Beiträge von Philipp Seckel

    Guten Abend,

    anbei zwei Bilder vom ersten Personenzug des Jahres beim Pollo. Der Zuspruch war noch etwas verhalten, was aber wahrscheinlich an sehr guten Wetter, gepaart mit den Freitag wieder zurückerlangten Freiheiten beim Einkaufen im Einzelhandel, lag.


    Kurz nach der Ausfahrt Mesendorf. Die Lok mit den angestellten Vorbauklappen ist schon voll im Sommermodus.


    Kurz danach bei der Durchfahrt Klenzenhof.


    Die nächsten Fahrten sind am ersten Juli-Wochenende.

    Der Ausbau der B107 entlang der Pollo-Trasse ist schon beschlossene Sache. Baubeginn etwa 2023. Parallel wird ein Radweg errichtet. Ich kann mich auch daran erinnern, in den Entwurfsplanungen gesehen zu haben, dass die bahnabgewandte Baumreihe gefällt werden muss und auch die Bauern einen Streifen ihrer Acker abtreten. Der Fußweg, der momentan bis kurz vor den Ortsausgang Mesendorf reicht, wird dann bis zur "Diensteinfahrt" unseres Geländes verlängert und dort zur Querung eine Verkehrsinsel angelegt.

    Und ja, das mit den Diebstählen ist nervig. Aber es ist müßig, sich drüber aufzuregen.

    Liebe Bimmelbahner,


    wie ja kürzlich an anderer Stelle schon bemerkt wurde, ist es Corona-bedingt um viele Vereine sehr ruhig geworden. Ich bin mir aber sicher, dass alle die Zeit sinnvoll im Rahmen ihrer Möglichkeiten genutzt haben.


    Ein Blick in den Kalender verrät, dass in den letzten Tagen Dampfzüge beim Pollo hätten fahren sollen. Alles war organisiert, bevor dann vor etwa vier Wochen alle Pläne über den Haufen geworfen wurden, da die Fallzahlen in Brandenburg noch keine Veranstaltungen erlaubten. Die Mitglieder konnten Dank einer Bescheinigung der Bundesnetzagentur trotz aller Beschränkungen im gewissen Umfang an der Strecke arbeiten. Der Verein hatte dafür obligatorisch Schnelltests bereitgestellt, viele hatten aber auch eigene Tests dabei. So konnte in den letzten zwei Wochen mit zum Teil fast 20 Helfenden kräftig angepackt werden. Und zu tun war nach zwei Monaten Vereinslockdown im Winter genug. Die Fotos sind nach Baustellen sortiert, aber nicht chronologisch, da an vielen Stellen gleichzeitig gearbeitet wurde.


    Baufeld Hp Bf Klenzenhof


    Im letzten Herbst hatten wir mit Unterstützung der Gleisbau-Azubis aus Königsborn begonnen, den historischen Ursprungszustand von 1969 in Klenzenhof wieder herzustellen, also das Ladegleis wieder aufzubauen. Dazu wurden im Herbst das Streckengleis verschwenkt und zwei Weichen eingebaut. Im sich anschließenden Bogen waren nun noch etwa 60 Schwellen zu wechseln und anschließend der gesamte Abschnitt zu richten und zu stopfen.

    Klenzenhof war betrieblich früher eine Haltestelle, wird zukünftig aber als Bahnhof geführt.


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    Dazu können wir nun mittlerweile auf eine ansehnliche Stückzahl sogenannter Gleisheber zugreifen, die im Gegensatz zur klassischen Stockwinde leichter handhabbar und vor allem im eingebauten Zustand überfahrbar sind. Mit einem Ratschenmechanismus und etwas Muskelkraft können nun etwa 25 Meter Gleis am Stück gehoben und gerichtet werden.


