De Reis na Noordfreesland

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      Moin tosamen,

      es geht nun von Nordfriesland wieder südlich in den Nachbarlandkreis Dithmarschen. Von Tönning ist das nun wirklich nicht weit, muss man doch nur über die Eider fahren. In der Geschichte gab es aber Zeiten, wo sich Dithmarscher und Eiderstedter salopp gesagt nicht auf's Fell gucken konnten. Über 1053 Jahre war die Eider zudem (mit zwei kurzen Unterbrechungen) bis 1864 die Grenze Dänemarks zum Heiligen Römischen Reich, später zum Deutschen Bund. Ein wenig Geschichte muss an dieser Stelle sein, um die Zusammenhänge der Namensgebung verdeutlichen zu können, geht es in diesem Kapitel doch um eine Kurzvorstellung der Kreisbahn Norderdithmarschen. Der Kreis Norderdithmarschen entstand, nachdem im Jahre 1559 die selbstständige Bauernrepublik Dithmarschen besiegt worden war. Das Gebiet wurde daraufhin in Norder- und Süderdithmarschen geteilt. Am 26. April 1970 wurden die beiden Kreise zum heutigen Kreis Dithmarschen vereinigt.

      Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fasste man den Entschluss, den Kreis bahntechnisch zu erschließen und so entstand die meterspurige Kreisbahn Norderdithmarschen, welche sich in eine Nord- und eine Südstrecke gliederte, welche von Heide, der Kreisstadt des Altkreises Norderdithmarschen und des heutigen Kreises Dithmarschen, nach Pahlhude an der Eider führten, wo auch der Hafen angeschlossen war. Die Betriebsaufnahmen auf dem gesamten Streckennetz erfolgten zwischen 17. Mai und 23. Dezember 1905.

      An dieser Stelle seien repräsentativ einige Bahnhöfe genannt:

      00,0 Heide Kleinbahnhof
      13,2 Hennstedt (wichtigster Bahnhof der Nordstrecke)
      23,5 Pahlhude
      30,5 Dellstedt
      40,8 Tellingstedt (wichtigster Bahnhof der Südstrecke)
      54,0 Heide Kleinbahnhof

      Durchgehende Züge, welche den ganzen Ring befuhren, gab es nicht. Der Verkehr wurde aufgrund der unbefriedigenden wirtschaftlichen Situation der Kreisbahn zwischen 29. Februar 1936 und 02. Oktober 1937 eingestellt. Danach erfolgte der Abbau der Gleise.

      Auf dem Weg nach Dellstedt fuhren wir ab Heide auf der B 203 (Büsum - Heide - Rendsburg) gen Osten. Dabei kommt man an einem imposanten Relikt der Kreisbahn Norderdithmarschen vorbei, nämlich dem alten Bahnhof Tellingstedt. Direkt neben der Straße findet sich das Ensemble, welches aus früherem Empfangsgebäude und Güterschuppen besteht. Natürlich hielt ich an, um diese beiden Bilder zu machen:

      1.) Das ehemalige Bahnhofsgebäude und im Hintergrund der Güterschuppen befinden sich in respektablen Zustand



      2.) Der ehemalige Güterschuppen aus einer näheren Perspektive



      Literatur über die Kreisbahn gibt es vom Autor Heinz-Herbert Schöning aus dem Verlag von Ludger Kenning.

      In der obigen Liste habe ich Dellstedt aufgeführt, weil die dortige Torfstreufabrik ein wichtiger Güterkunde der Kreisbahn war. Über eine 6 Kilometer lange Feldbahn in der Spurweite von 600 mm wurden die Torfprodukte zum Verladegleis am Bahnhof der Kreisbahn transportiert, wo sie mittels eines handbetriebenen Portalkrans umgeladen wurden. Das im Dellstedt der jüngeren Vergangenheit betriebene Torfwerk mit seiner Feldbahn existiert erst seit Anfang der 1970-er Jahre.

      Freundlichen Gruß, René