Beiträge von Selketalbahn2303

    Moin Ballerinafreunde,


    jetzt oute ich mich auch: Diese Lok ist für mich persönlich die schönste im Harz! :) Lassen wir jetzt mal Bedienfreundlichkeit und anderen Technikkram außen vor. ;)

    Ist sie auf jeden Fall! :)

    Ich persönlich vermisse ja die flache Rauchkammertür etwas. Die hat sie 2005 noch gehabt, bis 2011.

    Das war einfach das unverwechselbare Aussehen dieser Lok in den 80er, 90er und 2000er Jahren. Die neue gekümpelte Rauchkammertür sieht auch gut aus, aber sie passt wie ich finde besser zu anderen Loks.

    Besonders schön war sie auch (finde ich) in der kurzen Phase von 1999-2001, wo sie mit Rundzifferschildern, aber ohne Kontrollziffer -4 unterwegs war. Zusammen mit der 5906 hat sie im Epoche IV Zustand irgendwie den Charme der letzten Reichsbahnjahre auf der Selketalbahn in der DDR verkörpert.

    Am besten gefiel sie mir allerdings mit EDV-Nummer … eben so, wie ich sie 1985 kennenlernte, und wie sie glücklicherweise in den 2000er-Jahren nochmal eine ganze Weile herumfuhr

    Die EDV-Nummern standen ihr definitiv gut zu Gesicht, aber man hat ihr (finde ich zumindest) nicht angesehen, dass sie eine wirklich historische Lok aus Vorkriegszeiten und eben auch etwas ganz besonderes ist... ;)


    Bei mir persönlich stehen noch NWE T3, 99 222 und 99 5901 ganz oben auf der Liste.

    Die 222 war die Lok, mit der ich meine erste Fahrt im Harz (zum Brocken war das) gemacht habe und sie ist mir damals gleich ins Auge gefallen. Sowas prägt anscheinend ;)

    Hab anscheinend eine große Schwäche für Dampfloks aus der Vorkriegszeit mit Rauchkammerhandrad... :D

    Vielleicht liegt das daran, dass man die Laterne an der Rauchkammertür sowohl von den DR- als auch den DB-Normalspurloks i. d. R. gewohnt ist und alles abweichende dem Auge einfach unbewusst auffällt.


    Mit Dir, so scheint mir, haben wir einen Experten für Aussehen und Historie der 6001 unter uns,


    und einen großen Verehrer dieser Lok sowieso. :thumbup: :)

    Hallo Thomas,


    Auf jeden Fall! Bei den Normalspurloks ist das meistens der Fall. Aber bei kleineren Loks findet man das hochgehängte Spitzenlicht tatsächlich auch. Bei der Ballerina gehört es irgendwie zum Äußeren dazu. Mit dem Äußeren der Bundesbahnloks kann ich mich irgendwie nicht anfreunden. Rauchkammertür stets ohne Handrad, zurückgebaute Schürzen und diese kleinen Leuchten finde ich ziemlich ungewohnt. Bin seit Kindheitstagen eigentlich nur an Reichsbahndampfloks gewöhnt :D


    Ich freue mich immer, wenn ich da weiterhelfen kann! Bei der 99 5901 kenne ich mich auch recht gut aus.


    Das bin ich auf jeden Fall, kann ich wohl auch schlecht verleugnen. Vielleicht sogar der größte Fan der Lok, der frei rumläuft. ;)

    Deshalb achte ich auch mit Argusaugen über dieses Maschinchen und bekomme jede Änderung mit. Solange sie so aussieht wie seit 2016, wie ich sie "in Reallife" kennengelernt habe, bin ich sehr zufrieden... :love:


    Beste Grüße

    Jan

    Lieber Dampfachim,

    Danke für diesen informativen und gut geschriebenen Beitrag! :)

    Ein weiteres Indiz dafür, dass die Lok eine besondere Stellung bei den Halberstädter Personalen hatte.

    Man muss auch die zeitliche Situation bedenken: der Traktionswandel lief auf vollen Touren, das Ende des Dampflokeinsatzes lag nicht mehr fern und die meisten Dampfloks wurden "auf Verschleiß" gefahren. Wirklich viel Pflege bekamen nur wenige und es wurde auch selten noch etwas in die Loks investiert. Und da ist in HBS noch so ein Schmuckstück unterwegs...

    In Halberstadt waren zu diesem Zeitpunkt noch weitere Maschinen im Dienst, einige auch weiß angemalt, aber keine so rausgeputzt wie die 3662.

