Beiträge von 217 055

    Mit den aufgeklebten "Lokschildern" passenderweise ziemlich aufgetakelt. Habe ich bewußt so noch nie gesehen.

    War er damit ein Einzelstück oder gab es diese Variante noch häufiger?

    ....


    Ja Niels,


    das gab es gar nicht so selten nach der Umzeichnung. Auf allen möglichen Fahrzeugen, die keine neuen Schilder mehr bekamen (was es ja auch gab), war es anfangs nahezu Standard. In Güstrow z. B. bekamen 2 oder 3 V100 neue Schilder als 201 oder 202, der Rest wurde so ähnlich wie die 771er beklebt. Eigentlich fast immer mit einem rechteckigen Untergrund. Ich weiß aber nicht, ob es sich dabei um eine gereinigte Fläche vor dem Aufkleben der Ziffern handelte (eigentlich zu regelmäßige Kanten dafür), oder ob sich eine größere Folie mit farblich leicht vom Lackzustand abweichender Farbe handelte.

    Hallo Toralf,


    danke auch für Deine Verfeinerung der Darstellung.

    Es mögen hier im Forum auch viele jüngere Kollegen mitschreiben, aber auch viele ältere. Die, die sich hier geäußert haben, trennen aber maximal 10 Jahre, so daß dadurch nur wenig Unterschied besteht. Die leicht älteren haben noch plm. Dampf auf der Regelspur erleben können, die etwas jüngeren eben nur noch als Blitzpunkt im Kindesalter oder eben gar nicht mehr. Aber alle wissen, was gemeint ist.


    Niels hat zwar speziell Dich angesprochen, aber ich denke G. Holst war mindestens gleichwertig gemeint. Für mich war inhaltlich relevant, daß man mit allem, was es in Deutschland noch gibt "durch" sei. Das klingt schon verächtlich und macht mich irgendwie traurig. Andererseits ist es natürlich auch nur eine persönliche Äußerung, die niemanden direkt angreift. Nur wird es halt von direkten Akteuren meistens so verstanden, besonders wenn dann (möglicherweise) mehrere auf diesen Satz zustimmende Kommentare folgen. Dessen könnte man sich als Verfasser bewußt sein oder es werden. Auch deshalb schreiben wir hier.


    Und nun noch ein wenig eigene Sichtweise. An vielen Punkten habe ich ähnliche Empfindungen und auch Äußerungen hinter mir. Ich habe aber auch registriert, wie das bei "Empfängern der Losung" ankommt, habe darüber diskutiert und nachgedacht. Und ich habe mich nach einer intensiven Auslandsphase von etwa 15 Jahren auch in Deutschland wieder (weiter) umgesehen und dabei festgestellt, daß meine Aussage, in Deutschland gäbe es keine schönen Erlebnisse am Schienenstrang mehr, nicht haltbar war. Auch ein 628, 643/644 oder 612 verschandelt keine gewachsenen Bahnanlagen; so manche Lok lebt(e) doch deutlich länger als vorhergesagt (Br (aktuell) 151, 155, 110, 111, 218, 232/233) und somit war manches nur nicht mehr so selbstverständlich wie viele Jahre zuvor, aber es gab und/oder gibt das weiterhin. Richtig schlimm finde ich vielmehr die heute oft großflächig beschmierten Güterwagen, die mir dann jegliche Freude austreiben. In anderer Form zählen auch die Anschriften auf den Schmalspurwagen der SDG dazu, das ist aber trotzdem was ganz anderes als die Schmierereien. Ich hab mich beim Beginn dessen darüber auch nicht gefreut, mußte und konnte es aber irgendwann akzeptieren. Manch Bahnanlage ist die "schlimmere" optische Tat, auch wenn ich neben den Ausreißern doch sehe, daß man oft auch behutsam ist. Und alles Neue wird doch schnell alt, besonders bei Dampfbetrieb. Auch das mußte ich durch Vergleiche erst lernen. Ich kann mich über die Schmalspurbahnen auch in Deutschland und auch heute noch freuen - natürlich nicht so wie "1988"! - und natürlich nicht ohne Kritikpunkte. Aber ich frage mich dann auch, ob das permanente kritisieren irgendwas anders macht - macht es nicht.


