Neues aus dem Museumsbahnhof Asbach – Eine Bahn versetzt(e) Berge
Die Aussage klingt ein wenig seltsam, aber da steckt viel Wahrheit drin. Die RSE hat alles transportiert, was man mit einer Bahn so transportieren kann – Lebensmittel, Kohle, Erze, Industrieprodukte, Altbatterien, sogar ein Segelboot – aber das wichtigste Transportgut war ab den 1890er Jahren der Basalt!
Das „graue Gold“ des vorderen Westerwalds wurde für den Straßenbau, den Bahnbau (Gleisschotter), aber vor allem auch für den Deichbau benutzt. Wer die Uferbefestigungen an der Nordsee in Deutschland und speziell in den Niederlanden betrachtet, sieht oft die charakteristischen meist 5-56-eckigen Basaltsteine in Deichen verbaut. So wurden tatsächlich Berge versetzt, indem mit ihren Steinen ganz woanders etwas gebaut wurde.
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(Basalt hier mal im Wegebau eingesetzt im Rheinauenpark Bonn - Foto M.Borutta)
Über die Jahrzehnte waren insgesamt 27 Steinbrüche an das Netz der RSE angeschlossen. Die bedeutendsten waren in Bennau und in Eudenberg. Das war auch der Grund, warum die Basalt AG Linz schon vor dem ersten Weltkrieg die operative Kontrolle über die Bahn und dann konsequenterweise auch die Aktienmehrheit übernahm.
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(ehemalige Steinbrüche an der Dollendorfer Hardt - hier sieht man den Grund, warum der Steinabbau im Siebengebirge nach und nach unterbunden und ins Hinterland verlagert wurde - Foto M.Borutta)
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(Bennau - der damals größte Steinbruch im vorderen Westerwald! Die Jahrestonnage entsprach in Spitzenzeiten dem Gewicht aller im Kölner Dom verbauten Steine! Foto Slg. C.Gussmann)
Und das erklärt auch, warum ein Teil unserer Ausstellung sich auch dem Basalt und der Basalt AG Linz widmet. Unsere Gartenbahn, die dieses Jahr wieder aufgebaut wird, wird deswegen auch zukünftig an einem Basaltpark entlangführen. Und nicht zuletzt bereichern beide erhaltenen Dampfloks der Basalt AG Linz in 785 mm Spurweite unsere Sammlung. Neben der O&K 7729, die seit August 2025 bei uns zu sehen ist, ist auch die Jung 8301, die jahrelang in Hennef auf dem Betriebsgelände der RSVG stand, seit 2021 in unserem Bestand (wenn auch zur Zeit in der Werkstatt untergebracht und momentan nur zu besonderen Anlässen zugänglich).
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(Lok Jung 8301 an ihrem alten Standort beim RSE-Nachfolgeunternehmen RSVG Foto: C.Gussmann)
Begeben Sie sich auf die Spur der Steine in unserem Museumsbahnhof Asbach am 11. und 12.04.2026 zu unserer Saisoneröffnung. Auch auf unserem Gelände ist an vielen Stellen wie selbstverständlich Basalt zu sehen – schauen Sie einfach mal genau hin. Und wer auf Entdeckungstour zu den alten Steinbrüchen will – wir geben gerne Tips, wie man auf den alten Trassen der RSE zum Beispiel zum heute schönen See im ehemaligen Steinbruch Bennau (nur ca. 3 km vom Museumsbahnhof entfernt) kommt.
Im Hier und Jetzt standen im März eine Reihe von unspektakulären aber eben wichtigen Arbeiten für unsere Aktiven an – mehr dazu wie gewohnt in Tims Monatsbericht hier: https://museum-asbach.de/maerz-2026/