    Vielleicht wollte das Personal so zeigen, dass die Lok für sie einen ganz besonderen persönlichen Wert hatte.

    Leben denn die Halberstädter Planpersonale der 3662 aus dieser Zeit noch?


    Später in Oschersleben war die Lok genauso ein grauer Kübel wie die anderen 50.35. Hier genoss die 3559 gute Pflege.


    Bei der Magdeburger Ausstellung war der Wiedervereinigungsprozess in vollem Gange. Für die Dampfloks stand das endgültige Aus da bereits vor der Tür...


    Beste Grüße und vielen Dank für die vielen anregenden Beiträge

    Jan

    Um noch eine Kleinigkeit dazuzugeben: mir gefiel die 99 6001 in der Phase (war das um 2012 herum?) am besten, als das obere Spitzenlicht an und nicht oberhalb der Rauchkammertür befestigt war. M. M. n. sah das so sehr viel gefälliger aus.

    Hallo Thomas,

    In dieser Version fuhr die Lok erst nach der großen HU mit Kesselneubau zwischen Frühjahr 2014 und Sommer 2016. Bis August 2014 noch mit EDV-Beschilderung und ohne Fabrikschilder an den Zylindern. Ab Anfang 2015 war statt einer sehr großen eine kleine Leuchte an der Rauchkammertür befestigt.

    2012 war die Lok noch mit dem originalen Kessel, alten Wasser- und Kohlekästen, EDV-Beschilderung und Laterne über der Rauchkammer unterwegs. Es gab in diesem Jahr aber auch kleinere Änderungen: So wurde die vermutlich ausgezehrte, seit 1972 angebrachte flache Rauchkammertür gegen eine gekümpelte Tür auch ohne Zentralverschluss getauscht und die "Kein Trinkwasser"-Aufkleber auf den Wasserkästen entfernt. Im Oktober 2012 erlitt die Lok dann einen schweren Kesselschaden und wurde nach Meiningen überführt.


    Ich persönlich fand die Version mit tiefergehängter Laterne an der Lok schrecklich, wie bei den Neubauloks auch sah das irgendwie befremdlich aus. In der langen Dienstzeit der Lok war das auch nur in diesem kurzen Zeitraum der Fall. So können sich die Geschmäcker unterscheiden :D

    Mir gefällt sie so am besten, wie sie seit 2016 unterwegs ist: Mit Flachlaterne über der Rauchkammer, Fabrikschildern und Epoche III Beschilderung... :)


    Beste Grüße

    Jan

    Der Trabant war doch bestimmt ein 601, oder? Da ist es doch gar nicht so schwer, vom 601 den Bogen zur 6001 zu bekommen. Eine Null mehr macht kaum einen Unterschied. ;)

    Es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Sowohl Trabis als auch die Ballerina sind seehr haltbar und fahren seit Jahrzehnten zuverlässig über die Verkehrswege der (einstigen) DDR. :D

    Ich bedanke mich für Eure Reaktionen und besonders bei Jan für seine ausführlichen Erläuterungen zum Grund der Farbgebung und den damaligen "Kompromissen" in Bezug auf die Umstellung von Saugluft- auf Druckluftbremse. Danke, ham' wir wieder was dazu gelernt...

    Nichts zu danken, gerne wieder. Zur Ballerina kann ich meistens etwas beitragen.

    Wenn dazu nochmal Fragen kommen, stehe ich gern zur Verfügung.


    Nach ihrer Grün-Phase war die Ballerina übrigens sehr wandelbar und bis 2019 hat sie so einige optische Änderungen erfahren...

    Dem diensthabenden Entscheider bin ich zutiefst dankbar! :crazyeyes:


    (dem das dunklere Grün an der 5902 weitaus besser gefällt)

    Das Grün an der 6001 finde ich persönlich garnicht so schlecht, wenigstens hat man versucht, einen vermeintlichen Originalzustand hinzubekommen, im Gegensatz zu einer knallgrünen 5902 mit EDV-Spitzzifferbeschilderung und gelben Western-Laternen. :D

    Bei der 5902 gehts mir genauso wie Peter. Das dunkle Grün stand ihr gut zu Gesicht.


    Könnte mir auch Vorstellen, dass die Lok wieder Schwarz-Rot wird: 2014 haben die für teures Geld massenweise Farbtöpfe mit diesem Giftgrün aus Meiningen mitbekommen. Die sind wohl mittlerweile steinhart eingetrocknet und ein neues Grün wäre sehr aufwändig und teuer, da lässt man es vllt wieder? :/


    Meint Jan

    Den eigentlichen Grund dafür weiß ich nicht, vielleicht hatte es mit der Eröffnung der Brockenstrecke am 15.09.1991 zu tun.

