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  2. Philipp Dreidax

Beiträge von Philipp Dreidax

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 13. April 2026 um 07:33
    Zitat von 155Treiber

    Wie sehen eigentlich die zukünftigen Pläne für eure Strecke aus?

    Erhalten und Pflegen. Für alles darüber hinaus warten wir noch auf die zweckgebundene Millionenspende ;)

    Im Ernst: Es gibt die Idee, in Mesendorf die beiden kurzen Werkbahnweichen durch normale EW49-100 zu ersetzen. Dafür muss aber der gesamte Bahnhofskopf umgebaut werden. Und da es für solche "Luxus-Sanierungen" aber in Brandenburg keine Fördertöpfe für NE-Bahnen oder Vereine gibt und der Vereinshaushalt natürlich immer knapp ist, sehe ich hierfür in den kommenden Jahren noch keine echte Chance.

    Zitat von Ludger K

    Das sind ja großartige Nachrichten, so ganz im Gegensatz zu der Mitteilung, daß die liebe Frau unseres Freundes Wolfgang Brockmann in der vergangenen Woche verstorben ist. Ohne Wolfgangs jahrelanges Engagement wäre der Pollo in seiner heutigen Form undenkbar - und ohne Rückendeckung seitens seiner Frau Doris noch sehr sehr viel weniger. Dafür – und für vieles mehr – gebührt ihr ein ganz herzliches Dankeschön! Ruhe in Frieden!

    Ja, das ist wirklich ein tragischer Verlust und sehr traurig. Bleibt auch zu hoffen, dass er dadurch nicht die Freude an seiner kleinen Bahn verliert.

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 10. April 2026 um 15:37

    Liebe Eisenbahnfreunde,

    etwas abseits des Tagesgeschäfts in Prignitz haben wir, wie hier nicht ganz unbemerkt geblieben ist, ein Vorhaben realisiert, das es in dieser Art viele Jahre nicht bei uns gegeben hat. Am 21.3.2026 konnten wir nach langen Verhandlungen und gründlicher Planung endlich den Pollo-Personenwagen 970-862 im Neuruppiner Ortsteil Gildenhall bergen und abtransportieren lassen. Seit dem 1. April steht er nun wieder in der “Pollo-Region”. Doch der Reihe nach.

    Vor etwas mehr als zehn Jahren, im Januar 2016, wurden die Preßnitztalbahn und anschließend wir durch einen Eisenbahnfreund auf den Standort des Wagens am Ruppiner See aufmerksam gemacht. Es folgten einige Ortsbesuche und Gespräche mit den Eigentümern Herr und Frau H. Doch so richtig kam keine Bewegung in die Sache. Der Wagen war noch als Schuppen für allerlei Imkerei-Utensilien in Benutzung und man wollte ungern auf die überdachte Fläche verzichten.

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    Zustand des Wagens im Januar 2016 bei seiner Entdeckung. Man kann durch die Fenster erahnen, wie vollgepackt der Innenraum ist. Foto: Volker Krehut

    Erst im Jahr 2023, Herr H. war leider inzwischen verstorben, kam ein Schenkungsvertrag für den Wagen zwischen Frau H. und unserem Verein zustande. Nun blieb noch das Problem der Bergung. Seitdem der Wagen dort stand, wurden die umliegenden Flächen dicht bebaut. Mit einem LKW heranfahren und per Kran aufladen war somit unmöglich. Der nächste Aufstellplatz für einen Kran liegt 45 Meter entfernt und hätte bei 5-6 Tonnen angenommenem Wagengewicht einen illusorisch großen Kran erfordert, dessen Tagessatz damals bei über 25.000 Euro gelegen hätte. Gedanklich hatten wir uns von dem Projekt seinerzeit vorerst verabschiedet. Für zwei unserer Mitglieder war endgültig Aufgeben aber noch keine Option.

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    Im April 2024 ist der Schenkungsvertrag schon unter Dach und Fach und der Wagenkasten beräumt. Aber wie kommt der Wagen nun hier weg?

    Anfang 2025 nahmen sie daher Kontakt mit dem THW-Ortsverband Neuruppin auf. Vor einigen Jahren hatte uns das THW schon einmal unterstützt, als durch einen Sturm der Signalflügel am Einfahrtsignal Lindenberg abgeknickt worden war. Bei einem gemeinsamen Ortsbesuch in Gildenhall keimte wieder Hoffnung auf. „Alles machbar“ war der Tenor vom THW. Und sie sollten Wort halten. Die Ehrenamtlichen des THW schmiedeten einen Plan, wie der Wagen dort mit ihrer vorhandenen Technik aus seinem verwinkelten Aufstellort auf den nächsten Weg gezogen und dort verladen werden könnte. Im Sommer 2025 wurden die Pläne dann konkreter.

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    Die Asbestplatten kommen runter. Foto: Andreas Stolle

    In Vorbereitung der Bergung begannen wir, den inzwischen leergeräumten Wagenkasten für den Transport vorzubereiten. Da waren zunächst die früher so beliebten Asbestplatten, die außen auf den Wagen geschraubt waren. Heute absolutes Teufelszeug, das nur mit umfassender Schutzausrüstung bearbeitet werden kann. Am 28. Juli rückte eine kleine Delegation von uns an, um den Wagen davon zu befreien und die Platten anschließend kostspielig zu entsorgen. Und dann stand er da, in seiner alten „Pracht“.

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    Fotos: Andreas Stolle

    Die Geschichte des Wagens ist schnell erzählt. 1906 von der Waggonfabrik Werdau an die Kleinbahn Lindenberg–Perleberg geliefert, war er bis zur Einstellung auf dem Kernnetz am 31. Mai 1969 hier im Einsatz. Sein weitestgehend baugleiches Fahrzeug 970-864, das ein Jahr später die Werkshallen verließ, kann heute im Einsatz auf der Museumsbahn bewundert werden. Im Gegensatz zum 864 behielt der 862 bis zuletzt seine hölzerne Außenhaut. Auch ein Abort wurde bei ihm nicht eingebaut.