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    Aus Mügeln konnten wir wieder die "viertelautomatische" Gleisstopfmaschine holen. Das sind im wesentlichen zwei auf einem Fahrgestell montierte Vibrationsstopfer mit Hydraulik zum heben/senken und öffnen/schließen der Stopfgabeln. Die Bedienung erfolgt manuell. Für das Verfahren ist Muskelkraft gefragt. Die Maschine ist auch beim KJ-1 und in Zittau im Einsatz. Man erkennt anhand des Standpunktes der alten H-Tafel auch, wie weit das Gleis aus seiner ursprünglichen Lage verschoben wurde.


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    Auch wenn es tagsüber gerne mal heftig geregnet hat; wer die Prignitz kennt, weiß: Zum Feierabend wird's immer schön.


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    Nach dem Richten und Stopfen folgt die Wiederherstellung des Bettungsprofils. Das hat nicht nur optische Aspekte, sondern gibt dem Gleis auch notwendigen Seitenhalt. Letzter Schritt: Mit dem Spurrillenbesen Kleineisen und Schienenfüße vom restlichen Kies befreien, damit dort kein Regenwasser steht und den Kleineisen unnötig zusetzt.


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    Ein Blick aus der anderen Richtung auf eine der neu eingebauten Weichen. Diese hier dürfte aus Posewald stammen. Erstmals haben wir hier abschnittsweise Gleisschotter eingesetzt, da sich die Stahlschwellen im Kies kaum vernünftig stopfen lassen. Auch beim alten Pollo lagen die Weichen mitunter schon im Schotter, auch wenn man den wegen des generell eher ungepflegten Zustands der Gleisanlagen auf Fotos kaum erkennt. (Und ja, dem Stellgewicht fehlt noch sein halbseitig weißer Anstrich.)


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    Nach dem Bauen mussten noch die alten Schwellen eingesammelt werden. Dazu haben wir mittlerweile zwei halbwegs belastbare Bm-Loren (Eigenbau). Sodann geht's auf dem Schienenweg zum bereits wartenden Container.


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    Viele kennen sicherlich unsere Brünkendorfer "Fotopodeste". Die Stapel von Altschwellen wurden gerne für erhöhte Fotostandpunkte genutzt. Beim nächsten Besuch in Brünkendorf muss aber wieder die Leiter eingepackt werden. Nahezu alle Schwellen wurden in gleicher Weise wie auf dem Foto zu sehen inzwischen entsorgt.


    BÜ-Instandsetzung


    Unsere fast ausschließlich mit Holzbohlen ausgelegten BÜs sind durch Landmaschinen einem großen Verschleiß unterworfen und müssen regelmäßig Instand gesetzt werden müssen. Dazu wurden bisher nur die Ausbohlungen ersetzt. Zukünftig werden besonders beanspruchte Überwege umgebaut und bekommen dann Betonschwellen und Randplatten (die man im vorherigen Foto im Hintergrund schon erahnen kann). Der Tüchener Überweg steht dabei ganz oben auf der Umbauliste.


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    Klassischer Vorher-Nachher-Vergleich. Die grünen Zäune dienen dazu, diverse Kriechtiere, allen voran die Zauneidechse, aus dem Baubereich fernzuhalten. Lacerta agilis genießt weiterhin besonderen Artenschutz. Diverse Exemplare wurden im Zuge von Untersuchungen zum Ausbau der B107 in diesem Bereich gefunden.


    Grünschnitt


    Jeden Winter rücken wir mit Ketten- und Teleskopsägen aus, um unsere Strecke frei von ins Profil ragenden Ästen zu halten. In der Schutzzeit von März bis Oktober sind dann nur noch Schnittarbeiten im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht möglich. Dazu zählen die Beseitigung von Totholz oder Sturmschäden oder die Fällung von sich gefährlich Richtung Gleisachse neigenden Bäumen. Wir handhaben es dabei so, dass wir uns im Winter tatsächlich nur auf Schnitt konzentrieren und alles an Ort und Stelle liegen lassen. Zu gegebener Zeit kommt dann der Buschhacker zum Einsatz.