    Hallo Micha,

    Die grüne Farbgebung bekam die Lok, weil die Mallets nicht ohne weiteres vor dem Traditionszug eingesetzt werden konnten.

    Die Reichsbahn hatte Ende der 80er Jahre begonnen, den Fuhrpark auf den Harzer Schmalspurbahnen von Saugluftbremse auf Druckluftbremse umzustellen, weil bestimmte Bauteile der Sauglufttechnik nur im Westen durch Devisen zu beschaffen waren. Um Kosten zu sparen und vom Westen unabhängig zu sein, wurde die Umstellung auf Druckluftbremse angeordnet.

    Bei den Mallets war dies schwierig umzusetzen, weil die dafür benötigte Luftpumpe nicht untergebracht werden konnte, ohne das Erscheinungsbild grundlegend zu verändern (bis einige Lokführer kleine einstufige Westinghouse-Pumpen im Ausland fanden und diese im Wasserkasten der Loks versteckt werden konnten).

    Die Mallets konnten somit nur noch als Vorspann eingesetzt werden, weil sie die Wagen nicht mehr bremsen konnten und man brauchte einen Ersatz.


    Irgendwer hatte dann die Idee, eine weitere ehemalige NWE-Lok in einen "Originalzustand" zu versetzen und die Wahl fiel auf 99 6001 (NWE 21). Man hat dann anscheinend ein Fabrikbild im Fotografier-Anstrich fälschlicherweise als Grün interpretiert und die Lok dann eben in diesem Grünton lackiert. Von den Fotografien aus den ersten Betriebsjahren zeigt aber keine einzige eine grüne Farbgebung, zudem waren über die Jahrzehnte mehrere kleinere Umbauten erfolgt, die das Erscheinungsbild der Lok verändert hatten.


    Die Lok half dann, wenn nicht im Selketal-Plandienst eingesetzt, als "Traditionslok" aus.

    1994 hatte sie eine kleine Kollision und wurde danach wieder im Reichsbahn-Schwarz-Rot lackiert.

    Die Mallets waren da schon mit Druckluftbremse ausgestattet und man brauchte die Ballerina nicht mehr als "historische" Lok. Erste Versuchslok war dafür die 99 5903.


    Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen. :)


    Beste Grüße

    Jan

    Moin Jan,


    auch schon mehrmals gezeigt, mein einzig gescanntes Bild der Lok vom 19.08.1987 in Halberstadt:

    Vielen Dank auch an Dich, Carsten!

    Der Zustand gefällt mir an der Lok eigentlich am besten. Mit weißen Lampenringen und dem aufgemalten Spitzzifferschild, aber noch ohne die weiße Bemalung der Rauchkammertür fuhr sie nur zwischen dem 8. und dem 22. August 1987 herum.

    Erst einmal stellt sich die Frage nach dem Verbleib der Fahrzeuge aus Hermeskeil und Falkenberg noch gar nicht. Oder gibt es irgend welche Signale, dass Herr Falz die Sammlung auflösen will?


    Aber von den vielen 50.35, 52.80, den Dampfspendern verschiedener Baureihen (auch 41) werden wir die wenigsten dauerhaft (also noch in 20 - 30 Jahren) irgendwo erleben können. Die sind einerseits nicht selten und andererseits im Zustand derart schlecht, dass zumindest die meisten von ihnen wohl keinen Abnehmer finden würden.


    Für die 01 204 hoffe ich ja auch auf eine lange Zukunft, 44 1106 wäre schön

    Lieber Dampfachim,

    Das ist auch meine Meinung!

    Einige dieser Maschinen sind wirklich in einem unrettbaren Zustand (wenn man realistisch denkt) und es sollte sich auf die halbwegs vollständigen Loks konzentrieren. Dass jemand bereit wäre dutzende 50.35 oder 44 zu kaufen, glaube ich auch nicht. Aber für die Seltenheiten und besseren Loks sollte sich in Zukunft ein trockener Schuppen finden lassen.


    Da kann man sich natürlich jetzt noch keine ernsthaften Gedanken drum machen, aber wie gesagt, die Zeit schreitet voran und macht auch vor einem Herrn Falz keine Ausnahme. Irgendwann im Laufe der nächsten 10-15 Jahre wird sich diese Frage stellen...