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    970-862 in Perleberg, 1968. Foto: Klaus Kieper

    Nach Betriebseinstellung auf dem Kernnetz gelangte der Wagen im Oktober 1969 zunächst zusammen mit zwei geschlossenen Güterwagen zum Agrochemischen Zentrum (ACZ) Altruppin und sollte dort als Lagerfläche für Düngemittel dienen. Da seine schmalen Eingangstüren sich im Gegensatz zu den Schiebetüren der beiden Gw nicht für die Beladung per Sackkarre eigneten, wurde der Personenwagen Anfang der 1970er nach Gildenhall an Herrn H. weiterverkauft, der selbst im ACZ arbeitete. Schon damals hat der Wagen die letzten Meter bis zu seinem Standplatz auf Rundhölzern zurückgelegt. Wann ihm seine Drehgestelle geraubt wurde, kann nur spekuliert werden.

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    Einige Innenraum-Ansichten, Zustand im März 2026

    Am 11. Oktober 2025 startete das THW einen ersten Einsatz im Rahmen einer praktischen Übung für ihre Kameradinnen und Kameraden in der Einsatzkräftegrundausbildung (EGA). Einige Rundhölzer wurden nach Gildenhall geschafft und der Kasten mit Hebekissen und Hydraulikspreizern zunächst so weit angehoben, dass die Rundhölzer darunter passten. Mit Handseilwinden, die an den umstehenden Bäumen angeschlagen wurden, begann dann der Wagenkasten langsam seine Reise.

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    1. THW-Einsatz im Rahmen einer Ausbildung. Foto: Peter Wegner

    Am Ende des Tages stand der Wagen 90 Grad gedreht abfahrbereit in Richtung Gartentor. Die Grundstückseigentümerin und ihre Tochter sind begeisterte Imkerinnen und haben im Umfeld des Wagens einige Bienenstöcke aufgestellt. Mit dem hereinbrechenden Herbst durften die fleißigen Bienchen erstmal nicht in ihrem Winterschlaf gestört werden. Auch mangelte es an Kapazitäten beim THW für einen weiteren Dienst. Damit kam das Projekt vorübergehend ins Stocken. Aber der Plan stand und alle waren dank der ersten Erfolge frohen Mutes, dass das Vorhaben doch noch gelingen wird.

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    Wartet auf Abholung. Seit Oktober 2025 stand der Wagenkasten in der Zuwegung des Grundstücks.

    Als nun im März der Frühling in Ostprignitz-Ruppin Einzug hielt, konnten wir mit Frau H. und dem THW einen neuen Termin für den nächsten Arbeitseinsatz abstimmen. Am 20. März trafen sich einige Pollo-Mitglieder am Vormittag in Gildenhall, um Teile des Gartenzauns zurückzubauen. Der Plan sah vor, dass der Wagenkasten schräg aus dem Grundstück gezogen wird, dann parallel zum Zaun stehend angehoben und abtransportiert wird.

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    Hier erkennt man die Platzverhältnisse vor Ort. Und durch den Zaun muss er durch. Viel Widerstand wird der aber nicht leisten. Foto: Nicole Bürgel

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    Auch Teile des alten Fundaments mussten raus. Schließlich soll der Zaun hier nach der Aktion wieder aufgebaut werden.

    Der Rückbau des Zauns war mit Bohrhammer, Vorschlaghammer, Meißel und Muskelkraft in zwei Stunden erledigt. Damit war der Weg frei für die eigentliche Bergung am nächsten Tag. Praktischerweise gibt es in Neuruppin einen großen Recyclingplatz, der uns die 150 Kilo Bauschutt kostenfrei abgenommen hat.

    Am Samstag um 9:30 Uhr rollte das THW mit drei Fahrzeugen am Ruppiner See an. Mit dabei: jede Menge Technik, 50 Europaletten und zehn Helferinnen und Helfer, die meisten von Ihnen noch in der EGA. Noch einmal wurde der Plan besprochen und dann ging es an die Arbeit. Zunächst musste ein ausgedienter „mobiler Bienenstock“ aus dem Weg geräumt werden.

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    Kostengünstig abzugeben: Hat jemand Bedarf an diesem mobilen Bienenstock? Zur Bergung stand er jedenfalls im Weg und wurde nun auf die alte Standfläche des 862 verfahren.

    Am späten Vormittag setzte sich dann schließlich der 970-862 wieder auf Rundhölzern in Bewegung. Die Kraft dafür kam aus der Seilwinde des THW-Gerätekraftwagens (GKW), komfortabel mit einer Fernbedienung gesteuert.

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    Über eine Umlenkrolle zottelt der GKW mühelos den Wagenkasten aus dem Grundstück.

    Nach diversen Korrekturen mit der Handseilwinde und Änderungen der Anschlagpunkte am Wagenkasten und der Umlenkrolle stand der Wagen um kurz vor 14 Uhr quer vor dem Grundstück. Damit war der erste Teil erledigt.

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    Kleiner Funfact: Die rote Rundschlinge sicherte den Wagenkasten auf dem wirklich nur minimal abschüssigen Grundstück gegen Wegrollen. Vorschrift ist Vorschrift!

    Nun musste der Wagen um reichlich einen Meter angehoben werden, um mit dem THW-Anhänger darunter fahren zu können. Lage für Lage errichteten die THW’ler vier Stapel aus Europaletten und hievten den Wagen mithilfe von zwei Hebekissen nach oben. Als Querträger dienten wieder einmal die bereits verwendeten Rundhölzer. Um 17 Uhr stand der Kasten dann verzurrt auf dem Trailer, das THW packte zusammen und fuhr mitsamt dem 862 in den Sonnenuntergang zu ihrem Stückpunkt. Eine weitere wichtige Übung im Rahmen der EGA war damit zu Ende.

