Müglitztalbahn wegen Vegetationsproblemen außer Betrieb

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      Rolf schrieb:

      Hm, irgendwie hat der Freistaat kein glückliches Händchen bei der Auswahl der EVUs.

      Naja, wer billig will, kriegt billig. Das, wenn man ein paar Euro mehr ausgibt, auch gute Leistungen bekommen kann, sieht man in anderen Bundesländern - egal ob roter Riese oder privates EVU. Würde Sachsen mal etwas mehr von dem Geld, was es vom Bund für die ÖPNV-Leistungen bekommt, auch zweckentsprechend an die Bahn weiterreichen, dann hätten wir nicht nur die geiz-ist-geil-EVUs hier fahren.
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      Hallo zusammen,

      es gibt noch keine Lösung im Müglitztal. Der Geschäftsführer der SBS hat den Vorschlag der DB Netz, aus Sicherheitsgründen auf Sicht zu fahren, abgelehnt:


      Städtebahn Sachsen schrieb:

      DB Netz AG empfiehlt Städtebahn „Fahren auf Sicht“

      Die Strecke von Heidenau nach Glashütte ist von der DB Netz AG frei gegeben, jedoch empfiehlt die DB Netz AG aufgrund mangelnder Standfestigkeit der Bäume der Geschäftsleitung der SBS „Fahren auf Sicht“.

      Torsten Sewerin, Geschäftsführer des Unternehmens:
      „Wir werden uns nicht durch eine allgemeine „Fahren auf Sicht Anweisung“ der DB Netz AG in die Verantwortung drängen lassen, die nicht in unserem Risikobereich steht. Ein „Fahren auf Sicht“ kann keine Lösung sein, sondern nur in Extremsituationen und Ausnahmefällen in Betracht kommen, zum einen, weil dies die vollständige Verantwortung des Lokführers nach sich zieht, zum anderen, weil wir unsere Fahrplanvorgaben der Züge einhalten müssen.

      Rückschnitts- oder Vegetationsprobleme des Netzbetreibers können nicht mit einer „Fahren auf Sicht“- Anweisung gelöst werden.

      Beim „Fahren auf Sicht“ hat der Lokführer seine Fahrweise so einzurichten, dass er rechtzeitig vor jedem Hindernis zum Halten kommt. Die Fahrpläne der Züge werden nicht gehalten, da die Lokführer die Geschwindigkeiten der Züge beim „Fahren auf Sicht“ erheblich reduzieren.

      Die Städtebahn hat am 12.01.2018 DB Netz AG aufgefordert, zu konkretisieren, bis wann die gesamte Strecke zwischen Heidenau und Altenberg uneingeschränkt sicher befahrbar ist.

      Darüber hinaus werden Bahnbetriebsexperten von Städtebahn und DB Netz AG Anfang der neuen Woche eine gemeinsame Bereisung der Strecke von Heidenau nach Altenberg vornehmen, um die Unfallschwerpunkte festzustellen und daraus einen Maßnahme Katalog erstellen.

      Zwischenzeitlich finden an den größten Unfallschwerpunkten auf der Strecke bereits erhebliche Rückschnittmaßnahmen durch die DB Netz AG statt.

      „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass der Zugbetrieb zeitnah wieder aufgenommen werden kann“, so Torsten Sewerin und erwarten, dass die DB Netz erklärt: dass seitens der Infrastruktur die Abschnitte uneingeschränkt sicher befahrbar sind.
      Presse:
      sz-online.de/nachrichten/noch-…glitztalbahn-3859817.html
      dnn.de/Region/Umland/Mueglitzt…gliche-Fahrt-auf-Sicht-ab

      PS: Auf Facebook kann man sich ein Bild machen, ob man die Vegetation auf und neben der Strecke für zumutbar hält:
      facebook.com/pg/St%C3%A4dtebah…album_id=1410479959193791
      Viele Grüße
      Eckhard
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      Hallo,

      irgendwie versteh ich beide Seiten...zumal ja auch Interessen der Anlieger betroffen sind.

      Früher ist da die BR 112 hochgefahren...der Lokführer war in der "Mitte" relativ gut geschützt und die Maschine hatte auch einiges an Festigkeit zu bieten.

      Neben den Vorteilen moderner Triebwagen, tritt hier eben auch ein Nachteil offen zu Tage.

      Man arbeitet also am Problem, bleibt zu hoffen, dass sich Lösungen finden, die auch dem Landschaftsbild nicht schaden.