    Den Frevel, eine Altbau 01 und eine sehr berühmte 44er dem Schrott zuzuführen, begeht heute glaube ich niemand mehr.


    Meine Frage war eher allgemein gemeint, ob Dampfloks einen "ideellen Wert" haben. Der dürfte wahrscheinlich auch baureihenabhängig sein... :/

    Eine Altbau 01 hat sicherlich einen hohen ideellen Wert, eine Reko-50 im Verfallsstadium vermutlich eher weniger.


    Hier ein Bild dieser Lok in Hermeskeil. Hab ich am 21.09.2013 dort aufgenommen.

    Danke auch an Gerd!

    Da sieht man den Zustand der Lok sehr gut. Wahrscheinlich ist er mittlerweile noch schlechter. Aber immerhin- die Lok ist halbwegs vollständig und kein ganz hoffnungsloser Fall, so wie manche 52.80 oder 44 in Falkenberg.

    "Mehr Leistungen zum Wohle des Volkes und für den Frieden - Alles für die Verwirklichung der Beschlüsse des XI. Parteitages der SED" prangert am 24.04.1988 am Verwaltungsgebäude des VEB Eisenhüttenwerk Thale.

    50 3662-9 verlässt hier, die bei Eisenbahnfreunden bestens bekannte Drehscheibe im Bahnhof Thale.

    Vielen lieben Dank Euch allen für die schönen Bilder!

    Besonders die Farbbilder vom Zustand der Lok von Ende August 1987 bis Mai 1988 sehen sehr gut aus, sowohl vom Farbenspektrum als auch von der Perspektive. :)

    Auch die Thalenser Drehscheibe ist ja mittlerweile Geschichte und die sozialistische Propaganda auch...


    Beste Grüße

    Jan


    50 3662 gehörte zumindest zu letzterer Gattung und wurde durch das Bw Magdeburg zumindest vollständig als Heizlok erhalten. Ob sie wenigstens offiziell noch für den Streckendienst zugelassen war, weiß ich nicht. Angesichts ihrer 1987 ausgeführten L 6, dürfte sie zumindest (ohne Fristverlängerung) bis 1990 gültige Fahrwerksfristen besessen haben. Ob ihr technischer Zustand einen Zugdienst allerdings noch zuließ, steht sicher auf einem ganz anderen Blatt. Im Heizlokdienst wurden die Loks in Magdeburg nicht geschont, leider aber auch nicht besonders gepflegt. 1990 wurde sie aber scheinbar nochmals unten herum lackiert und ausgestellt, wohl sogar unter Dampf: Dampflokomotivarchiv

    Sie war nicht als nHL umgebaut und somit vollständig. Auch heute in Hermeskeil liegen die Treibstangen noch auf dem Umlauf. Wo sich die Schwingenstangen befinden, kann ich natürlich nicht sagen. Aber sie wurden der Lok beim Verkauf ganz sicher mitgegeben.

    Was an der Lok heute fehlt, kann ich nicht beurteilen. Ich habe sie immer nur auf Fotos gesehen. Aber das dürfte alles ersetzbar sein.

    Danke Dampfachim für diese Richtigstellung! :)

    Hallo zusammen,


    es ist wirklich traurig zu sehen, was aus den Maschinen geworden ist. Allerdings wären die meisten von ihnen bereits kurz nach der Wende dem Schneidbrenner zum Opfer gefallen, somit wurden sie zumindest erstmal gerettet.

    Das was da so stark rostet dürfte zum größten Teil "Dünnblech" sein. Bis Teile wie Achsen, Rahmen, Kessel oder Zylinder weggerostet sind müsste man schon einige Jahrzehnte länger warten.

    Die Frage ist eher, was mit 100 Dampfern anzufangen ist, die häufig total gerupft wurden und auch nicht selten sind (42er und 58er mal abgesehen)

    Die Maschinen im Schuppen, insbesondere die 01 204 oder 44 1106 und diese Seltenheiten werden ihre Käufer finden. Auch die 41er werden wohl nicht unterm Schneidbrenner landen. Aber was dann überbleibt dürfte größtenteils schwer vermittelbar sein. ;(


    Meint

    Jan


    hier ein Bild vom Oktober 1977 in Gernrode:

    Hallo Manfred,

    Vielen lieben Dank!

    Schönes Bild, sogar noch mit FDJ- und DDR-Wimpel am Nummernschild...


    Beste Grüße

    Jan