Beiträge von Danilo Pietzsch

    Hallo Julian,


    Die Nummernschilder sind nicht fest an der Lok angebracht gewesen. Die Schilder am Schlot sind mit einem Spannband oder einem Ring befestigt, wie auf einigen der hier gezeigten Bilder zu sehen. Die Schilder am Führerhaus sind entweder von innen oder mit außen am Seitenwandblech aufgeschweißten Muttern und durch das Schild mit Senkschrauben befestigt. Es entstand auf jeden Fall ein Abstand zwischen Führerhaus und Nummernschild, die Schrauben sind außen nicht überstehend. Es gibt aber verschiedene Bilder mit EDV-Nummer und NWE-Nummer, die um 1974 aber auch nach 1980 entstanden sind. Wonach sich das Anbringen der Schilder richtete, ist sicher nur vom Personal oder Einsatzleitern zu erfahren. Doch sehr wahrscheinlich war es nicht üblich gewesen, die Schilder immer sofort nach Sonderfahrten wieder zu entfernen oder auszutauschen, wie es heute wegen möglichem Diebstahl notwendig ist. Wenn ich mir die Bilder z.B. von Wieland Schulze und Klaus Gottschling (im Link) betrachte fallen noch einige Details auf, die in verschiedenen Postings nicht beachtet wurden und zu falschen Aussagen über die zeitliche Zuordnung durch Andere führen. Ich will deshalb einige der auftretenden Merkmale mal zeitlich zuordnen.
    Vor 1974 war die Lok eindeutig schwarz ohne NWE-Nummern. Erst im März 1974 wurde ein dunkelgrüner Lack auf den Wasserkästen, Zylinderverkleidungen und den gesamten Führerhauswänden (auch auf den Bildern der Selketalbahn-Webseite zu sehen aber anders im Text stehend?!) angebracht, dazu weiße Zierlinien und Punkte. Die Lok hat auf den Bildern immer die EDV-Nummern und nur zur Ausstellung dazu die NWE-Nummer an Schlot, Führerhausseite und zusätzlich noch auf den Klappen der mittleren Rückwandöffnung. Das alte Führerhaus hatte als eindeutige Merkmale eine breite hintere Rückwandöffnung und auf der Heizerseite einen außenliegenden Verteilerksten mit nach unten abgehender Leitung (zur Triebwerksbeleuchtung oder wofür??). Die Beschriftung am Wasserkasten liegt einmal mittig unter dem Tritt, es sind keine „Trinkwasserwarnschilder“ zu sehen.
    Auf dem Bild von Wieland neben der Lok ist aber ein „Trinkwasserwarnschild“ und eine Beschriftung nicht mittig unter dem Tritt zu sehen. Wenn das Bild tatsächlich nach März 1974 entstand, dann würde die Lok einen Neulack in Schwarz haben müssen.
    Wie die Lok nach der 75-Jahr-Feier bis zum Unfall 1977 lief konnte ich aber nicht genau erkennen.
    Nach der Unfallaufarbeitung war die mittlere Rückwandöffnung erkennbar kleiner und als wichtiges sichtbares Merkmal der Verteilerkasten auf der Heizerseite mit nach oben als Schlaufe gedrehter Leitung. Diese Leitung sieht man so auch auf dem ersten Bild von Henning Gothe so.
    Auf den Bilder der Selketalbahn-Webseite hat die Lok 1978 einen hellen grünen Lack ohne Zierstreifen, im Jahr 1979 dann gelbe und schwarze Zierlinien und Punkte auf Wasserkasten, Zylinderverkleidung und gesamten Führerhausseiten. Die Lok hatte keine Beschriftung unter dem unteren Tritt, dafür aber oberhalb der Nummer 11 noch den Schriftzug N.W.E.
    Nach den Sonderfahrten sind die Zierlinien sicher bald verschwunden und der Lack wurde dreckig-grün.
    Auf den Bildern von Henning Löther ab 1982 nach RAW-Aufenthalt sieht man einen grünen Lack ohne Zierstreifen und EDV-Nummern. Es sind mehrere Beschriftungen unterhalb der Tritte erkennbar. Die Nr. 11 war auf den Seiten als Schild, am Schlot als Ziffer mit Bandage und extra unterhalb der mittleren Rückwandöffnung aufgemalt zu sehen. Das soll also bis mindestens 1983 so ausgesehen haben.