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    Vor dem Aufbocken wurde der Wagenkasten schon verpackt.

    Für einige Pollo-Mitglieder ging dann die Arbeit erst los. Schließlich musste der Zaun wieder aufgebaut werden. Bis in die tiefe Dunkelheit wurde eingeschalt und betoniert. 21:30 Uhr war dann aber endgültig Feierabend.

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    Mit den letzten Strahlen der tiefstehenden rötlichen Abendsonne fingen wir 17:30 Uhr mit dem Betonieren an.

    Eine knappe Woche später haben wir dann die (fast) letzten Spuren unserer Aktion verwischt und den Rest des Zauns wieder aufgemauert. Glücklicherweise fanden sich auf dem Grundstück noch einige neue Hohlsteine. Denn die alten waren bereits vor dem Abbruch vielfach gebrochen und hätten nicht erneut verwendet werden können. Nun werden die Rundhölzer noch vom THW abgeholt.

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    Wieder hübsch und wahrscheinlich stabiler als vorher. Foto: Michael Ullbrich (der nicht zu Unrecht auch „Beton-Micha“ genannt wird)

    Der letzte Akt fand schließlich am 1. April statt. Das THW brachte den Wagenkasten, der seit der Bergung immer noch auf dem Trailer stand, in die Prignitz. Wir hatten für einige Stunden einen Autokran bestellt. Dieser entlud zunächst den 862 an seinem neuen Standplatz nahe Pritzwalk.

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    Rund viereinhalb Tonnen hängen am Kranhaken. Foto: Peter Wegner

    Anschließend ging es für Kran und Lkw nach Lindenberg. Dort steht seit einigen Jahren der Wagenkasten des 970-890. Da der Grundstückseigentümer einen Teil seiner weitläufigen Flächen verkauft hat und der Wagenkasten nach Muphy’s Gesetz natürlich genau auf einer Flurstückgrenze stand, hätten wir spätestens im Mai hier tätig werden müssen. Nun konnten wir die Unterstützung des THW und den ohnehin anwesenden Kran nutzen und verluden auch den 890, um ihn neben dem 862 wieder abzuladen. Funfact 2: Der 970-890 wurde 2015 bei Wittenberge geborgen – und zwar ebenfalls am 21. März wie auch der 862 elf Jahre später.

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    Dem Transport des 970-890 habe ich dann an der B103 aufgelauert, hier bei der Ortsdurchfahrt in Buchholz.

    Nun können die Experten recherchieren, wann sich beide Wagen das letzte Mal so nahe waren.

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    Foto: Peter Wegner

    Für mindestens einen Wagenkasten ist mittelfristig der Wiederaufbau vorgesehen. Alles in allem kann man sagen, dass der Rahmen des 862 in einem sehr viel besseren Zustand ist. Andererseits haben wir für den 970-890 schon ein Ersatzfahrwerk bereitstehen. Beide Wagenkästen dienen in jedem Fall nur noch zum Abnehmen einiger Maße und Beschläge. Wann das passieren wird, können wir in Anbetracht der momentan laufenden Projekte noch nicht sagen.

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    Ein flüchtiger Blick unter den Rahmen des 970-862 kann die gute Substanz zumindest augenscheinlich bestätigen.

    Mit dem Entladen des Wagenkastens geht ein sehr langwieriges Projekt vorerst zu Ende. Mir bleibt damit nur noch, allen Beteiligten ein ganz großes Dankeschön auszusprechen: Frau H. aus Gildenhall für die Überlassung des Wagenkastens, der PBK Agrarproduktion GmbH als Bereitsteller der neuen Standfläche, unseren Mitgliedern für die Organisation, Vorbereitung und Begleitung der Bergung und natürlich dem THW-Ortsverband Neuruppin um Ortsbeauftragten Tobias Reinhold und Zugtruppführer Enrico Bünger für die unkomplizierte und professionelle Unterstützung bei der Bergung und dem Transport. Letzte möchte ich hier mit einem Gruppenfoto nochmal besonders würdigen.

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    ........

    Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum 976-101, da hier explizit danach gefragt wurde. Wie wir auch regelmäßig im Preß'-Kurier berichten, geht es am nun fast 120-jährigen Wagen stetig dem Ziel entgehen. Das Projekt kam 2020 nach dem Weggang von Sven als damaligen Vorsitzenden und Projektleiter ins Stocken, da sich nun neue Köpfe einarbeiten und reindenken mussten. Dabei offenbarten sich auch Mängel, die entweder dem damals ehrgeizigen Ziel geschuldet waren, den Wagen 2018 zum 25-jährigen Vereinsjubiläum schon einsetzen zu wollen oder weil eben an bestimmte Details einfach noch nicht gedacht worden war. So fingen wir dann nach Corona wieder mit Stahlbau an, nahmen Bleche wieder ab, die schonmal montiert waren, lösten Probleme, die bis dahin noch gar nicht bekannt waren und und und... Das soll nun aber keine schlechte Nachrede auf Sven sein. Er hat in letzter Zeit für Rügen oft genug bewiesen, dass er saubere Arbeit abliefern kann, auch wenn die Rahmenbedingungen in den PRESS-geführten Werkabteilungen besser sein dürften, als in seiner alten Mesendorfer Feldschmiede. Aber auch er ist an jedem Projekt gewachsen und macht heute vermutlich einiges anders, als noch vor 10 Jahren.

    Inzwischen sind wir bei dem Projekt auf einem guten Weg und der Wagen sieht äußerlich schon komplett aus. Dennoch bleibt noch einiges zu tun. Darum bemühen wir uns parallel zu den anderen laufenden Projekten. Und ich gebe zu, die Fortführung des Bautagebuchs auf unserer Webseite ist dabei etwas in Vergessenheit geraten. Schaut aber gerne im Mai bei uns in den Lokschuppen und überzeugt euch selbst vom aktuellen Fortschritt.