      Gruß Micha
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      Hallo in die Runde,

      "Früher" wurde die Stecke frei geschnitten. Mein Elternhaus und das damit verbundene Grundstück grenzen an die Müglitztalbahn.
      Da kam einmal im Jahr jemand zur Begutachtung des Baumbestandes. Nicht zu vergessen: Es gab einen Streckenläufer !
      Ich habe vor gut zehn Jahren selbst erlebt wie ein frisch lackierter historischer Wagen durch Äste stark beschädigt wurde.
      Nicht auf der Müglitztalbahn. Das war dann ein Fall für die Versicherung.
      Dank Deutschlands meist überschätzten Managers hat die Bahn für solche Nebensächlichkeiten wie Bäume usw. im Lichtraumprofil
      keine Zeit, Geld, Personal .

      Gruß Reinhard

      P.S. In Erwartung des zum Glück nicht eingetretenen Hochwassers 1987 räumten die "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" vorsorglich
      das Flussbett der Müglitz im damaligen Frühjahr auf !
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      Unabhängig davon, wer hier gepennt hat oder Schuld ist: gelackmeiert sind mal wieder die Reisenden. Mit der Betriebseinstellung auf der Müglitztalbahn ist es um die Erreichbarkeit der gesamten Region Altenberg per Bahn gar nicht mehr gut bestellt: auch zur Spitzkehre in Dubi auf tschechischer Seite wird derzeit SEV angeboten und der suboptimale Fahrplan der Weißeritztalbahn trägt sein Übriges dazu bei. So kommt es, dass man auch als schienenstrangaffiner Fahrgast recht unweigerlich in den Genuss der örtlichen Buslinien kommt - die glänzen übrigens mit modernen und bequemen Fahrzeugen samt ausreichend Stauraum und werden in Taktfahrplänen mit funktionierenden Anschlüssen bedient... :gruebel:

      Viele Grüße,
      Benjamin
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      Postmeister schrieb:

      Hallo in die Runde,

      hier ein aktueller Beitrag der SZ dazu:
      sz-online.de/nachrichten/muegl…ibt-gesperrt-3861053.html
      Na, das klingt nicht, als hätte die SBS alles an den Haaren herbei gezogen. Und wenn die Behauptung stimmt, dass die SBS andere Probleme hat, dürften die ja weiterhin bestehen.


      Städtebahn Sachsen schrieb:

      Sachstand Müglitztalbahn (RB 72)

      Strecke Heidenau – Altenberg bleibt bis einschließlich Donnerstag, den 18.01.2018 gesperrt

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      die gemeinsame Streckenbesichtigungsfahrt von der DB Netz AG und Städtebahn Sachsen GmbH (SBS) am vergangenen Montag ergab, dass auf dem gesamten Streckenabschnitt zwanzig kritische, sofort zu bearbeitende Rückschnittstellen vorhanden sind, die bis einschließlich Mittwochmittag gerodet werden sollen.

      Im oberen Bereich der Strecke, kurz vor Altenberg, arbeiteten die DB Netz AG und der Sachsenforst bereits seit vergangenen Freitag ununterbrochen Tag und Nacht an der Beseitigung von Vegetation, zum Teil mit schweren Geräten.

      Nach Einschätzung der Experten wird bei planmäßiger Abarbeitung der Gefahrenpunkte die Strecke Heidenau - Altenberg wieder befahrbar sein. Nach Abschluss der Vegetationsarbeiten ist nach jetzigem Stand für Mittwochnachmittag eine weitere Erkundungsfahrt geplant, auf deren Basis über die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs entschieden wird.

      Außerdem sollen mögliche neue Sturmschäden aufgrund der für Donnerstag vorhergesagten Unwetterwarnung mit Orkanböen für die Deutschen Mittelgebirge abgewartet werden, um eine erneute Gefährdung von Fahrgästen und Personal zu vermeiden. Damit bleibt vorerst bis einschließlich Donnerstag Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Angestrebt wird, im Laufe des Freitags den Bahnverkehr wieder aufzunehmen. Das sogenannte „Fahren auf Sicht“ kommt nicht in Frage, da damit die Fahrzeiten nicht eingehalten werden können und Verspätungen sowie eine Ausdünnung des Fahrplanangebotes die Folge wären.