    Auf einer der Aufnahmen im neueren Posting von Henning Gothe sind diese Details erkennbar, allerdings ist es für mich verwunderlich daß die Lok 1983 (ursprüngliches Bild) aufgemalte EDV-Nummern hat, im Bild vom Winter 1983/1984 nur die NWE-Nummer ohne gemalte EDV in schwarz?, dann aber 1984 wie auf anderen Bildern wieder aufgemalte EDV an den grünen Seiten. Ein Bild davon muß deshalb meiner Meinung nach immer noch falsch datiert sein! Ich vermute es ist das Bild mit der NWE-Nummer im Winter (1982/83?!)
    In den Farb-Bildern von Wieland Schulze 1984 und auch von G.Feuereisen hat die Lok einen hellgrünen Lack mit starker Verschmutzung ohne Zierlinien und aufgemalte EDV-Nummern an Führerhausseitenwand und -rückwand. Der Platz der NWE-Nummer ist ebenfalls an den Seiten zu erkennen, sogar der Platz des Ringes am Schlot ist erkennbar andersfarbig.
    Der Lack war bis spätestens 1987 zu den Sonderfahrten Selketalbahn und MOROP-Kongress mit vorherigem Neulack bestimmt nicht besser geworden.


    Nach dem aufwendigen Detailvergleich kann hoffentlich jeder seine eigenen Bilder einem Zeitraum bzw. Jahr zuordnen.


    Für heute habe ich davon aber genug.


    Tschüß, Danilo

    Ich habe gerade verschiedene Bücher gewälzt, um Bilder von 99 5901 zu finden.
    In dem Buch "Die Selketalbahn" (Transpress 3.Auflage 1989) steht auf S. 90 die von Julian angegebene Variante: 99 5903 seit 1974 grün, 99 5901 seit 1979 grün. Auf Seite 93 dann zwei Bilder der 99 5901 mit verschiedenen Zierstreifen weiß auf schwarz(?) 1974 und weiß/schwarz auf hellgrün im Jahr 1979. Auf S. 95 werden dann die auf S. 90 zugeordneten Jahre der Originalfarbgebung vertauscht aufgelistet. Zur Feier 100 Jahre Selketalbahn im August 1987 sind beide Loks gemeinsam in grün mit schwarzen Zierstreifen gefahren (Bilder S. 78, 81). Soviel zu diesem Buch.
    Im Buch "Harzquer- und Brockenbahn" (Transpress 2.Auflage 1990) ist kein Bild zur Lok aber ein Hinweis auf eine Fahrt als NWE 11 zur 750-Jahr-Feier durch Wernigerode auf einem Straßenroller (S.103). Zu 99 5903 sind Bilder von 1980 in grün mit weiß/schwarzen Zierstreifen, und 1981 nur noch mit schwarzen Zierstreifen.
    Im Buch "100 Jahre Harzquer- und Brockenbahn" (EK-Verlag 1999) ist 99 5901 auf S. 97 abgebildet in grün mit weiß/schwarzen Zierlinien, diesen Anstrich hat sie laut Bildtext im Jahre 1974 anläßlich der 75-Jahr-Feier erhalten. Laut Text S. 106 wurde aber der Oldtimer-Sonderzug mit 99 5903 in grüner Farbgebung der Wasserkästen und Zylinderverkleidung hergerichtet, was auch mit Bildern auf S. 107 gezeigt wird. Auf S. 109, 110 fehlen auf den Bildern schon die weißen Zierlinien, die Bilder haben aber keine Jahresangabe. Auf S. 117 steht, daß sich die DR mit der grünen und mit NWE 11 bezeichneten Lok auf Straßenroller am 1.Juli 1979 beim Festumzug durch Wernigerode beteiligt. Auf S. 138 sind wiederum Bilder einer Sonderfahrt mit NWE 11 und 13 in grün mit nur schwarzen Zierlinien zu sehen.
    Bilder aus den Jahren dazwischen sind immer nur von 99 5903 abgebildet, alles ist also in diesen Büchern wenig genau oder hilfreich.
    Jetzt aber zu einigen weiteren Bildern, die das ganze Farbenspiel evtl. aufklären können. In den Büchern "Die Jagd nach dem Dampf" (Gondrom 1989) auf S. 50 und in "Reisen mit der Schmalspurbahn" (Gondrom 1990) auf S. 59 ist 99 5901 mit
    einem stark ausgewaschenem grünen, eher schwarzbraunem Lack ohne Zierlinien im Einsatz zu sehen, allerdings in undatierten Bildern von G.Feuereisen. Die Bilder müssen im gleichen Zeitraum vor dem Erstauflagetermin Transpress 1985 gemacht worden sein. Es liegt also nahe von einer Lackierung 1974 oder 1979 auszugehen, die nicht lange gehalten hat und evtl. nur auf den alten schwarzen Lack aufgemalt war, weshalb auf dem Bild von Henning Gothe der Lack nur noch schwarz war. Weitere Hinweise auf den zeitlichen Zusammenhang der Feuereisen-Bilder und dem Bild von Henning Gothe erkennt man wahrscheinlich am vorderen Metallschild, den seitlich nur aufgemalten Schildern und den Resten der Beschriftung an der Wasserkastenseite und dem Führerhaus.


    Hoffentlich bekommt meine Vermutung der zeitweisen Farbänderung noch mehr Bildbeweise, möglichst auch datiert.


    Damit aber genug für heute abend.


    Tschüß, Danilo aus Radebeul