Denkmal in Klingenthal

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    • N´Abend allerseits,

      traurig, traurig. War aber abzusehen. Leider ist die Klingenthaler Bahn fast völlig aus dem Bewusstsein verschwunden. Die meisten Leute, denen ich erzähle, dass es in der Aschbergstadt einmal eine Straßenbahn gegeben hat, halten mich für bekloppt.

      Wenigstens konnten die Naumburger noch ein wenig "Leichenfledderei" betreiben. So bleibt zumindest ein ganz klein Wenig von der Tram der Nachwelt erhalten.

      Gruß Tobias
    • Hallo,
      am Sonntag dem 09.07.2017 stattet ich dem Triebwagen in Klingenthal einen Besuch ab.
      Die Aufbauten sind bereits verschrottet nur die Fahrgestelle stehen noch.
      Diese sollen ins Straßenbahnmuseum nach Chemnitz gehen. An dem Beiwagengestell hat man dort selbst ein Interesse und für das Triebwagengestell interessiert sich ein Verein aus Tschechien.
      Die Bilder sind mit dem Handy gemacht.

      Die festgerosteten Fahrgestelle.
      Bild 1433


      Bild 1439


      Das Triebwagengestell.
      Bild 1434


      Bild 1435


      Das Beiwagengestell.
      Bild 1436


      Bild 1437


      In diese Richtung fuhr man einst.
      Bild 1438


      Hinter der Bushaltestelle stand einmal der Bahnhof Klingenthal, heute nur noch Haltepunkt.
      Bild 1440


      Grüße Jörg
    • Hallo zusammen,

      das sind schon traurige Bilder... Während der verschrottete Beiwagen zeitlebens ein Straßenbahnfahrzeug und nie in Klingenthal im Einsatz war, handelte es sich bei dem zerlegten Triebwagen tatsächlich um ein originales sächsisches Schmalspurfahrzeug (ebenso wie beim Beiwagen auf dem Gelände der Schwerspatgrube), auch wenn ihn ein Außenstehender auf den ersten Blick nicht mit dem Begriff "Eisenbahn" in Verbindung bringen würde.

      Insgesamt schade, gerade weil die Klingenthaler Schmalspurbahn in der ansonsten recht einheitlichen sächsischen Schmalspurwelt eine Besonderheit darstellte. Aber leider läßt sich nicht jedes Relikt dauerhaft erhalten.


      Viele Grüße

      Michael
    • Hallo ins Forum,

      nun, das Kapitel Straßenbahn (oder Schmalspurbahn?) in Klingenthal scheint endgültig Geschichte zu sein. Sowohl im Original als auch im allgemeinen Bewusstsein. Kaum eine Bahn ist so derart vollständig getilgt und verdrängt worden. Warum auch immer...

      Wer noch einmal ein ähnliches Straßenbahnflair erleben will, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch bei der "Wilden Zicke" in Naumburg. Respekt für das, was dort geleistet wurde und wird.

      Gruß Tobias
    • Nun denn, gewisse parallele "Entwicklungen" zu Kreischa und der Lockwitztalbahn sind erkennbar:

      Auch im Lockwitztal wurden nach der Wende Straßenbahnfahrzeuge unter freiem Himmel aufgestellt und es bestanden Pläne, im Depot in Kreischa ein Lockwitztalbahnmuseum zu etablieren. Doch es kam bekanntlich anders: Ins Depot zog ein Supermarkt statt eines Museums, und nach rund 10-15J ahren wurden die Straßenbahnen aufgrund massiver Schäden entsorgt.

      Aber Klingenthal bzw. die verblassende Erinnerungskultur an ehem. Straßenbahnen finden sich auf dem Gebiet der ehem. DDR noch woanders:

      In Stralsund und Eisenach wird die Erinnerung an die Straßenbahn auch nur noch durch mittlerweile vergriffene Publikationen wachgehalten, in Mühlhausen und Meißen dürfte es ähnlich sein.

      Welcher Berliner kennt heute noch die ehem. elektr. Industriebahn in B-Oberschöneweide in der Wilhelminenhofstraße (auch Bullenbahn genannt)? Welcher Berliner kann sich noch an die elektr. Anschlußbahn vom Glaswerk Stralau erinnern? Welcher ex-DDR-Bürger kennt noch die elektr. Werkbahn im Mineralwollewerk Bad Berka?

      Wieviel Thüringer kennen noch die elektr.Kleinbahn in Schleiz?

      Wem ist die Standseilbahn in Zeitz noch ein Begriff?


      In den alten Bundessländern ist die Zahl der stillgelegten Straßenbahnen und elektr. Kleinbahnen und 1435 mm-Werkbahnen noch viel höher,

      z.B. Elektr. Werkbahnbetrieb beim Bochumer Verein, bei Thyssen Stahl (E&H), Iserlohner Kleinbahn, Filderbahn in Stuttgart, Werkbahn Wolf in Bomlitz, Kleinbahn in Monheim, Kleinbahn Wesel-Rees-Empel am Niederrhein, Straßenbahn Hamburg usw.


      Es ist in Zeiten prekärer Finanzlagen, fehlendem Nachwuchs, fehlender Erinnerungskultur zunehmend unmöglich, für jedes vergangene Schienensystem ein Denkmal oder Museum zu errichten.

      Ich wäre schon mehr als zufrieden und dankbar, wenn dass im Jahre 2017 vorhandene im Bereich der Museumbahnen, Eisenbahn- und Straßenbahnmuseen und Denkmäler der Nachwelt erhalten bliebe. :klatsch:

      Doch ich stelle fest, es wachsen immer noch utopische Projekte einiger realitätsferner Zeitgenossen in den Himmel, obwohl die öffentlichen Füllhörner von Jahr zu Jahr weniger Mittel ausschütten. Als Beispiel sei der Wiederaufbau eines Teiles der Spreewaldbahn genannt, dessen Beginn spätestens Ende des letzten Jahrzehnts hätte erfolgen müssen. Ein Wiederaufbau nach 2017 sehe ich nur im Rahmen von Bergbaufolgemaßnahmen, wenn der Braunkohlenbergbau in der Lausitz irgendwann ausläuft.
      Zudem erweckt das Auftreten einiger Eisenbahnfreunde aus Cottbus und Umgebung im Internet den Eindruck, dass zwar alle am gleichen Strang ziehen, aber leider nicht am selben Ende.

      Scheinbar haben einige Zeitgenossen immer noch nicht aus den Entwicklungen rund um Schönheide gelernt und fordern nach Gedenkfeiern auch noch den Wiederaufbau der x-ten sä. Schmalspurbahn, ohne sich im geringsten mit den langfristigen Folgen
      eines Wiederaufbau zu beschäftigen - die rosarot gefärbte Brille versperrt leider ofmals den sachlichen Blick. (Erst in diesem Jahr konnte man in den einschlägigen Foren den Ruf nach einem solchen Projekt hören bzw. lesen- den genauen Ort verkneif ich mir jetzt mal. :wall1: )

      In diesem Sinne, allen einen guten, unfallfreien Rutsch ins Jahr 2018 :cheers:

      - railfox -