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 19. März 2026 um 14:48

    Hallo Bimmelbahner,

    kurz nachdem ich hier über den neuen Aschkasten berichtet hatte, kamen auch schon die Fotos der ersten Aufbauten. Die Stahlbaufirma hat also ein gutes Tempo an den Tag gelegt. Der Aschkasten ist inzwischen in die LWO umgezogen. Anfang April geht es für die Führerhausteile dann per Spedition nach Mesendorf, wo die Anpassung an den Rahmen beginnt.

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    An viele Details wie Schilderhalter, Konsolen für den Zentralöler und einen Anschlag für den Wurfhebel der Handbremse wurde schon gedacht. Als Bauvorlage dienten Originalteile und Übersichtszeichnungen.

    Dann freuen wir uns, dass die SDG uns im Mai nochmal ihre 99 608 ausleiht. Zum Fototag wird sie bei uns als 99 557 mit Rauchammer voraus gen Lindenberg unterwegs sein. Und auch, wenn viele IV K-Motive vielleicht schon gemacht wurden, möchte ich den Hinweis geben, dass es möglicherweise der letzte Einsatz einer Lok dieser Gattung bei uns für die nächsten Jahre sein könnte.

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    Aus dem Jahr 2023 stamm dieses Foto von einer nicht ganz so prominenten Fotostelle zwischen Bünkendorf und Vettin.

    Für die Teilnehmer der Fotoveranstaltung gibt es wieder die Möglichkeit der Mitfahrt im Dampf- bzw Begleitzug, so dass die Autos in Mesendorf bleiben können. Eine Vorbestellung ist optional ab sofort über unsere Internetseite möglich. Aber natürlich gibt es auch eine Tageskasse. Da wir in diesem Jahr aber nicht so früh wie 2025 starten, verzichten wir auf das Frühstücksangebot. Ein Kaffee oder Tee steht am Morgen aber selbstverständlich bereit.

    Dann hänge ich hier mal noch die aktuellen Plakate ran und freue mich, viele von euch im Mai in der Prignitz begrüßen zu können. Wer bis dahin unter akuten "Pollo-Entzug" leidet, könnte auch noch zu unseren Osterfahrten vorbeischauen. Aber das ist erfahrungsgemäß eher was für Familien.

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    (Draufklicken für größere Ansicht)

    Das nächste Update gibt es hier wahrscheinlich erst, wenn schon die ersten Rauchschwaden über Mesendorf ziehen. Bis dahin könnt ihr aber über unsere Webseite, facebook und Instagram informiert bleiben. Sicherlich kommen dann auch wieder Neuigkeiten von unserer eigenen Dampflok.

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 18. Februar 2026 um 17:25

    Liebe Bimmelbahner,

    im Winter geht es wegen fehlender beheizter Werkstätten beim Pollo sehr beschaulich zu, so dass es zuletzt nicht allzuviel zu berichten gab. Dennoch gibt es nun mal wieder ein kleines Update aus der Prignitz und ihren diversen "Werkabteilungen".

    Nachdem das alte Jahr mit den Nikolaus- und Silvesterfahrten ausklang, konnten sich die Räder tatsächlich erstmal ein paar Wochen ausruhen. Erst am letzten Mittwoch wurde die Strecke im Rahmen einer bestellten Sonderfahrt wieder befahren. Am Sonnabend folgte dann auch gleich die diesjährige Knieperkohlfahrt, die schon viele Wochen im Vorraus ausgebucht war. Das freut uns natürlich sehr. Knieperkohl hat wie Spargel auch seine Saison, die üblicherweise von Anfang November bis Ende Februar geht. Es ist ein Prignitzer Traditionsgericht. Inzwischen werden aber auch immer mehr Nicht-Prignitzer und sogar Berliner Reiseveranstalter auf uner Angebot aufmerksam.

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    Ein unvollständiges Gruppenbild von unseren Knieperfahrten am vergangenen Sonnabend.

    Nun steht als nächste Veranstaltung schon Ostern bevor. Die Werbung und der Vorverkauf dafür haben begonnen. Infos gibt es hier.

    Wie schon erwähnt ist in den eigenen Werkstätten derzeit nicht viel machbar. Für feinmotorische Arbeiten ist es seit Wochen zu kalt. Nur für's Grobe eignen sich die aktuellen Wetterverhältnisse gut. So sind unsere fleißigen Holzfäller schon mehrfach an der Strecke unterwegs gewesen, um das Lichtraumprofil nachhaltig zu sichern und die Holzvorräte aufzustocken.

    Doch blicken wir auf das Thema, was viele hier wahrscheinlich am Meisten interessiert: die Aufarbeitung unserer Dampflokomotive.

    Bei meinem letzten Besuch Mitte Januar war das Puzzle der Druckluftanlage unserer 99 4644 noch nicht final gelöst. Unter dem Führerhaus sollen das Steuerventil und diverse weitere Druckluftarmaturen ihren Platz finden. Auf recht beengtem Bauraum gilt es, die verschiedenen Anschlüsse mit passenden Fittingen und kurzen Rohrstücken so zu verbinden, dass es am Ende doch noch irgendwie schön aussieht, aber eben auch praktisch zu handhaben ist, also alle Ventile und Hähne gut erreichbar sind.

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    Noch ist alles nur lose verschraubt. Doch bald soll hier das Steuerventil seinen Platz finden. Die Experten erkennen an der Bauart des Trägers (und unserer Suche nach einem Knorr Nr. 8), dass unsere Lok weiterhin nur eine einlösige Bremse haben wird.

    Ein Bisschen arbeiten unsere Mitglieder auch im Homeoffice. Als Winterarbeit hatte sich jemand dem Rastmachnismus der Marcotty-Feuertür angenommen. In gleicher Art und Weise laufen an vielen Stellen diverse Kleinteil-Aufarbeitungen.

