Betrieb bei den Harzer Schmalspurbahnen

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    • Hallo ins Forum,

      es scheint in der Tat so zu sein, dass die Tage von den Sondertickets gezählt sein dürften, wenn man den HSB - Größen folgt. Denen sind Harz - Tour - Card und Selketalbahnticket seit langem ein Dorn im Auge. Kein Wunder, kann man doch so noch bezahlbar die Züge der HSB nutzen. Da pfeif ich lieber auf die Brockenfahrt.

      Ein Wegfall dieser Tickets würde die HSB empfindlich treffen. Die Fahrgastzahlen werden weiter sinken und dann kann man eigentlich die anderen Strecken außer der Brockenbahn auch stilllegen. Es sieht so aus, als sei das auch der Wunsch der HSB - Lenker.

      Mich macht die Arroganz und die offensichtliche Inkompetenz der Herren Chefs einfach nur wütend. Anstatt die Gesamtbahn attraktiver zu gestalten, wird immer nur auf die Brockenbahn geschielt und das Allheilmittel wird stets in der Andrehung der Preisschraube gesehen. Man versteht sich als absolut unangreifbar und Schuld an gewissen Entwicklungen sind immer nur die öffentliche Hand oder das Verhalten der Kundschaft. Es dauert wahrscheinlich nicht mehr lange, bis wir uns von der Harzbahn, wie wir sie kennen, verabschieden müssen.

      Gruß Tobias
    • Hallo Holger,

      Holger Dietz schrieb:

      Man merkt, dass dort drüben Karneval ist
      im Gegensatz zu dem was er so von sich gibt ist dass was hier im Karneval vorgetragen wird wenigstens lustig.

      Hallo Quirl,

      Quirl schrieb:

      Ist die elektronische Sicherung mit Halbschranken erforderlich?
      da viele Autofahrer leider nicht mehr in der Lage sind mit nicht technisch gesicherten Bahnübergängen verkehrssicher umzugehen (was sich an den BÜ-Unfallzahlen im Selketal in den letzten Jahren zeigt), führt daran leider kein Weg vorbei. Außerdem ist das mittlerweile Stand der Technik und für stärker befahrene Straßen auch vorgeschrieben.

      Gruß Michael
    • Moin,

      ich war justament an diesem Wochenende einmal wieder im Harz. Nach einer kleinen Tour im Jahre 2012 und größeren Touren 1993, 1999 und 2005 (man wird alt).

      Betrachtet man sich Wernigerode und das Selketal an einem Tag, hat man das Gefühl, da würde eine Staatsgrenze verlaufen: Überteuerte Gastronomie mit Massentourismus auf der einen Seite, bezahlbare Gastronomie und Ruhe auf der anderen Seite. Ks-Signale auf der einen Seite, Trapeztafeln auf der anderen Seite. Beiden Seiten gemein ist eine Schmalspurbahn und doch könnte die Wahrnehmung unterschiedlicher nicht sein. Das Personal scheint teilweise auch schon resigniert zu haben, es hat im Selketal etwas von Endzeitstimmung.

      Meiner Meinung nach ist ein wesentliches Problem - neben der Brockenfixiertheit - der Fahrplan im Selketal. Am heutigen Morgen fuhr der erste Dampfzug Gernrode - Harzgerode leer, von Harzgerode nach Quedlinburg waren allerhöchstens 15 Fahrgäste im Zug, der Triebwagen nach Eisfelder Talmühle war wieder leer. Man muss sich, so weh es tut, entscheiden (und die Entscheidung dürfte gefallen sein), ob man SPNV betreiben möchte oder doch lieber Touristenverkehr. Wer steigt morgens um halb acht in Gernrode in den Dampfzug? 10.30 Uhr ist hingegen zu spät. Mir ist bewusst, dass Dampfbetrieb viel mehr von örtlichen Rahmenbedinungen abhängt, als der Dieselverkehr. Allein: Es fehlt ein Ziel für den zweiten Dampfzug - nur Alexisbad? Der müsste 8.30 Uhr fahren, dann direkt durch bis zur Talmühle und Anschluss auf den Brocken. Auf der Rückfahrt dann die "große" Selketalrunde mit Einbindung von Hasselfelde und Harzgerode und zurück nach Quedlinburg bzw. Gernrode.

