Beiträge von Eckhard

    Mal eine Frage an die Experten: Gab es in den 1980ern irgendein Pendent zur BR 243 bei der DB? Wenn ich es richtig sehe, wurden bis 1984 die letzten Loks der Baureihe 111 ausgeliefert. Die BR 120 war zuerst nur ein Versuchsträger, der dann in vergleichsweise wenigen Serienloks und in den ICE mündete. Die Großserien von Drehstromloks kamen erst in den 1990ern.


    Wie waren die 243er im Vergleich zu den damals modernsten Loks bei der DB im Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Komfort?

    Bei kostenintensiven Verkehrsmitteln ist die Rekonstruktion immer eine Kosten-Nutzen-Frage. Es ist immer abzuwägen, welche Kosten die Reparatur oder Modernisierung gegenüber einer Neuanschaffung verursachen. Dazu kommen andere Faktoren wie Benutzer- und Reisendenkomfort, den man heute einfach erwartet. (Fast) kein Lokführer will heute mehr in einem kalten oder heißen Führerstand stehen. Umweltaspekte (Verbrauch, Emissionen, etc.) kommen dazu.


    Modernisierungen sind bei Lokomotiven, Triebwagen, Flugzeugen und anderen teuren Verkehrsmitteln sinnvoll und günstiger als eine Neuanschaffung. Viele können damit über die konstruierte Nutzungsdauer verwendet werden. (Nach meinem Wissen sind die ICE1 heute schon über ihre geplante Nutzungszeit im Einsatz.)


    Zunehmend stellt man sich auch die Frage, ob der ökologische Fußabdruck durch eine Neuanschaffung vertretbar ist. Es gibt aber noch einen anderen Aspekt: Neuanschaffungen sorgen auch für Arbeitsplätze (möglichst im eigenen Land).


    Daher kann man aus meiner Sicht nicht pauschal für oder gegen Neuanschaffungen oder Verschrottungen sein. Es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle.

    Hallo zusammen,


    jeder verbindet Erinnerungen und auch Gefühle mit den Dingen, die ihn/sie begleitet haben. In meiner Kindheit waren in meinem Umfeld die meisten normalspurigen Dampfloks schon Geschichte. Als die 243er in Dienst kamen, waren sie der Inbegriff für eine moderne Lok in der DDR - und mit dem klimatisierten Führerstand bei der DR eine Revolution. Sie waren schnell das Rückgrat der Elektrifizierung im Norden der DDR und selbst im Westen musste man feststellen, dass der "Trabi" mit den DB-Loks wenigstens mithalten konnte, wenn nicht sogar besser war. Im Westen war man in den 80ern zwar schon dabei, Drehstromloks zu bauen, trotzdem sprechen fast 650 Loks dieser Baureihe eine andere Sprache als 65 120er. Sie hat sich über Jahre als letzte Wechselstromlok in Ost und West bewährt. So empfinde ich auch etwas Wehmut, dass Loks, die in meiner Jugend neu waren, jetzt auf dem Schrottplatz landen.


    Niemand sollte über andere richten, die diese Lok vermissen. Formal ist auch eine Dampflok wie eine E-Lok nur ein Berg rollendes Metall - auch die Simson und die IV K. Aber für viele Lokführer war sie ihr tägliches Arbeitsmittel, mit der sie ihr täglich Brot verdient haben, die sie geliebt und gehasst haben. Für viele geht es dabei nicht nur um ein Arbeitsmittel, sondern um Identität. Und die sitzt viel tiefer. Das dürfen wir dem Dampf- oder E-Lokführer genauso zugestehen wie dem Kraftfahrer, Pilot, Kapitän, usw. Wer meint, jemanden erklären zu müssen, dass ihre Erinnerungen und Fahrzeuge weniger wert seien als andere, der ist respekt- und gefühlslos - auch in einem Bimmelbahn-Forum.

    Weiß jemand, ob das die Schienen sind, die ich damals gesehen habe?