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    Wir blicken auf das Oberteil der Feuertür. In der Praxis liegen hier oft die in Alufolie eingeschlagenen Bockwürste für das Lokpersonal und garen gemütlich vor sich hin. Das Röllchen am unteren Bildrand läuft in einer Rastung auf der Feuertür und hält die Tür in geschlossener, Kipp- oder offener Stellung fest. Den gleichen Mechanismus gibt es auch auf der anderen Seite. Das ist hier aber schlecht zu erkennen.

    Nun ein Blick in die LWO. Langsam aber stetig gehen die Arbeiten am Dampferzeuger der 99 4644 weiter. Man darf eben nicht vergessen, dass wir uns hier den planmäßigen (und auch unplanmäßigen) Arbeiten der SDG unterordnen müssen. Dennoch hoffen wir sehr, dass der Kessel in der zweiten Jahreshälfte zurückkehrt. Werkstattmeister André und seine Leute sind aber sehr bemüht und leisten tolle Arbeit.

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    Mitte Dezember war auf der Führerseite bereits eine neue Stehkesselaußenwand eingesetzt und von innen eingeschweißt.

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    Nun ist es Ende Januar. Die ersten Stehbolzen sind eingeschweißt. Außerdem wurden außer am oberen Stoß alle anderen Fugen komplett verschweißt. Die umstehenden Stahlteile gehören auf die andere Seite des Stehkessels.

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    Nämlich genau hierhin. In den nächsten Wochen wird hier der Kesselstahl auf gleiche Art und Weite wie auf der Führerseite erneuert.

    Nur rund 25 Kilometer Luftlinie entfernt ist bei Metallbau Schreiter in Steinbach (Ja, DAS Steinbach ;) ) in diesen Tagen ein neuer Aschkasten für unsere Lok entstanden. Dazu hatten wir den alten dorthin gebracht, damit notwendige Maße am Original abgenommen werden konnten.

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    Kopfüber liegt hier der fast fertige Aschkasten. Noch fehlen ihm die Bodenklappen und einige Kleinteile.

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    Kurze Zeit später kam dann auch die Fertigmeldung.

    Bei der selben Firma entstehen in den kommenden Wochen auch ein neuer Kohlkasten und Teile des Führerhauses.

    Die Spendenaktion für die betriebsfähige Aufarbeitung hat im Januar die Marke von 85.000 € geknackt. Wir sind also vorsichtig optimistisch, dass wir unser Ziel von 100.000 € bis Ende 2026 erreichen können. Wenn es schneller geht oder mehr wird, freuen wir uns natürlich. Sollte nach der Endabrechnung Geld aus diesem Topf übrig bleiben, bleibt es auch zweckgebunden für diese Lok und wird so ersten Reparaturen oder die ersten Betriebsstoffe finanzieren. Mehr als 100 Spendenzertifikate haben wir bereits ausgestellt und verschickt. Wer sich mit einer Spende beteiligen oder über die Aktion informieren möchte, findet unter https://www.pollo.de/994644 alles Wissenswerte.

    Übrigens habe ich in meiner Rolle als Vorsitzender mit der Organisation und Abwicklung der Instandsetzung direkt relativ wenig zu tun und kann mich hier auf ein Team aus erfahrenen Mitgliedern und Unterstützern verlassen, die zum Teil sogar Berufs-Dampflokführer sind oder waren. Außerdem geht natürlich nichts ohne die Expertise in den beteiligten Werkstätten. Auch wenn ich der Projektidee nicht zuletzt aus finanzieller Sicht anfänglich sehr skeptisch gegenüberstand, haben wir Dank eurer Spenden und der Unterstützung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Energie Dezent e.V. inzwischen eine sehr solide Basis geschaffen, damit das Projekt zumindest nicht aus Geldnot ins Stocken gerät.

    Ob unser Zeitplan, die Lok im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb zu nehmen, noch realistisch ist, lässt sich erst abschätzen, wenn der Kessel wieder seine Heimreise antritt. Dann erst beginnt die Montage der großen Teile. Und schlussendlich wird die Lok zur Fahrwerksinstandsetzung und Inbetriebnahme im Ganzen nochmal nach O'thal reisen.

    Wie gehabt werde ich hier in unregelmäßigen Abständen über den Fortgang berichten. Aber natürlich freuen wir uns, viele von euch in den nächsten Monaten in der Prignitz begrüßen zu dürfen.

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 22. Dezember 2025 um 10:49

    Guten Morgen Bimmelbahner,

    das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Allzuviel Aufregendes ist seit meinem letzten Beitrag nicht passiert, sodass ich an dieser Stelle nur darauf hinweisen möchte, dass seit gestern der Kurzfilm "Kleine Freude" bei Youtube verfügbar ist. Ich zitiere mal aus dem digitalen "Klappentext":

    Zitat

    MR. MOVIE Production aus Bad Doberan präsentiert: Kleine Freude - ein Kurzfilm von Justin Metelmann und Florian Wolf. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte Die Nacht im Hotel von Siegfried Lenz (1949) und erzählt die Geschichte einer Begegnung zweier Menschen: eines Vaters, für den das Glück seiner Tochter an erster Stelle steht und eines älteren Herrn, der ein Stück Menschlichkeit wieder entdeckt.

    Der Kurzfilm ist ein Gemeinschaftsprojekt von MR. MOVIE Production Bad Doberan und dem Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e.V.

    Die Dreharbeiten dafür fanden im Frühjahr 2024 statt. Der Cast besteht aus Hobby-Schauspielern des Mr. Movie-Teams und Mitgliedern unseres Vereins.

    Allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und auf Wiedersehen im neuen Jahr. Und nicht vergessen, zwischen den Jahren mal wieder mit einer unseren schönen Museumsbahnen zu fahren!