      In der Gesprächsrunde wurde auch vereinbart, dass bei einer planmäßigen Baumaßnahme im Juli 2018, in deren Zeit ohnehin der Streckenabschnitt Heidenau- Altenberg gesperrt ist, durch die DB Netz AG weiterer präventiver Vegetationsschnitt erfolgt. DB Netz AG hat heute auch bestätigt, dass nunmehr die Vegetationsprobleme der anderen von der Städtebahn befahrenen Strecken von Dresden nach Kamenz, Königsbrück und Sebnitz erfasst und rückgeschnitten werden. Für die Strecke Dresden- Kamenz wurde bereits eine Videomessfahrt durchgeführt, deren Ergebnis bei den Arbeiten berücksichtigt wird.

      „Es freut mich, dass das gemeinsame Bestreben zwischen SBS und DB Netz AG nun zu einem Ergebnis führt“, so Torsten Sewerin. „ Die Sicherheit der Fahrgäste, sowie die der Mitarbeiter beider Unternehmen, ob DB AG oder Städtebahn, haben oberste Priorität.“

      Ab Freitag soll der Verkehr wieder laufen, wenn der Sturm am Donnerstag keine größeren Schäden anrichtet. Wir werden sehen.
      Viele Grüße
      Eckhard
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      Hallo Reinhard,

      carba schrieb:

      Hallo ,

      so wie es scheint, hat die von einigen Vorschreibern so gescholtene Städtebahn wohl doch Recht !

      Wie kommt die DB AG so schnell dazu auch gleich noch andere Strecken freizuschneiden ?

      Es hat bestimmt nicht mit den "Billigen EVU "zu tun.

      Die Bahn als Eigentümer und Vermieter der Strecken ist in der Pflicht.

      Grüße Reinhard

      ich denke nicht, daß es darum geht, ob irgendjemand Recht hat.
      Anstoß für mich war nicht, ob die Strecke im Müglitztal nun vegetationsseititg ausreichend gepflegt wurde oder nicht, sondern die unglaubliche Behauptung, daß dies gezielt von DB Netz "betrieben" werde, um auf Strecken, auf denen nicht "DB-EVU" fahren, die anderen EVU zu schädigen. Außerdem wurde behauptet, daß die Strecke jetzt (nach dem 09. Januar) nicht mehr sicher befahrbar ist. Ich behaupte weiterhin, daß sich die Vegetation sicher nicht im Winter so entwickelt hat, daß sie plötzlich eine unkalkulierbare Gefahr sei.

      Nur um diese Art der Darstellung und die Pressemitteilung mit markigen Worten, die eben bei wortgetreuer Erfüllung des Angekündigten auch eine dauerhafte Verkehrseinstellung denkbar erscheinen ließen, ging es zumindest mir. Eine Wiederaufnahme des Schienenverkehrs schon nach wenigen Tagen zeigt nur zu deutlich, daß es entweder eben doch nur punktuell dringenden Handlungsbedarf gab (dazu passen dann eben nicht die Maximalforderungen in Worten), oder aber man kann dieses Vorgehen eben doch nicht so richtig gegenüber dem VVO durchsetzen.

      Alles weitere zur Städtebahn Sachsen Geschriebene kann deshalb trotzdem zutreffend sein (oder in Teilen zutreffen), da gibt es keine Ausschließlichkeit in den Dingen.


      Freundliche Grüße
      217 055
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      Hallo zusammen, die Fotos, die die Städtebahn vom September 2017 gezeigt hat, zeigen nach meiner Meinung eine Strecke, die offensichtlich nicht besonders gepflegt ist. Da spielt es keine Rolle, ob die DB Netz dies absichtlich tut oder nur ihren Verplichtungen nicht nachkommt.

      Wenn die SBS die DB Netz tatsächlich bereits mehrfach aufgefordert hat, diese Zustände abzustellen, ist es nur nachvollziehbar, dass sie nach einem Tag, an dem die Strecke dreimal durch umstürzende Bäume blockiert wird, die Reißleine zieht.

      Sowohl der VVO als auch die Stadt Altenberg unterstützen die Sichtweise der SBS. Und die nun durchgeführten Aktionen an der Strecke deuten nicht darauf hin, dass die SBS völlig übertrieben hat.
      Viele Grüße
      Eckhard
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      @ 217 055

      Das die Vegetation im Winter nicht so toll ist ,
      ist mir mindestens ein halbes Jahrhundert bekannt.

      Aber es gibt Schnee und Wind. Das haut so manchen Baum um. Unlängst direkt vor meiner Wohnung.