      Ein Hohn ist es, wenn im Zugsverband ein Buffetwagen mitgeführt, aber nicht genutzt wird und jedermann durch die Küche hindurchlaufen kann. Dasselbe Engagement, das man für die Brockenbahn an den Tag legt, wünschte ich mir auch für die Selketalbahn. Den ganz großen Touristenstrom wird man dort nie erreichen können, aber das tut man jetzt mit den Triebwagen auch nicht. Die Selketalbahn wirkt entmenschlicht, Triebwagen ohne Schaffner, unbesetzte (wunderschöne) Bahnhöfe, kaum Informationen und der Eindruck, dass man fährt, weil man muss, bleiben sicher auch bei den Touristen hängen. Entlang der Selketalbahn ließe sich so viel erzählen (Rückfallweichen, Wendeschleife, Neubaustrecke, Reparation) - das liegt alles noch unter einer Art Mehltau.
      Die Tarife sind einem Gelegenheitsfahrgast kaum vermittelbar - es gilt bei den HSB ein Zonentarif: Warum nicht die Zonen im Selketal etwas anders zuschneiden und so die Fahrten verbilligen? Eine Fahrt von Quedlinburg nach Alexisbad sollte nicht mehr als 9€, Hasselfelde und/oder Eisfelder Talmühle 16€ kosten. Wer versteht denn, dass man für dieselben 25€ von QLB nach Eisfelder Talmühle auch noch nach Schierke oder Wernigerode fahren kann? Die Strecke ist fast doppelt so lang.
      Eine durchgreifende Tarifreform scheint mir geboten:
      Stadtverkehr, 1-5 km, 6-10, 11-15, 16-20, 21-25, 26-35, 46-55, 56-65, 66-75, 75+ 25€ für QLB-WR sind angemessen, die Harzquer- und Selketalbahn sollten nicht mehr als 16-18€ kosten, jeweils mit Rückfahrermäßigung. Der Brockenzug sollte mindestens einen Platzkartenwagen führen, das ist teilweise haarsträubend: Man zahlt 41€ h+r und muss sich um Plätze prügeln. Oder: Vorbuchungen mit Festlegung auf einen Zug, Spontanfahrer teurer... so kann man vielleicht auch etwas lenken.

      So, das waren meine Ausführungen als Außenstehender - ich kenne viele Schmalspurbahnen, der Brocken ist ein Magnet, das Selketal ein Pfund, mit dem man wuchern könnte. Nur morgens innert drei Stunden zwischen Gernrode und Alexisbad drei Züge, das muss nicht sein und bringt niemandem etwas. Und sonst? Mit viel Spaß könnte man das Kurswagensystem wieder einführen: Zug QLB-ETM gibt Wagen nach Brocken oder WR ab, aus NDH kommen Wagen für das Selketal. Bewirtschaftung wäre schön. Ich weiß um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der HSB, aber etwas Eigeninitiative wäre doch schön. Die Kirche brauchen wir dazu nicht ;)

      Martin

      NACHTRAG: Und auch auf die Gefahr, hier -271 zu bekommen: Plandiesel mit 199.8 und Personenzug an ausgewählten Tagen. Nur: Da fotografieren alle und keiner fährt mit. Schwierig.
      - Tam, kde je cesta cíl -
    • Hallo Martin,

      705.914 schrieb:


      Plandiesel mit 199.8 und Personenzug an ausgewählten Tagen. Nur: Da fotografieren alle und keiner fährt mit. Schwierig.
      oder mit dem T3 (wie früher mal), aber der läuft ja momentan leider nicht.
      Allgemein könnte man hier fahrzeugmäßig viel machen, man muss es nur wollen. Immerhin gibt es ja dann demnächst planmäßig ein Cabrio im Selketal.

      Generell fehlen aus meiner Sicht aber vor allem vernetzte Angebote, die Leute wollen halt nicht nur Zug fahren. Da gehören aber auch die Kommunen und die Unternehmer mit dazu, hier fehlt es auch an gemeinsamer Initiative.

      Gruß Michael
    • Hallo,


      hier [www.drehscheibe-online.de] wurde berichtet, dass die HSB aus der Harz Tour Card aussteigt.


      Dies ist so nicht richtig.

      1. Habe ich bei den HSB selber angerufen und diesbezüglich gefragt und du wussten nichts davon, dass ein Ausstieg geplant sei.

      2. Habe dann in Nordhausen beim Landratsamt angerufen. Man sagte mir,
      dass das, was da im Wirtschaftsplan 2018 der HSB steht in Sachen
      Ausstieg aus der Harz Tour Card sei seit längerem Wunschdenken der HSB.

      Mir wurde gesagt/bestätigt, dass es zumindest in naher Zukunft keinen
      Ausstieg der HSB aus der Harz Tour Card geben wird und es auch nicht
      geplant ist, in nächster Zeit darüber Gespräche zu führen.


      Also: Die Harz Tour Card gilt weiterhin auf dem Streckennetz der HSB(außer Schierke - Brocken).