    Ich sehe aber auch die aus meiner Sicht viel größere Gefahr. Wie sollen die aktuellen Bahnanlagen und -fahrzeuge neue junge Menschen so faszinieren, daß die Beschäftigung damit eine Vorliebe im Leben wird. Fast alle Umstände, die mich selbst dafür interessieren konnten, sind beseitigt oder zumindest bis zur Unkenntlich verstümmelt. Beschmierte Lärmschutzwände verhindern die Aussicht, Krafterzeugung und -entwicklung der Antriebsmaschine sind nicht mehr sichtbar und kaum noch hörbar und spürbar, die Erlebnisse am offenen Fenster gibt es nicht mehr, auch wegen der nicht mehr "menschlichen Geschwindigkeiten". Es gibt heute viele, die beschweren sich, daß eine Strecke "nur" für 160 km/h ausgebaut wird - die sind so weit, daß es nur noch um das schnellst möglich Ankommen geht - Energieaufwand interessiert sie nicht, ein vernünftiges Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen schon gar nicht. Alles zwischen Ein- und Ausstieg ist für die nur tote Zeit, die ziehen das Rollo runter und schalten einen Bildschirm an. Zwischen A und B kennen die nichts und sie sehen auch nichts (wollen das auch gar nicht, schimpfen höchtens auf das "Scheiß-Brandenburg" ohne Empfang) - U-Bahn wäre die richtige Bezeichnung für eine solche Fahrt. Und die dazu passenden Fahrzeuge sind nicht langfristig betreibbar, da es Softwaremonster sind und die nach nur wenigen Jahren (auf jeden Fall unter 30) nicht mehr kompatibel sind und sich nicht mehr anpassen lassen - da nützt es gar nichts, wenn die mechanischen Bauteile noch gut sind. Es wird wohl keine betriebsfähigen Elektronik-Museumsfahrzeuge geben (können) und nur ganz wenige werden die überhaupt erhalten wollen. Und wegen dieser Umstände fördern solche Fahrzeuge auch nur im Einzelfall Nachwuchs für die konservierte alte Eisenbahn. Der Dampfbetrieb und die Schmalspurbahn mit ihren alten Wagen mit offenen Bühnen oder Aussichtswagen (ja, sieht im Zugverband nicht schön aus, gab es "1985" nicht) ist das wahrscheinlich fast letzte Mittel zur Erstfaszination der jungen Menschen durch den Schienenstrang. Deshalb ist ein VT auch keine Lösung! Für Alltagsverkehr trotzdem zu langsam, aber Killer der Faszinationsmöglichkeit.


    Nun, so weit ein Teil meiner Gedanken dazu.

    Hallo Thomas, hallo Dampfachim,


    nun, so werden wir der Frage nach dem Gleisverlauf bzw. der Gleiszugehörigkeit des Signals wohl nicht klären können.

    Ich selbst kann mich nicht mehr ausreichend genau an den alten Bahnhof Güsten erinnern, deshalb ja auch die Frage. Ich habe Güsten erst nach der Dampfzeit und auch erst nach 1990 erstmalig besucht, dann ein paar Jahre relativ häufig durchfahren oder gestreift, nun aber auch schon bestimmt zwanzig Jahre nicht mehr (und "heute" hätte es ja auch keinen Sinn mehr).


    Ich bin mir sicher, daß die fraglichen Gleise nach kurzem Weg zusammengeführt werden, der Abstand wird deutlich geringer, die optische Frage ist ja erstmal, ob an der Stelle der Lok schon zu gering. Auch ein möglicherweise vorhandenes Grenzzeichen kann ich nicht erkennen. Ich kann mir aber immer noch vorstellen, daß das Signal doch aus irgendwelchen Gründen links vom Gleis aufgestellt war - zur Klärung dieser Frage reicht es eben in meiner Erinnerung nicht, auch nicht für die Kenntnis des genauen Standort des Signals (Bahnhofsteil, Fahrtrichtung), was ja dabei helfen würde.