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    Im Bereich des Hp Vettin hat der Förster bereits zahlreiche Fällungen veranlasst gehabt. Hier steht nun die Sonne auch am späten Nachmittag in der Gleisachse und ermöglicht ganz neue Motive. Die Hütte selbst wurde übrigens einmal mehr aufgebrochen und ihres Ofens und Ofenrohrs beraubt. Kürzlich erleichterte man in Mesendorf unsere Schubkarren um ihre Räder. Im letzten Jahr wurde die Plane des Regelspur-Ow in Brünkendorf entwendet. Wer glaubt, in der Prignitz haben sich alle lieb, irrt also gewaltig.


    Weiterbau der Telegrafenleitung


    Wegen diverser anderer Baustellen ist leider die Telegrafenleitung in den letzten zwei Jahren etwas auf der Strecke geblieben (welch' zutreffender Wortwitz). In diesem Jahr sind nun weitere 800m dazu gekommen, so dass die Strippe jetzt Mesendorf und Brünkendorf verbindet. In Brünkendorf ist noch die Installation am EG zu erledigen, bevor die Leitung auf deisem Abschnitt genutzt werden kann.


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    Im ersten Schritt werden die Drähte (verzinkter Stahldraht, kein Kupfer!) entlang der Strecke ausgerollt und lose auf die Isolatoren gehangen. Dabei hilft ein modifiziertes Teleskop-Scheibenreinigungsgerät von DB Fernverkehr, was dort wegen eines marginalen Defekts ausgesondert wurde. Am Draht hängt noch das Messgerät zur Überprüfung des Übergangswiderstands der Lötstelle, die man rechts des Messgeräts erahnen kann.


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    Das Herstellen der Verbindung selbst einmal im Detail. Beide Drahtenden werden am Ende abgeknickt und verzinnt. Anschließend wird alles mit Bindedraht umwickelt, der dann erneut großzügig verzinnt wird. Alles geregelt in der "Fernmelde-Bauvorschrift" FBV 10 (DS 860) vom 1. August 1942. Das ganze nennt sich dann gelöteter Wickelbund.


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    Die ersten zwei Drähte haben Brünkendorf erreicht. Beim Spannen helfen Seilklemmen, ein paar Schäkel und Flaschenzüge. Für die Ermittlung der korrekten Drahtspannung gibt es in der DS natürlich ebenfalls Tabellen und Diagramme.


    Gww 97-51-61


    Ein weiterer Gw-Kasten ist im Frühjahr auf die Anlagen des Pollo zurückgekehrt. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte der Gww 97-51-61 (Düsseldorf, 1897) im Jahr 2006 zum Festumzug anlässlich der 750-Jahr-Feier von Pritzwalk.


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    Ein Foto vom damaligen Wagen des Festumzugs. Noch fehlen die Anschriften. Der Wagen erinnerte an die Explosion zweier Munitionszüge im Bf Pritzwalk am 15. April 1945 infolge eines Luftangriffs, bei dem große Teile der Stadt zerstört wurden.


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    In diesem Zustand haben wir den Wagen wieder übernommen. Es fehlten schon 2006 Teile des Längsträgers und die Bühne. Die letzten Jahre verbrachte der Kasten auf dem Pritzwalker Bauhof. Die Aufschrift "Es fing so harmlos an" ist der Titel eines Filmes von Theo Lingen aus dem Jahr 1944. Der Streifen lief am Abend des 15. April 1945 im Kino gegenüber des Pritzwalker Bahnhofs, wo die meisten Opfer zu beklagen waren.


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    Mit einem neuen Dach, einem ersetzten Kopfträger, diversen neuen Brettern und einem neuen Anstrich und einiger Anschriften ist der Wagenkasten bereit für seinen neuen Einsatz.


