Beiträge von 99 4652

    Hallo Achim,


    danke vielmals für diese erschöpfende Antwort! Ein weiteres Rätsel um diese Lok ist gelöst. ;) Auch neu für mich ist, dass die Lok die Trofimow-Schieber offenbar schon zu Nordstreckenzeiten erhalten hat. Ob das wohl auch für ihre Schwestern galt?


    Sehr interessant auch das Beweisbild. Wie niedlich doch der Schieber im Vergleich zur Schiene oder auch zum Trofimow-Schieber der 41 144 (Bild bei Wikipedia) wirkt...


    Hoffen wir, dass er an der 99 4652 schon bald wieder für ein (bei den kleinen Maschinen ja eher dezentes) Klacken sorgen darf!


    Viele Grüße
    Hendrik

    Hallo Achim,


    vielen Dank für die Erklärung. Mich würde natürlich mal interessieren, ob die 99 4652 immer noch oder wieder über Müller-Schieber verfügt. Die Nicki fährt ja mit Trofimow-Schiebern herum, aber stammen die von der Frank S alias 99 4652 oder wurden sie neu angefertigt? Wo ich am Samstag die Zylinder mal ganz aus der Nähe und ohne Verkleidung betrachten konnte, kam mir diese Frage in den Sinn.


    Viele Grüße
    Hendrik

    Moin Gulliver,


    wenn Du nichts dagegen hast, dass ich Dir antworte: Nein, es gab keine zehn Vorgänger, lediglich eine 99 4001. Laut Wikipedia trug diese ihre Nummer allerdings nur ganz kurze Zeit. Dennoch gehörte die ursprünglich österreichische Lok, nach dem zweiten Weltkrieg im "Reichsbahngebiet" verlieben, einer anderen Baureihe an als die Mansfelder Vierkuppler. Darum wählte man bei der wohlgemerkt fiktiven Einordnung in das DR-Nummernschema von 1950 die nächste freie Zehnergruppe, wie bei Schmalspurbaureihen aufgrund der hohen Artenvielfalt üblich (anstelle der Hunderter bei der Regelspur, darum heißt es auch 03.10, aber 99.465, obwohl die Loks beider Baureihen sechsstellige Betriebsnummern tragen).
    Die "40" vorneweg erklärt sich nach ebenjenem Plan durch "4" für 750 mm Spurweite und "0" für 10 Mp Achslast.


    Viele Grüße
    Hendrik


    P.S.: Die MBB-Lok 10 war kurzzeitig mal unter der Nummer 99 4010 als Gastlok beim Öchsle unterwegs, also sozusagen "semi-legal". Üblicherweise beginnt man innerhalb einer Baureihe natürlich mit einer 1 als letzter Ziffer. Es passte allerdings gut mit der MBB-Betriebsnummer.

    Moin Achim,

    Zitat

    Original von dampfachim
    Eckventile und Nicolai-Schieber schließen sich ja aus. [...] Das ist einfach ab Lok 99... geändert worden. Die ersten wurden so und die letzten anders geliefert.


    Zu diesem Schluss bin ich dann ja auch gekommen. Das konnte ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Die Gegendruckbremse liefert zudem einen stichhaltigen Beweis und zeigt, dass z. B. die 99 731, Baujahr 1928, für Stefan keine "Konkurrenz" zur 99 4011 sein kann.


    Zitat

    Der Einbau dieser lizensierten und sicher auch nicht ganz billigen Druckausgleichschieber in eine Splittergattung mit gerade einmal zwei Maschinen dürfte wohl allein auf Grund der abweichenden und nicht oft vorkommenden Abmaße für den Besteller ( KJI ) viel zu teuer gewesen sein.