    Hallo Niels und auch alle anderen,


    ich möchte Niels für seine Gedanken und Sätze ausdrücklich Dank sagen. Ich hatte auch das Gefühl, daß ein solcher Text angebracht ist, hatte aber noch nicht die Zeit, das zu tun. Und dabei geht es nicht ums Recht haben!


    Zu ergänzen wäre vielleicht noch, daß die Verklärung dessen, was wir in unserer Jugend noch gesehen, erlebt und fotografiert haben; was wir als faszinierend abgespeichert haben und woran wir meistenteils nur bezüglich des Erlebniswertes und nicht des täglichen Nutzwertes wegen hängen - das alles war auch nur ein "Moment" der Geschichte und Entwicklung, und eben nicht das "schon immer" so gewesene. Die Strecken und ihr Aussehen waren wesentlich älter als die "Ferkeltaxe", Betonschwellen in Kiesbettung auch nicht original usw..

    Man kann sicher individuell betrachten, daß einem dies oder jenes nicht gefällt (auch bei Erhaltungsbemühungen; und wieviel wird um solche Fragen in den Vereinen diskutiert!?). Je mehr aber mehr zu tun als zu schaffen ist, um so öfter und schneller wird das Machbare der Maßstab. Und weil ohne erhebliche Einnahmen das meiste gar nicht möglich ist, sind (leider?) doch so manche Kompromisse an die heutigen Fahrgäste notwendig und/oder sinnvoll. Die Abgrenzung ist sehr schwierig weil die wenigsten wegbleibenden Fahrgäste sich über ihre Gründe äußern, genauso wenig wie es die tun, die "nur" kommen, weil sie im Zug verschnaufen und auch etwas essen können. Aber Klein- oder Schmalspurbahn mit Gastronomie im Zug? Das gab es historisch nur im Ausnahmefall. Und wer dann mal gesehen hat, wie schnell ein gestern noch glänzendes Fahrzeug wieder stumpf aussieht und Wetterschäden erleidet, der redet wohl kaum mehr mit Recht über den furchtbaren Hochglanz (auch wenn ich gerade den Hochglanz der heutigen Lacke auch nur selten schön finde). Aber auch "früher" gab es frisch aufgearbeitete, glänzende Fahrzeuge - nur wurden die noch viel schneller stumpf und dreckig.



    Freundliche Grüße

    217 055

    Hallo,


    ich hab mal in das von Reiner verlinkte Video reingeschnuppert, aber nach etwa 5 min des Referenten Herrn Klamt wieder aufgehört.

    Warum? Der Vortragende erscheint mir als "Dampfplauderer", der es mit den Fakten nicht so hat.

    Man kann zwar vielleicht auch mal die NWE mit der GHE verwechseln (als Beschäftigter der HSB aber besser nicht!), aber das Schwadronieren über die HSB als das größte zusammenhängende Schmalspurnetz in ganz Europa hat dann bei mir den Hauptschalter "klatschen" lassen. Ein Fachmann der Touristik, der noch nie in der Schweiz bzw. speziell Graubünden und rundherum war - gibt es das? Mein Bedarf an solchen Märchen war erstmal gedeckt.



    Gruß

    217 055

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    Am bekannten Zwergensignal im Bf. Güsten fasst 50 3564 Wasser


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    Hallo Thomas,


    irgendwas an dem Bild verwirrt mich. Vielleicht täuscht ja auch die Perspektive über den Gleisabstand, aber für mich sieht es so aus, als würde die Lok nicht grenzzeichenfrei bzw. profilfrei zum Nachbargleis stehen. Und für das Nachbargleis ist die Ausfahrt freigegeben! Kannst Du eine Erklärung bieten? Eine Schachbretttafel kann ich nicht entdecken (auf einem anderen Bild ist die Sicht frei) und auch nach Hauptgleis sieht das Gleis, auf dem die Lok steht, nicht aus.



    Viele Grüße

    217 055

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    Langer Heinrich Ausfahrt Emden Rbf

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    Macht beim Anschauen Lautstärke- und andere Regler voll auf und genießt...