      Ich selbst habe die letzten Jahre die Harz Tour Card gerne genutzt und freue mich, dass dies auch weiterhin möglich ist.


      Gruß

      Frederik
    • Hallo Frederik,

      die HSB wusste also nicht, was sie in ihrem eigenen Wirtschaftsplan für das Jahr 2018 als Planung formuliert hat?

      Zitat: "Aus Sicht der HSB ... gibt es nur eine Konsequenz – den ersatzlosen Ausstieg."

      Fehlende Ehrlichkeit, wenn man leugnet, was man sich selbst wünscht (auch wenn man es derzeit nicht umsetzen kann).

      Freundlichen Gruß, René
    • rekok73 schrieb:

      die HSB wusste also nicht, was sie in ihrem eigenen Wirtschaftsplan für das Jahr 2018 als Planung formuliert hat?

      Zitat: "Aus Sicht der HSB ... gibt es nur eine Konsequenz – den ersatzlosen Ausstieg."

      Fehlende Ehrlichkeit, wenn man leugnet, was man sich selbst wünscht (auch wenn man es derzeit nicht umsetzen kann).
      Die Frage ist ja, wo wurde angerufen? Das ist doch eigentlich klar, dass ein Service-Center oder eine Verkaufsstelle keine Ahnung davon hat, was eine Geschäftsleitung in einem Wirtschaftsplan als Ziel für die Zukunft da reingeschrieben hat.

      Mich wundert übrigens in diesem Zusammenhang auch, warum ein Wirtschaftsplan - war das nicht sogar "nur" die Entscheidungsvorlage für den Aufsichtsrat - überhaupt öffentlich zugänglich gemacht wurde....
    • Moin,

      also wenn es so ist, dass die HarzTourCard weiterhin bei den HSB gilt, freut mich das natürlich ungemein. Aber: Das ändert überhaupt gar nichts an den Problemen und Baustellen, die die HSB haben, insbesondere im Hinblick auf den Betrieb im Selketal. Da sollten einige noch einmal in sich gehen und geeignete Schritte überlegen.

      Viele Grüsse
      Martin
      - Tam, kde je cesta cíl -
    • Wurde ja als Sitzungsprotokoll von der Kreistagsverwaltung veröffentlicht. Es war keine Entscheidungsvorlage für den Aufsichtsrat, sondern es ging um den finanziellen Nachschuss bei Verlusten der HSB seitens des Landkreises Nordhausen als Gesellschafter der HSB. Durch die vorgeschriebene Transparenz seitens der öffentlichen Verwaltung gelangte dieses Detail an die Öffentlichkeit, was auch der HSB-Verwaltung im Vorfeld bekannt sein sollte.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo ins Forum,

      die Veröffentlichung durch die Stadt Nordhausen zeigt einmal mehr die Transparenz in Nordhausen. Die Stadt erstellt übrigens einmal im Jahr einen Beteiligungsbericht, der aber leider erst später veröffentlich wird. In diesem Beteiligungsbericht wird auch die HSB abgebildet; die Daten dort gehen über den im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss oftmals noch hinaus; insbesondere wurde in den letzten Jahren die Fahrgastzahlen differenziert dargestellt. Wer dann noch weitere Informationen über aktuelle Bauvorhaben bei der HSB haben möchte, sieht im Bundesanzeiger unter "Harzer Schmalspurbahnen" nach und erhält dort für "alle Bereiche" einen entsprechenden Überblick. Bestimmte Aufträge muss die HSB öffentlich ausschreiben. Insbesondere in den Sommermonaten stehen die Projekte für die Stillstands Zeit im November an. Interessant zu lesen.

      Mal eine technische Frage ins Forum: der Pfeifton der 99 7231 ff. und der der Loks der Fichtelbergbahn ist identisch? Gibt es dafür einen Grund? Wer kann zu diesem Zusammenhang etwas Genaueres Schreiben.

      Bis die Tage dann mal - mist, die Jecke Zeit ist vorbei

      Grüße aus Bonn (Bundeshauptdorf ohne nennenswertes Nachtleben)
    • Hallo Robert,

      nach dem was in Geschäftsberichten der HSB so zu lesen ist findet der Güterverkehr nur noch in homöophatischen Dosen statt. Die Erlöse daraus tauchen auch nur noch unter ferner liefen auf.
      Man scheint allerdings vor zu haben die Möglichkeit zum Gütertransport langfristig sicherzustellen, zumindest habe ich letztens irgendwo gelesen dass man Mittel zur HU von Rollböcken aufwendet.

      Gruß Michael