    Das ist sicherlich der Grund, den ich gar nicht so vor Augen hatte. Die KJ I war zum Bestellzeitpunkt wohl alles andere als liquide. Allerdings sind die sechs Loks von O&K nun auch keine allzu große Stückzahl, und die Konstruktion geht ebenfalls auf einen "privaten" Besteller zurück (allerdings weiß ich nichts über dessen Finanzlage). Hinzu kommt, dass die Schieber damals noch neu waren und man über eine Bewährung auf längere Zeit noch nicht viel sagen konnte. Ob ich da die Lizenz bezahlt hätte?


    Eine Frage hätte ich aber noch zu den Müller-Schiebern. Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass diese vom Grundprinzip den Nicolai-Schiebern ähnlich sein sollen (ich nehme an, ebenfalls zweigeteilte Schieberkörper). Weißt Du etwas über deren Funktionsweise? Immerhin waren sie bei der DB das, was für die Reichsbahn die Trofimow-Schieber waren, wenngleich auch heute noch ehemalige "Westloks" bei Gelegenheit mit letzteren ausgerüstet werden.


    Viele Grüße
    Hendrik

    Hallo Stefan,


    Zitat

    Original von Stefan Wilke
    Aus diesem Anlass möchte ich hier einmal darauf aufmerksam machen, dass die 99 4011 eine der ältesten, vielleicht sogar die älteste betriebsfähige deutsche Schmalspurdampflok ist, die ab Werk mit Druckausgleichkolbenschiebern ausgerüstet war.


    Interessantes Thema. Das ist gut möglich, allerdings haben z. B. auch schon Einheitsloks der BR 99.73-76 ab Werk Nicolai-Schieber erhalten. Ich weiß allerdings nicht, ab welchem Baulos - auf http://www.saechsische-schmalspurfahrzeuge.de liest man, sie hätten Eckventil-Druckausgleicher und Nicolai-Schieber besessen. Das wage ich aber zu bezweifeln, zumal das erste Baulos noch mit Riggenbach-Gegendruckbremse geliefert wurde, die mit Druckausgleichkolbenschiebern nicht vernünftig funktioniert. Also gehe ich eher davon aus, dass die Loks zunächst mit Eckventilen und später dann stattdessen mit Nicolai-Schiebern geliefert wurden. Das einzige für uns interessante wäre das zweite Baulos (von 1929), darunter befänden sich 99 746 und 749 als betriebsfähige Vertreter. Das dritte Los wurde erst 1933 geliefert und ist somit jünger als die O&K-Loks. Heute haben natürlich alle Loks längst Trofimow-Schieber erhalten.


    Eigentlich war die 99 4011 damit vor der Fahrwerks-HU aber noch interessanter, als sie noch mit Schiebern der Ursprungsbauart unterwegs war (wenn auch vielleicht nicht mehr mit den Originalen). ;)


    Interessant ist auch, dass selbst wesentlich modernere Loks wie z. B. die KJ I Nr. 20 und 21 (99 4801 und 02, Baujahr 1938 ) noch mit Regelkolbenschiebern und einem Druckausgleicher mit Luftsaugeventilen geliefert wurden. Erst in den 1950er Jahren wurden Druckausgleichkolbenschieber eingebaut (damals noch welche der Bauart Müller, mit denen z. B. auch die HF 110 C ab Werk ausgestattet wurden).


    Zitat

    Wenn ich recht informiert bin, wurden die ursprünglich nach Nicolai (vermutlich der Erfinder) benannten Druckausgleichkolbenschieber später in Karl-Schulz-Druckausgleichkolbenschieber umbenannt. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine "Arisierung" der Bezeichnung im Dritten Reich handelte.


    Das habe ich so auch gelesen. Herr Nicolai war offenbar ein Jude, und so wurde das Patent zur Zeit des Dritten Reichs auf Herrn Karl Schulz, der an der Entwicklung zumindest mitbeteiligt gewesen sein soll, umgeschrieben. Belegen kann ich jedoch nichts.