      Ein riesiger Baum , zum Glück lagen nur zwei PKW drunter. Aber wenn man ein Auge dafür hat- es zeichnete sich ab.

      Die Wurzel hob schon die Gehwegplatten hoch.

      Was wäre im Müglitztal geschehen wenn die DB AG der Betreiber sei ?

      Hätten die es auch soweit kommen lassen ?

      Okay, alles Spekulation.

      Schönen Tag wünscht Reinhard ( der sich nicht hinter Ziffernfolgen verstecken muss )
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      Hallo Reinhard,

      carba schrieb:

      @ 217 055
      .....


      Was wäre im Müglitztal geschehen wenn die DB AG der Betreiber sei ?Hätten die es auch soweit kommen lassen ?
      ...


      Schönen Tag wünscht Reinhard ( der sich nicht hinter Ziffernfolgen verstecken muss )
      auch wenn ich kein Hellseher bin, kann ich Dir Deine Frage mit ziemlicher Sicherheit beantworten. Gar nichts wäre anders als jetzt!
      Im Übrigen ist die DB AG der Betreiber der Strecke, nämlich des Schienenwegs (als DB Netz AG). Verkehrsunternehmen wäre in dem von Dir skizzierten Fall DB Regio, und dieses EVU ist gegenüber der DB Netz AG genauso arm dran wie ein EVU namens Städtebahn Sachsen. Durch Konzernvorgaben hat ein "internes" EVU sogar noch weniger Druckmittel gegen DB Netz als ein externes EVU.
      Da sieht es dann auch beispielsweise so aus wie hier in einem extremen Fall, bei dem es nur mit viel Glück keine Toten oder Schwerverletzen gab.
      Baumkollision mit deutlich über 100 km/h
      Dieser Unfall führte neben einer größeren Zahl weiterer Blockadeorten damals auch für eine regional wirksame Betriebseinstellung, allerdings beschränkt auf die Orkanzeit und die Beräumungsdauer der Strecken und die Bergung der beschädigten und zerstörten Fahrzeuge. Vor einigen Jahren war beispielweise auch nahezu das gesamte Streckennetz ohne Oberleitung in Oberfranken und der Oberpfalz sehr umfassend eingewachsen (oft bis ganz nah an die Fahrzeugumgrenzung), weshalb bei jeder Sturmwarnung mit Windgeschwindigkeiten von über 65 km/h nahezu flächendeckend eine Höchstgeschwindigkeit von max. 80 km/h durch DB Netz verhängt wurde (das galt dann durchaus auch durchgehend über ca. 150 Kilometer). Dabei wurden abstrakt die Warnungen des Wetterdienstes auf das Merkmal 65 km/h abgeglichen. Es spielte keine Rolle, ob wirklich Wind da war oder ob die Meldung beinhaltete, daß die Warnung für Höhen über 1500 Meter gilt. Es wurde eben einfach angeordnet, auch wenn alle vor Ort von Windstille und Sonnenschein berichteten. Dort aber fuhr und fährt im Personenverkehr keine Städtebahn, sondern DB Regio und die Vogtlandbahn mit ihren Töchtern (heute Netinera Länderbahn) sowie agilis. Diese Strecken wurden in den letzten Jahren relativ großzügig freigeschnitten - aber trotzdem können weiterhin Bäume die Gleise erreichen, wenn sie umfallen. Und wenn Du etwas rückwärts liest, findest Du nicht, daß ich je behauptet hätte, daß es keinen Grund für die Beschwerden der Städtebahn geben kann. Den Grund gibt es ganz sicher, sonst würde eine solche Aktion sofort nach hinten losgehen. Auf jeden Fall kann in 10 Tagen keine zugewachsene Strecke freigeschnitten werden, da gibt es maximal Einzelkosmetik an einigen Punkten, mehr geht in so kurzer Zeit gar nicht.

      Deshalb freue ich mich, wenn die Zeit der Betriebseinstellung jetzt wieder endet und auch, wenn sich die Vegetationskontrolle entlang der Strecke zukünftig verbessert und vor allem verstetigt. Es ist ein Witz und zeigt die ganze Absurdität der "Pflege", wenn sich die Streithähne auf Fotos von Zugpersonalen berufen, um Belege zu bringen.


      Freundliche Grüße
      217 055


      Zum Schluß: Welchen Unterschied gibt es eigentlich zwischen Nutzernamen wie "217 055" oder "carba"?