    Hallo Peter,


    durchaus interessant und vor allem unwiederbringlich sind die Aufnahmen schon. Aber gerade die Geräusche sind ja nun nicht "echt". Mit "echt" meine ich Originalton. Hier wurde mit sicher trotzdem großem Aufwand nachvertont mit "Fremdgeräuschen". Wenn da so ein 4000t-Zug mit zwei Lokomotiven anfährt (mit erkennbar großer Anstrengung), dann ist es unplausibel, nur die Zweizylinderlok zu hören, besonders dann, wenn die folgenden 3 Zylinder schon sehr stark arbeiten, wie zu sehen ist.

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    Was die Koexistenz von Bahn und Nationalpark angeht, sehe ich im Großen und Ganzen einen guten Kompromiss, mit dem seit nun fast drei Jahrzehnten beide seiten unterm Strich gut leben können. Die Bahn fährt durch die schützenswerte Natur und hat sie bis heute nicht zerstört, und der Naturschutz hat die Bahn ebenso wenig zerstört. Vielmehr profitiert beides voneinander, und so ist es gut und soll es doch auch sein, oder?


    Und der Borkenkäfer ... nunja, das ist ein ganz anderes Thema. Aber auch da bin ich optimistisch: die Käferinvasion wäre sowieso nicht aufzuhalten gewesen, und so kann und soll sich eben jetzt ein natürlicher Launwald bilden, der die eher unnatürlichen Monokulturen ablösen wird. Den Endzustand werden wir alle hier nicht mehr erleben, aber ich persönlich freue mich durchaus bei jeder Brockenfahrt bzw. -wanderung schon heute über den allenthalben entstehenden jungen Aufwuchs.


    Für mich ist der Brocken ein lebendiges, gutes Beispiel dafür, dass sich Naturschutz, Tourismus und Mobilität eben nicht ausschließen müssen, sondern ergänzen können. Man muss es nur richtig anfassen, und das ist m. M. n. am Brocken recht gut gelungen.


    Hallo Thomas,


    ich stimme Dir da nahezu vollständig zu - nur zu dem unterstrichenen Teil gibt es Widerspruch von mir.

    Es wird bei allem Lebendigen niemals einen Endzustand geben. Alles ist immer im Wandel, im Leben und im Vergehen. Manch Änderung geht ganz schleichend und kaum wahrnehmbar vor sich, andere gehen rasend schnell.

    Wieso muß in dieser sackgassenartigen Nebenstraße für vielleicht 5 Grundstücke und trotz des (nicht engen) Bogens überhaupt etwas neu geregelt werden? Aufmerksamkeit reicht völlig aus! Unaufmerksamkeit führt zu komischen Sachen - egal wo! Ansonsten wissen wir alle nicht genau, wie der konkrete Hergang des Ereignisses war, wer gefahren oder gestanden hat (und ab wann) und wer was gesehen und gehört und wie (oder nicht) reagiert hat.


    Der Molli fährt dort seit über 130 Jahren auf der Straße - was ist das für eine Zeit, in der plötzlich Viele mit einfachsten Dingen überfordert sind und nach dummen Sachen gleich immer eine Regelung verlangen? Reicht nicht der Schaden für die Be- und Unbeteiligten zum Lernen aus?

    Immerhin wurde an dieser Stelle vor 30 Jahren schneller gefahren als heute. Bei meiner letzten Fahrt im Herbst 2019 dort entlang wunderte ich mich über 10 oder 15 km/h auch dort, wo früher schon erheblich früher beschleunigt wurde bzw. der Bremsvorgang vor Einfahrt in die Goethestraße erfolgte. Es wurde also schon auf die zunehmenden Dummheiten reagiert.

    der Wittenberger Steuerwagen ist ausschließlich mit der BR 219 ins Erzgebirge gefahren. Die DR V100 hatte dazu nicht die technische Ausrüstung. Selbstverständlich könnte es aber sein, dass der Wagenzug von einer V100 gebracht wurde und nur noch nicht umfahren wurde.


    Nein, der Wendezug war Teil der Fahrzeugausstellung und stand nicht im Fahrgasteinsatz. Ich weiß jetzt aber nicht ohne Recherche, welche Lok Teil dessen war. Br 219 dürfte aber zutreffen.