    Viele Grüße


    Hendrik

    Hallo Achim,


    vielen Dank für diese schöne Neuigkeit! :spos: Wünschen wir ihr weiterhin gute Fahrt und viele zufriedene Fahrgäste (und Lokpersonale!). Hoffentlich machen sich die Buntmetalldiebe nicht an ihr zu schaffen...


    Macht es denn jetzt schön "Klack"? ;) Und dürfen wir überhaupt noch mit dem charakteristischen Panzer-Quietschen rechnen?


    Viele Grüße auf die Insel
    Hendrik

    Hallo,


    da muss sich die Betroffene wohl selber melden... :B Mirko, ich glaube, Thomas wollte auf etwas anderes hinaus. Du schriebst: "Mittlerweile steht die Lok nur noch auf dem Rahmen in der Einsatzstelle."


    Da drängt sich die Frage auf: Was ist denn "die Lok", und was von ihr steht noch auf dem Rahmen? Die Antwort ist einfach: Die Identität einer Lok liegt in ihrem Rahmen. Jede beliebige Baugruppe kann getauscht werden; solange der Rahmen bleibt, behält die Lok ihre Nummer (Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe z. B. 50 622). Damit steht in Putbus also nicht die Lok auf dem Rahmen, sondern nur noch der Rahmen (auf den Achsen, so wie von Thomas beschrieben).


    Dass dieser Zustand nicht für immer sein wird, ist stark anzunehmen, wurde aber auch nie infrage gestellt. ;)


    Viele Grüße
    Hendrik

    Hallo Kolli,


    ein toller Film! Ich bin begeistert. Ich sammle nun schon seit Längerem Aufnahmen der Bahn an, irgendwann möchte ich auch mal so ein schönes Filmchen erstellen... An einigen Deiner sehr gut gewählten Standpunkte habe ich daher auch schon gefilmt, so z. B. am netten BÜ in Garftitz. Die Strecke bietet so schöne Motive! ;)


    @GünTHer: Einfach dem Vorschlag folgen und das Video auf YouTube ansehen. Dazu brauchst Du bloß das "YouTube"-Symbol unten rechts im Bild anzuklicken.


    Viele Grüße
    Hendrik

    Hallo,

    Zitat

    Original von dampfachim
    Die Aufarbeitung dieser Lok, der 99 4652 ( ein User hat sich sogar nach ihr benannt ) , ist in vollem Gange.


    so ist es! :D Falls Du es noch nicht gesehen haben solltest, Schmalspurlok: Es wurden in diesem Thread hier gerade erst Bilder vom aktuellen Zustand der Lok bzw. von Rahmen und Kessel gepostet.


    Auf den Führerstand bin ich auch immer gern geklettert. Kein Besuch in Putbus endete ohne Besichtigung der 4652 und einem Klimpern in der Spendenkasse. Dass man davon keine HU finanzieren konnte, war mir allerdings schon klar... Diesen Januar habe ich den Museumszug das erste Mal unbespannt vorgefunden, irgendwie seltsam.


    Ich möchte sie natürlich auch gerne mal über die Insel dampfen sehen! Bis vor Kurzem hatte ich diese stille Hoffnung schon fast begraben. Aber nun sieht die Welt ja schon wieder ganz anders aus. Wünschen wir dieser tollen Maschine das Beste für ein zukünftiges drittes Leben.



    Viele Grüße


    Hendrik

    Hallo,


    juhu, ein Traum wird wahr! Danke, Thomas, für dieses Bild - sieht doch toll aus! Wirklich schade, dass der absolute Großteil aller noch täglich betriebenen Schmalspurbahnen so am EDV-System festhält. An dieser Stelle einen schönen Gruß an die Verantwortlichen in Zittau und bei der Fichtelbergbahn! Bei den HSB gab es zum Glück ja schon vorher Ausnahmen (wie sieht bitte auch "99 7222-5" aus?!).


    Von mir aus können sich andere Stammpersonale, vielleicht sogar von anderen Bahnen, gerne ein Beispiel nehmen! :)


    Viele Grüße
    Hendrik