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 25. September 2025 um 14:01
    Zitat von 155Treiber

    Wie man ja unschwer erkennt, ist die Maschine ja in den 60ern neu gebaut worden (geschweißter Hauptrahmen). Wurden denn noch alte brauchbare Teile, bspw. Zylinder, weiterverwendet, oder wurde alles analog der IVK neu gebaut?

    Die Lok hat 1963 eine Generalreparatur erhalten, also noch vor ihrer Pollo-Zeit.Möglicherweise efährt man aus dem letzten Betriebsbuch, was erneuert oder aufgearbeitet wurde. Wie aber in einem früheren Beitrag anlässlich der Dampflokaufarbeitung geschrieben, liegt uns dieses nicht vor.

    Zitat von TRO

    Was hatte sie denn vorher? Knorr St 125 oder hat das schon gefehlt bei der Lokübernahme damals ?

    Ich kenne die Lok nur ohne Fbv. Ich kann mich auch nicht erinnern, mal Überreste oder Haltungen eines Ausgleichbehälters gesehen zu haben.

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 22. September 2025 um 18:13

    Liebe Pollo-Freunde,

    es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Blick in die Prignitz. Derzeit sind die DB-Azubis bei uns im Einsatz. Da bleibt neben der Baustellen-Logistik meist noch Zeit für andere Dinge. Aber knüpfen wir an den letzten Bericht an...

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    In unserer Havelländischen Werkabteilung entstehen in der heimischen Metallwerkstatt eines Mitglieds derzeit diverse Armaturen für unsere Dampflok neu. Hier sehen wir die Ventilspindeln des Hauptdampfverteilers, oben im historischen Originalzustand und darunter zwei Neuteile, denen noch der Vierkant fehlt.

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    Nachdem der Rahmen im August auch seine zweite Schicht Rostschutzgrundierung erhalten hat und auch die Zylinder mit Einbrennlack behandelt wurden, war der Rahmen bereit für sein neues Farbkleid.

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    Die "Farbe der Saison" ist RAL 3002 "Karminrot". Mit Pinseln und kleiner Rolle erstrahlen zunächst die Innenfächer des Rahmens in neuem Glanz.

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    Stück für Stück ging es dann ringsherum und nach drei Tagen gründlicher Arbeit konnte die Farbe nun erstmal gründlich aushärten. Die Farbe ist, wie auch die Grundierung, ein moderner zweikomponentiger Lack aus der Lankwitzer Lackfabrik.

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    In endloser Fleißarbeit wird jedes Einzelteil entrostet, begutachtet und dann aufgearbeitet. Hier sehen wir einen Schieberkastendeckel nach dem Sandstrahlen. Die Schlagziffern verraten den Ursprung.

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    Zuletzt bekam der Rauchkammerträger noch seinen Endanstrich. Damit sind die gröbsten Farbarbeiten am Rahmen erledigt. Die Pufferbohlen bleiben erstmal nur grundiert, da für die Kupplung hier noch Anpassungen zu machen sind.

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    Acht Kilometer entfernt werkeln dieser Tage die Gleisbau-Azubis. Die Prignitz zeigt sich dabei von ihrer schlechten Seite. Aber bekanntlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Dennoch wäre Trockenheit sicherlicht für die Gemüter förderlicher.

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    Nach der Lackierung des Rahmens ist nun die Zeit gekommen, die ersten Teile wieder an ihren Platz zu bringen. Drei neue Luftbehälter finden im Rahmen ihren Platz. Auch sie bekommen neben der werksseitigen Grundierung erst noch einen grauen und dann den karminroten Anstrich. Grüße an Herrn Luftikus! Spaß muss sein.

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    Frisch lackiert kam zunächst der Hilfsluftbehälter an seinen Platz.

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    Nun mussten noch die beiden Hauptluftbehälter unterhalb des späteren Führerhausbodens montiert werden. Natürlich ist der Bodenausschnitt dafür nur bedingt geeignet.

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    Also irgendwie drehen, kippen, wackeln, von unten gegenhalten und mit den Spannbändern befestigen. Hat dann irgendiwe doch geklappt. Und wie man sieht, ist sogar der Bremszylinder schon wieder an seinem Platz.

    Die nächsten Wochen geht es weiter mit der Verrohrung der Bremsanlage. Nach aktueller Planung soll die Lok wieder ein Einfachsteuerventil alter Bauart bekommen. Für unser Projekt suchen wir auch noch ein Führerbremsventil Knorr Nr. 8. Vielleicht hat jemand sowas zufällig im Keller zu liegen? Wir würden uns freuen.

    So viel Neues für den Moment aus der Prignitz. Bis demnächst und natürlich vielen Dank an die fleißigen Spender unter euch!

    PS: Unsere Webseite ist heute Vormittag auf einen neuen Server umgezogen. Solltet ihr in diesem Beitrag noch keine Bilder sehen, müsst ihr euch nur etwas gedulden, bis sich diese Änderung bis zu eurem Internetanbieter "rumgesprochen" hat (DNS-Propagation).

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 13. August 2025 um 20:31
    Zitat von Grainger

    Hast Du vielleicht einen Namen oder Hersteller für mich ?

    Laserboss. Südlich von Berlin ansässig.

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 12. August 2025 um 21:07

    Guten Abend Bimmelbahner,

    heute Abend habe ich nur ein kleines Update zur Aufarbeitung unserer 99 4644 für euch.

    Allen Sommerurlauben und Ferien zum Trotz (oder gerade deswegen?) ging es den letzten Lackresten am Rahmen nun an den Kragen. In meinem letzten Beitrag hatte ich bereits berichtet, dass wir das Gröbste mit dem Nadelentroster beseitigt hatten. Um optimale Bedingungen für einen frischen und vor allem langlebigen Farbaufbau zu haben, haben wir erstmals eine Lackentfernung per Hochleistungslaser durchgeführt. Nachdem der erste Versuch Anfang Juli aufgrund zu hoher Luftfeuchtigkeit abgebrochen werden musste, waren nun die Bedingungen optimal. Die Laserreinigungsmaschine haben wir bei einer Firma ausgeliehen. Alle Bediener erhielten zuvor eine praktische Einweisung. Der Arbeitsbereich war während der Arbeiten weiträumig für Gäste abgesperrt, damit durch Reflexion "umher irrende" Laserstrahlen keinen Schaden anrichten. Denn das Teil ist wirklich fies, wenn man bedenkt, dass die Energie aus einer 32A-Drehstromsteckdose auf einen kleinen Lichtstreifen gebündelt wird.

