwas heller sein. Diese habe ich mit einem 3.3k-Vorwiderstand bestückt und da ergibt sich dann ein Stromverbrauch von etwa 3,75mA.
Wenn ich jetzt das Licht anschalte, dann leuchten alle drei Lichter gleichmäßig hell. Auch das Rot sieht gut aus.
Die Innenbeleuchtung hat auch einen neuen Widerstand in Höhe von 5.6k bekommen. Das ist auf dem Flexband etwas schwierig, aber eigentlich ganz gut machbar.
Jetzt ist meine Lok fertig und aus der analogen Version ist eine digitale Variante mit Sound und Pufferbaustein geworden. Alles perfekt und sauber aufgebaut. Ich mag so kleine Bastelprojekte und man lernt auch immer noch was dazu. Wie gesagt, es ist ein ZIMO MS450P22-Decoder mit dem Soundprojekt von Heinz Däppen in der Lok verbaut.
Grüße
Marco