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    Mit Flaschenzug und Muskelkraft rutscht der Wagenkasten seinem neuen Aufstellort am Kilometer 6,4 entgegen. Wie die meisten Pollo-Fans wissen, lagern hier, weitestgehend unerreichbar für gierige Langfinger, unsere Gleisbaumaterialien. Viele Kleineisenvorräte sind durch die jahrelange Lagerung im Freien schon nur noch Kernschrott, zumal es auch keine Neuteile sind. Da wir in Klenzenhof in absehbarer Zeit aber noch viel Material benötigen, haben die Mitglieder schon jetzt viel Zeit investiert, um Hakenschrauben und Muttern aufzuarbeiten. Das brauchbare Material wird somit in diesem Wagenkasten eine neue Unterkunft bekommen und die anderen Lagerflächen sich schrittweise lichten.


    Museum in Lindenberg


    Das dem Verein namensgebende Museum in Lindenberg erfuhr im Winter eine umfangreiche Umgestaltung im Innenbereich. Am auffälligsten wird wohl der untere Ausstellungsraum mit seinen neuen großen Vitrinen und der Vorraum mit einer neuen Küchen- und Verkaufseinrichtung sein. Doch auch im Obergeschoss hat sich in der Ausstellung viel getan, sodass jeder Fahrgast auch einen Besuch im Museum mit einplanen sollte. Es gilt viel Neues zu sehen und auch zu hören.


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    Der neu gestaltete Bereich zum Thema Güterabfertigung im oberen Ausstellungsraum.


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    Beim nächsten Besuch bitte mal am mittleren Fernsprecher den Hörer abheben!


    Und als kleine Zugabe, weil es an anderer Stelle bereits Thema war: Heute gab's für's Grünzeug wieder die Chemiekeule. Der für die korrekte Wirkung notwendige Regen ist bereits angekündigt.


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    Das soll der kleine Ausflug in die Prignitz gewesen sein. Nun heißt es Daumen drücken, damit sich in Juni die Räder wieder für Fahrgäste drehen dürfen. Wir wären bereit!


    Viele Grüße aus dem Pollo-Land!

    Hallo zusammen,

    da es thematisch passt, hänge ich meinen Bilderfund mal hier mit an.



    Der Stempelaufdruck auf der Rückseite des Fotos vom Entwickeln des Filmes datiert auf November 1995. Das dürfte aber mit den grünen Bäumen nicht ganz zusammenpassen. Der Ort ließ sich Dank Google Maps recht zweifelsfrei identifizieren: Mein Großvater, der dieses Foto gemacht hat, wartete hier auf der B196 in Pfaffenhain. Die Fuhre geht demnach gen Stollberg.


    Vielleicht kann ja jemand das Datum genauer eingrenzen?

    Liebe Bimmelbahner,


    an einigen Stellen ist bereits angeklungen, dass es zu Himmelfahrt beim Pollo in diesem Jahr leider keinen Dampf geben wird. Die geplante Gastlok aus Mügeln lief zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht zuverlässig, so dass wir uns nach Abwägung der finanziellen und technischen Risiken gegen den Einsatz der 99 584 entschieden haben. Wir drücken die Daumen, dass sie aber in nächster Zeit trotzdem mal den Weg zu uns finden wird.


    Auf unserer Internetseite haben wir nun die Infos zum Fahrbetrieb mit Dieselloks und zum Rahmenprogramm veröffentlicht. Zum Fototag am 31. Mai wird ohne festen Fahrplan gefahren und die Mitfahrt im Zug ist möglich. Wir haben einen "Reiseleiter" dabei, der mit euch gemeinsam die Motive aussucht. Wer also eine bestimmte Stelle schon immer einmal ausprobieren wollte, an die man mit dem Auto nicht ran kommt, hat jetzt für einen schmalen Taler die Möglichkeit dazu.


    Wir freuen uns, wenn trotz Diesel statt Dampf viele von euch den Weg zum Pollo finden.