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    Ein erstes Zwischenergebnis der Reinigung sieht man hier. Durch den Laser werden alte Lackreste verbrannt. Ähnlich wie beim Elektrodenschweißen bleiben kleine Schlacketeilchen zurück, die per Drahtbürste entfernt werden können. Anschließend hat man eine beinahe metallisch blanke Oberfläche.

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    Das Arbeitsgerät ist hier als kleine graue Kiste in den Händen erkennbar. Die eigentliche Laserquelle ist aber ein 200 Kilo schweres "Kästchen". An der rechten Außenseite des Achslagerausschnitts erkennt man den hellen Lichtfleck des Lasers. Auf einer ebenen Fläche ist der Wirkbereich etwa 50 bis 100 mm breit.

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    Direkt im Anschluss wurde der Rahmen mit einer 2K-Grundierung lackiert.

    Wer uns mit einer Spende bei der Aufarbeitung unserer Dampflok unterstützen möchte, findet unter https://www.pollo.de/994644 alle Infos. Vielen Dank an alle fleißigen Spender. Seit März sind rund 25.000 € zusammengekommen.

  • Betrieb beim Pollo

    • Philipp Dreidax
    • 13. Juni 2025 um 09:49

    Liebe Bimmelbahner,

    die letzten Rauchschwaden sind längst abgezogen und es ist wieder ruhig geworden auf den Gleisen des Pollo. Viele von uns verbrachten zwei oder sogar drei Wochen Urlaub in der Brandenburger Einöde, um neben dem Fahrbetrieb auch noch das ein oder andere zu schaffen. Einen kleinen Abriss davon zeige ich heute hier. Die Bilder sind aber nicht chronologisch sortiert.

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    Beginnen wir mit der Freileitung. Seit einem Jahr ist diese nun zwischen Mesendorf und Brünkendorf in Betrieb. Diverse Nacharbeiten und Reparaturen sind angefallen. Am Ende der Freileitung im Wald hinter Brünkendorf musste die Stütze des Endmastes erneuert werden. Hier war zuvor ein gebrauchtes Exemplar verbaut worden, das unter der hohen Drahtspannung aber schon im Winter in sich zusammenrutschte, sodass der Mast mit Spanngurten am nächsten Baum gegen Umstürzen gesichert werden musste. Eine werksneue Stütze wird uns nun hoffentlich länger Freude bereiten. Der junge Kollege direkt oberhalb des Lochs klopft sich gerade den Sand vom Körper. Er steckte vorher beinahe kopfüber im anderthalb Meter tiefen Loch.

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    In Klenzenhof wurde der Anschluss der Fernsprechbude an die Telegrafenleitung vorbereitet. Dazu hat der Mast eine Doppelstütze (damit sind die zwei Isolatoren am unteren Ende gemeint) erhalten, von wo aus eine Stichleitung zur F-Bude verläuft. Auch dort ist das Kabel schon nach innen geführt. Es fehlt noch ein Blitzschutz und die Dose zum Anschluss des Fernsprechers. Denn fest stationieren wollen wir dort kein Gerät. Auch in der Prignitz gibt es Mitbürger mit "klebrigen Händen".

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    Bahnsteig Lindenberg. Hier waren einige der Schwellen der Bahnsteigkante so weit verrottet, dass sie erneuert werden mussten. Ein älterer Herr sprach mich zu Pfingsten an, dass er erstaunt ist, wie viele junge Gesichter er bei uns im Team antrifft. Und tatsächlich hat sich der Mitgliederbestand in den letzten Jahren etwas verjüngt.

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    Auch unserer Strecke haben wir uns wieder gewidmet. Insgesamt haben wir an mehreren Stellen nahe des Tüchener Überwegs 90 Schwellen getauscht. Dies ist noch immer komplette Handarbeit.

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    Da man beim Wiederaufbau der Strecke nicht übermäßigen Wert auf Präzision gesetzt hat, sind die meisten Rippenplatten nicht parallel. Wir bestellen unsere Schwellen daher in der Regel nur einseitig gebohrt und bohren die Löcher für die zweite Rippenplatte dann direkt vor Ort. Nur für die Abschnitte, wo wir jochweise sanieren, kommen komplett gebohrte Schwellen zum Einsatz.

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    Im Wald bei Klenzenhof wurde ein Bahnübergang erneuert. Hier verbauten wir die letzten 14 Schwellen der letzten Lieferung und erneuerten das gesamte Joch. Durch die Lage im BÜ war neben den Gleisen viel Kies angeschüttet. Wir haben daher die Schienen mit den Umsetzböcken runtergenommen, die alten Schwellen nach oben rausgehoben und die neuen Schwellen in die vorhandenen Schwellenfächer gelegt. Das hat uns einige Schaufelei erspart.

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    Nachdem am Vorabend noch bis 21:30 Uhr das Gleis wieder eingebaut, gerichtet und gestopft wurde, ging es am nächsten Vormittag mit der Ausbohlung weiter. Für den Forstverkehr mussten wir uns hier nicht allzu große Sorgen um zu breite Spurrillen machen und versenkten in der Mitte eine verschraubte Doppelschwelle der Regelspur.

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    In der Nacht von vom 26. auf den 27. Mai rollte dann der PRESS-Tieflader auf unseren Hof. Morgens wurde dann entladen. Und auch, wenn das "große gelbe Auto" schon oft bei uns war, ist die Anlieferung der Gastlok doch immer ein besonderer Moment, den die Mitglieder gern genießen. Das Abladen selbst ist wenig spektakulär. Die Fahrbahn vor der Rampe ist seit einigen Jahren mit Betonplatten ausgelegt, damit wir dort bei Regen nicht im Schlamm versinken. An der Rampe zeigen gelbe Reflexstreifen dem Fahrer die korrekte Peilung an. Somit ist für das Be- und Entladen eigentlich keine weitere Hilfe erforderlich.

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    Während der diesjährigen Dampftage erinnerte ein kleines Stück 500mm Feldbahn mit einer Lore an die früher durchaus gängige Praxis, Ladegut mit der Feldbahn zur Kleinbahn zu liefern. Da hier am Ende der neuen Ladestraße in den kommenden Jahren weitergebaut werden soll, wurde dieses Exponat am Pfingstsonntag dann aber wieder abgebaut.

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    Natürlich soll auch ein kurzer Bericht zum Fortgang der Arbeiten an 99 4644 nicht fehlen. Mit einer Engelsgeduld wurden mit dem Nadelentroster die alten Farbschichten vom Rahmen entfernt. Demnächst folgt dann ein weiterer Durchgang mit einem Laserreiniger.

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    An anderer Stelle sind wir bereits mit etwas Stahlbau beschäftigt. Unter dem Führerhausboden wurde ein stark abgezehrtes Profil erneuert. Außerdem fanden die neuen Halter für einen Luftbehälter ihren Platz.

    Bei unserer Spendenaktion ist inzwischen die Marke von 60.000 € geknackt. Wer sich über das Projekt genauer informieren oder sogar unterstützen möchte, findet auf https://www.pollo.de/994644 alle Details.

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    Zum Fototag war in diesem Jahr auch wieder ein beladener Rollwagen unterwegs. Die Regelspurfahrzeuge fristen üblicherweise das ganze Jahr in Brünkendorf ihr Dasein und müssen vor dem Einsatz erst noch etwas hergerichtet und auf den passenden Rollwagen übergerollt werden.

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    Am Herrentag stand natürlich dann der Dampfzug im Fokus. Aber weil der Anblick von zwei sich sonnenden Dieselzügen in Mesendorf selten ist, lassen wir den Blick kurz nach links schweifen.

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    Am Fototag war ich in der Frühschicht als Lokführer unterwegs. Der Sonnenaufgang blieb leider hinter dichten Wolken verborgen, sodass sich die Teilnehmer andere Motive suchten. Es ist gerade 5:25 Uhr, als dieses Bild in Klenzenhof entstand. Mein Heizer hat zu dieser unsäglichen Zeit schon gute Laune. ;)

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    Eine Stunde später haben wir die in Klenzenhof bereitgestellten Güterwagen aufgenommen und die Lok ans andere Ende gesetzt. Nun stehen Scheineinfahrten in Klenzenhof auf dem Programm. Während sich die Teilnehmer neu positionieren, warten wir im Wäldchen geduldig auf das Startsignal des Tourleiters.

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    Nachdem wir in Mesendorf nochmal Wasser und Frühstück genommen hatten, ging es mit dem Rollwagenzug durch bis Lindenberg. Dort wurde rangiert und mit mehreren Fotohalten die Rückfahrt nach Mesendorf gestaltet. Die Sonne hatte am Vormittag keine Chance. Die schmierigen Schienen ließen somit auch keine "Krawallfahrten" zu, da ab 3 bar das Hochdrucktriebwerk sehr zum Schleudern neigte. So ging es für die Frühschicht sehr gemächlich nach Hause.

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    Am ersten Wochenende weihten wir dann den Bahnhof Klenzenhof offiziell ein und hatten dafür an beiden Tagen einen Güterpendel zwischen Mesendorf und Brünkendorf in den Fahrplan geschrieben.

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    Am Samstagabend veranstalteten wir dann ein kleines internes Bahnhofsfest für Mitglieder und Freunde des Vereins sowie eingeladenene Projektpartner. So saßen wir mit mehr als 50 Personen gemütlich auf der neuen Ladestraße und ließen es uns am Buffet gutgehen. Auch sowas ist Vereinsarbeit.

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    Großer Sprung zum Pfingstmontag. Der letzte Zug ist gefahren und wir beginnen, die Lok reisefertig zu machen. Dazu gehört natürlich auch eine gründliche Lokpflege. Wer auch während des Dienstes immer mal wieder den Putzlappen schwingt, hat am Ende damit weniger Arbeit.

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    Am Dienstag kam dann noch das Unkrautauto. Zeit wurde es allemal. Es grünte doch schon sehr auf unserer Strecke. Interessanterweise hat das Land Brandenburg in diesem Jahr die Bekämpfung des Ackerschachtelhalms untersagt, da er für die Bahninfrastruktur angeblich nicht störend sei. Dass er aber z.B. schön die Feuchtigkeit im Gleisbett hält und damit die Schwellen schneller gammeln, spielt scheinbar keine Rolle. Wohlgemerkt darf in Sachsen und MV der Ackerschachtelhalm wie gewohnt weiter bekämpft werden.

    Am Dienstagabend schob die Diesellok dann die 99 608 wieder an die Gleisrampe, von wo aus sie der PRESS-Tieflader am Mittwoch übernahm. Sie ist inzwischen wieder in Radebeul angekommen.

    Herzlichen Dank an alle Besucher, an die Befüller unserer Spendenkassen und natürlich die Mitglieder und Freunde des Vereins, die in den letzten drei Wochen dafür gesorgt haben, dass sich die Räder drehen konnten und die Fotografen was zu sehen hatten.

    Der Pollo fährt nun wie gewohnt an jedem ersten Wochenende im Monat mit Diesel. Alle Fahrtage gibt es online unter https://www.pollo.de/fahrbetrieb

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